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Württemberg | 07.11.2026

Stuttgart bleibt in französischer Hand

Beim 42. ADAC Supercross Stuttgart krönt sich Maxime Desprey zum „König von Stuttgart“. In der Prinzenwertung verteidigt Jules Pietre seinen Titel aus dem Vorjahr. Deutsche SX2-Fahrer um Biberacher Paul Bloy begeistern.

Ausverkaufte Schleyer-Halle beim 42. ADAC Supercross Stuttgart: Insgesamt 16.950 Fans verfolgten die actionreichen Rennen beim Motorsport-Klassiker am 6. und 7. November. Nach einer überragenden Leistung krönte sich Maxime Desprey hochverdient zum „König von Stuttgart“. Der 33-jährige Franzose gewann die SX1-Finalläufe am Freitag und Samstag mit deutlichem Vorsprung. „Es war ein perfektes Wochenende für mich“, freute sich Desprey. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt auf dem Bike und auf der Strecke“. Dabei war es nicht sein erstes Mal auf dem Siegerpodest, 2023 gewann er den Titel in der SX2. Hinter dem Franzosen belegten der US-Boy Ryan Breece („König von Stuttgart“ im Jahr 2019) und Adrien Escoffier (Frankreich) die Ränge zwei und drei in der Königswertung.

Für den deutschen Hoffnungsträger Nico Koch (Braunschweig) verlief das ADAC Supercross Stuttgart wechselhaft. In der Qualifikation zeigte er eine starke Performance, fiel aber in den Finalrennen jeweils durch einen Sturz zurück und verpasste eine bessere Platzierung. In der Gesamtwertung belegte Koch Rang acht. Stefan Ekerold (Saarland) und der Lokalmatador Mark Scheu (Grabenstetten) kamen an beiden Tagen nicht über den Hoffnungslauf hinaus und verpassten das Finale der SX1. Scheu zeigte sich im abschließenden Interview selbstkritisch, war aber mit seiner sichtbaren Leistungssteigerung von Freitag auf Samstag zufrieden.

SX2: Pietre wiederholt Vorjahres-Triumph
In der SX2 holte sich Jules Pietre (Frankreich) mit einer starken Leistung über beide Renntage verdient den Titel „Prinz von Stuttgart“. „Es ist unglaublich, ich bin sehr glücklich“, strahlte Pietre bei der Siegerehrung und bedankte sich bei den Stuttgarter Fans für die großartige Stimmung. Im Gesamtklassement verwies der Franzose seinen Landsmann Mickael Lamarque sowie den US-Amerikaner Jesson Turner auf die Plätze.

In der Prinzenwertung lieferten die Deutschen Noah Ludwig (Aschersleben) mit Platz vier und der Lokal-Matador Paul Bloy (Biberach) mit Platz fünf eine mitreißende Vorstellung ab. Sie schafften an beiden Abenden den Einzug ins Finale. Dort verhinderte am Samstagabend ein Sturz in der ersten Runde ein besseres Ergebnis für Ludwig. Einen Tag zuvor hatte Bloy im Endlauf sogar kurzzeitig in Führung gelegen, musste aber dem hohen Tempo Tribut zollen und fiel zurück. Mit Oskar Romberg (Hilbeck) qualifizierte sich am Freitag ein dritter Deutscher für das Finale. Am Samstag lag er im Hoffnungslauf aussichtsreich auf dem zweiten Platz, wurde dann aber unfair ausgebremst vom bereits überrundeten Franzosen Liam Bruneau.

Bergmann entscheidet Next Klasse am Samstag für sich
Nach einem Sturz und dem letzten Platz im Freitagsrennen wendete Pius Bergmann am Samstag das Blatt und holte sich den Sieg in der Next Klasse.
„Gestern war es etwas frustrierend, dass ich nicht zeigen konnte, was ich kann. Heute habe ich direkt nach dem Start einen guten Flow gefunden“, sagte Bergmann. Während des gesamten Rennens drehte der junge Supercross-Pilot einsam seine Runden an der Spitze. Spannender war der Kampf direkt hinter ihm: Kimi Schmidt verteidigte den zweiten Platz erfolgreich gegen die Attacken von Carl Massury.
Die 2025 eingeführte Klasse SX Next bietet deutschen Nachwuchsfahrern im Alter von 14 bis 25 Jahren die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen unter realen Wettbewerbsbedingungen zu sammeln. Für das ADAC Supercross Stuttgart und das ADAC Supercross Dortmund gibt es eine gemeinsame Wertung für den Gesamtsieger des „ADAC SX Next Cup“.

Ehrlich siegt souverän in Nachwuchsklasse SX5
Beim ADAC Supercross Stuttgart gehen die Talente in der Nachwuchsklasse SX5 auf Elektro-Bikes an den Start. Bei den Jüngsten im Alter von sechs bis neun Jahren jubelte nach acht Runden Luis Ehrlich über Platz eins. Der Fahrer vom MC Jauer feierte mit einer fehlerfreien Leistung einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Leonie Berger (MSC Bühlertann), das einzige Mädchen im Starterfeld, fuhr auf Rang zwei. Gerade noch auf das Podest schaffte es Carl Rosam (AMC Frankenthal), der kurz vor Schluss an Willi Ortmann (MSC Bühlertann) vorbeizog.
Die Klasse SX5 wird beim ADAC Supercross Stuttgart am Samstag gefahren, einen Tag zuvor präsentieren sich die Talente der SX4. Hier eroberte der Reutlinger Ben Maier Platz eins, vor Fritz Siegle (MSC Wieslauftal) und Melvin Gohlke (MC Moorgrund).

Atemberaubende Sprünge bei actionreicher Freestyle-Show
Zu den Highlights beim ADAC Supercross Stuttgart zählt traditionell die Freestyle-Show, die den actionreichen Abschluss an beiden Abenden bildet. Mit dem US-Amerikaner Adam Jones präsentierte ein achtfacher X-Games-Medaillengewinner sein Können. Zusammen mit den Tschechen Radek Bílek und Filip Podmol sowie Marcin Lukaszczyk (Polen) brachte er die Schleyer-Halle zum Beben. In diesem Jahr heizte Andi Brewi zusätzlich die Stimmung an: Der beste Freestyle-Moderator im deutschsprachigen Raum animierte das Publikum und erklärte fachkundig die Tricks der Freestyler.

Die Gesamtergebnisse des 42. ADAC Supercross Stuttgart:

SX1 „König von Stuttgart“:
1. Maxime Desprey (Frankreich)
2. Ryan Breece (USA)
3. Adrien Escoffier (Frankreich)

SX2 „Prinz von Stuttgart“:
1. Jules Pietre (Frankreich)
2. Mickael Lamarque (Frankreich)
3. Jesson Turner (USA)

SX4:
1. Ben Maier (1. RMC Reutlingen)
2. Fritz Siegle (MSC Wieslauftal)
3. Melvin Gohlke (MC Moorgrund)

SX5:
1. Luis Ehrlich (MC Jauer)
2. Leonie Berger (MSV Bühlertann)
3. Carl Rosam (AMC Frankenthal)

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