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Nordbaden | 04.02.2026

ADAC Staubilanz: 2025 brauchten Autofahrende in Nordbaden viel Geduld

Etwas weniger Staustunden in Baden-Württemberg als 2024, Zahlen aber weiter auf hohem Niveau | Gesamtlänge der Verkehrsstörungen in Baden-Württemberg leicht gestiegen | Bundesweit stieg die Anzahl der Staustunden um sieben Prozent

Karlsruhe. Autofahrerinnen und Autofahrer verbrachten im letzten Jahr in Baden-Württemberg etwas weniger Zeit im Stau als im Vorjahr. Die ADAC Staubilanz für das Jahr 2025 zeigt, dass die Staustunden in Baden-Württemberg um etwa ein Prozent auf 48.490 Stunden zurückgingen, gleichzeitig stieg die Gesamtlänge der Störungen aber um knapp ein Prozent an. Die Daten zeigen jedoch auch: Das Stauniveau ist weiterhin hoch. Bundesweit stiegen die Staustunden um sieben Prozent, die Staukilometer um ein Prozent. Das Verkehrsaufkommen lag 2025 auf dem Vorjahresniveau. Wie bereits in den Vorjahresauswertungen lag Baden-Württemberg im Ländervergleich der erfassten Stau-Stunden auf Platz 3 (10% der bundesweiten Gesamtsumme) hinter Nordrhein-Westfalen (35%) und Bayern (13%).

Baden-Württemberg
Am meisten Zeit im Stau verbrachten Autofahrerinnen und Autofahrer in Baden-Württemberg wie auch schon im Vorjahr auf der A8, hier summierten sich alle Stauereignisse auf insgesamt 13.680 Staustunden. Davon standen Autofahrende rund ein Drittel der Stunden an der Baustelle bei Pforzheim. Spitzenreiter bei der Gesamtlänge der Störungen war dagegen die A5 mit in Summe 29.942 Staukilometern. Gleich zwei Abschnitte in Baden-Württemberg stehen als besonders ausgeprägte lokale Stauschwerpunkte im der bundesweiten Top-20-Ranking. Sowohl der Abschnitt auf der A8 zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Ost und Pforzheim-Nord in Fahrtrichtung Karlsruhe, als auch die A6 zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Kreuz Walldorf in Fahrtrichtung Mannheim. Beide Stauergebnisse waren auf Baustellen zurückzuführen. Generell gab es 2025 jedoch weniger baustellenbedingte Verkehrseinschränkungen auf baden-württembergischen Autobahnabschnitten, der Höchststand lag im Juli mit 55 baustellenbedingten Beeinträchtigungen. In 2024 gab es im September mit 71 die meisten baustellenbedingten Beeinträchtigungen.

Nordbaden
Der ADAC Nordbaden hat die wichtigsten Punkte für die Region zusammengefasst: Hier standen Autofahrende mit 2.476 Staustunden am längsten auf der A8 zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Ost und Pforzheim-Nord (2.611 Staukilometer). Auf Platz zwei lag mit 2.250 Staustunden und 1.797 Kilometern ebenfalls die A8 bei Pforzheim, in der Gegenrichtung von Karlsruhe nach Stuttgart zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Ost und Pforzheim-Süd. Der sechsspurige Ausbau der A8-Enztalquerung bei Pforzheim soll nach derzeitigem Stand bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Die A6 von Heilbronn nach Mannheim zwischen den Anschlussstellen Wiesloch/Rauenberg und dem Kreuz Walldorf lag mit 1.748 Staustunden und 2.364 Staukilometern auf Platz 3 im nordbadischen Ranking.

Hier gab es mehr Stau als 2024:
Im Blick auf die einzelnen Segmente zwischen zwei Anschlussstellen (getrennt nach Fahrtrichtungen) zeigen sich in der diesjährigen ADAC Staubilanz neben den „üblichen Verdächtigen“ auch weitere Abschnitte in Nordbaden, die im vergangenen Jahr deutlich staubelasteter waren als 2024. So entstanden zwischen den Anschlussstellen Ettlingen und Karlsruhe-Süd auf der A5 in Fahrtrichtung Basel 54 Staus (2024: 14) mit einer Länge von 94 Kilometern (23 km) in 38 Staustunden (12 Stunden).

Auch die Stauzahlen auf der A61 sind in der Region deutlich angestiegen. Auffällig waren vor allem die Segmente zwischen den Anschlussstellen Hockenheim und Speyer in Fahrtrichtung Speyer (2025: 216 Staus, 159 Stunden, 574km zu 2024: 133 Staus, 168 Stunden, 306km) sowie zwischen den Anschlussstellen Hockenheim und dem Dreieck Hockenheim in Fahrtrichtung Hockenheim (2025: 194 Staus, 110 Stunden, 309km zu 2024: 102 Staus, 128 Stunden, 140km). Mehr Stau gegenüber 2024 gab es im letzten Jahr auch auf der A6 in Fahrtrichtung Heilbronn zwischen dem Viernheimer Kreuz und dem Kreuz Mannheim. Die in Summe 188 Staus sorgten für 132 Staustunden auf 614 Kilometern (2024: 129 Staus, 93 Stunden, 353km).

Hier gab es weniger Staus als 2024:
Deutlich weniger Staus als 2024 wurden im letzten Jahr auf der A5 zwischen der Anschlussstelle Ettlingen und dem Dreieck Karlsruhe verzeichnet. Hier kam es – durch den Wegfall der Baustelle – nur noch zu 22 Staus mit 18 Staustunden auf 44 Kilometern (2024: 110 Staus, 70 Stunden, 174km).

Etwas aufatmen konnten Autofahrende ebenfalls auf der A5, zwischen den Anschlussstellen Bruchsal und Kronau in beiden Fahrtrichtungen. Hier war es 2024 noch zu einem sehr hohen Stauaufkommen durch eine Baustelle gekommen. In diesem Segment entstanden 2025 in Fahrtrichtung Heidelberg 52 Staus mit 41 Staustunden und 120 Kilometern (2024: 372 Staus, 877 Stunden, 1.335km) und in Fahrtrichtung Karlsruhe 95 Staus mit 112 Staustunden und 272 Kilometern (2024: 483 Staus, 1.459 Stunden, 2.033km).

Auf der A6 in Fahrtrichtung Mannheim zwischen dem Kreuz Walldorf und dem Dreieck Hockenheim kam es insgesamt zu 31 Staus mit 169 Staustunden und 216 Staukilometern, was ebenfalls ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr war (2024: 79 Staus, 234 Stunden, 312km).

Mittwoch im Durchschnitt der staureichste Wochentag
Bei der Betrachtung des Jahresverlaufs in Baden-Württemberg zeigt die ADAC Staubilanz die häufigsten Stauereignisse im Juli und Oktober. Autofahrerinnen und Autofahrer standen am häufigsten an einem Mittwoch im Stau, hier wurden im Durchschnitt die meisten Staustunden und Staukilometer gezählt. An Montagen war die Staubelastung unter der Woche im Durchschnitt am geringsten, an Wochenenden noch deutlich niedriger. Der Tag mit den meisten Staustunden in Baden-Württemberg war ebenfalls ein Mittwoch, der 28. Mai 2025, einen Tag vor Christi Himmelfahrt. Durch Kurzurlauber und Berufspendler kamen insgesamt 233 Stauereignisse auf 308 Staustunden und 660 Kilometer zusammen. Am Freitag vor dem ersten Sommerferienwochenende (1. August 2025) wurden in Baden-Württemberg insgesamt 759 und somit die meisten Staukilometer des Jahres registriert. Diese entstanden durch 233 Stauereignisse, die in Summe 255 Stunden dauerten.

Ausblick 2026
Im Jahr 2026 rechnet der ADAC mit einem leicht steigenden Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen, was sich dann wahrscheinlich auch in den Stauzahlen widerspiegeln wird. Gleichzeitig werden viele Bauvorhaben wie beispielsweise Brückensanierungen und Autobahnmodernisierungen, die dringend notwendig sind, umgesetzt. Bundesweit besteht an rund 8.000 Autobahn-Brückenbauwerken Sanierungsbedarf. Wenn dies nicht rechtzeitig umgesetzt wird, würde es zu weiteren Brückensperrungen und damit auch zu weiteren Einschränkungen und Verkehrsbeeinträchtigungen für Autofahrende kommen. Voraussetzung für das Gelingen sind nach Ansicht des ADAC vor allem schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, um solche Bauvorhaben schneller realisieren zu können. Gleichzeitig sind weitere Ausbaumaßnahmen im Autobahnnetz erforderlich, um bestehende Verkehrsengpässe langfristig zu beseitigen.

Download (PDF): Detailauswertung für Nordbaden


Datenbasis
Der ADAC nutzt zur Stauermittlung Floating Car Data in Echtzeit. Täglich werden im Durchschnitt rund 2 Milliarden Positions- und Geschwindigkeitsinformationen von LKW-Flotten sowie Nutzern von Smartphone-Apps verarbeitet. Ergänzt um Informationen zu baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen (z.B. Fahrbahnverengung, Fahrstreifenreduzierung, Sperrung von Auf- und Abfahrten sowie Verbindungsrampen in Autobahnkreuzen, etc.) werden diese Daten in der ADAC Service GmbH zur aktuellen Verkehrslage verarbeitet. Für die Erstellung der ADAC Staubilanz wird diese Datengrundlage aufbereitet und analysiert.

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