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Förderung der Elektromobilität durch Marktanreizprogramme

Marktanreizprogramme zur Förderung des Absatzes von Elektrofahrzeugen werden immer wieder
diskutiert. Meist steht dabei eine Subvention in Höhe von einigen Tausend Euro im Raum. Der ADAC
steht Kaufprämien skeptisch gegenüber.

Presse Ansprechpartner

Andreas Hölzel

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Schon heute werden Elektrofahrzeuge steuerlich gefördert: Ausschließlich mit einem Elektromotor ausgerüstete Fahrzeuge sind bei Erstzulassung für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Danach werden sie nach dem zulässigen Gesamtgewicht besteuert, wobei der Steuersatz von 5,63 Euro je angefangene 200 kg die Hälfte des Satzes für leichte Nutzfahrzeuge beträgt.
Für ein 1500 kg schweres Elektromobil fallen nach Auslaufen der Steuerbefreiung jährlich 45 Euro an. Elektrofahrzeuge profitieren auch von der niedrigeren Besteuerung des Stroms. Die Energiesteuer für flüssige Kraftstoffe im Straßenverkehr entspricht 75 Euro je MWh Energieinhalt und ist damit deutlich höher als die Stromsteuer mit 20,50 Euro je MWh.

Der Markthochlauf für Elektrofahrzeuge steht am Anfang, die derzeit verfügbare Modellpalette wie
auch Absatz und Zulassungszahlen sind überschaubar. Für einen absehbaren Zeitraum sind für Elektromobile weiterhin deutlich höhere Preise zu erwarten als vergleichbare Fahrzeuge mit Benzin und Dieselantrieb. Der diskutierte Förderbetrag erscheint zwar eindrucksvoll, kann aber die Preisdifferenz auch in naher Zukunft bei weitem nicht ausgleichen.

ADAC Position:

Der ADAC begrüßt und unterstützt grundsätzlich die Förderung von Elektromobilität. Diese sollte aus Sicht des ADAC insbesondere erfolgen durch:

  • die Forschungsförderung, sowohl bei Grundlagen als auch anwendungsnah,
  • die Unterstützung von Pilotanwendungen und Feldversuchen,
  • die Förderung der (internationalen) Normierung und Standardisierung von Schnittstellen, z.B. zur Aufladung der Akkus, Abrechnungsverfahren u.a.,
  • die Vernetzung verschiedener Wirtschafts- und Industriebereiche,
  • die Schaffung von Rahmenbedingungen, welche ein ausreichendes Angebot regenerativ erzeugter Energien und eines den neuen Bedingungen angepassten Versorgungsnetzes fördern.

Der ADAC steht einem Marktanreizprogramm mit monetären Zuschüssen skeptisch gegenüber, insbesondere wenn dieses durch eine Mehrbelastung der Fahrer von konventionellen Fahrzeugen gegenfinanziert wird. Die Belastung der Autofahrer ist schon jetzt sehr hoch, ein großer Teil der Einnahmen aus dem Straßenverkehr fließt in andere Bereiche des Haushaltes.

Grundsätzlich unterstützt der ADAC eine Förderung umweltfreundlicher Fahrzeugkonzepte, bevorzugt dabei aber eine technologieneutrale Ausgestaltung. Letzten Endes ist die Verringerung von Schadstoffemissionen, CO2-Ausstoß, Abhängigkeit von begrenzten Ressourcen etc. das Ziel, nicht die Förderung einer konkreten Fahrzeugtechnik.