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Württemberg | 21.05.2026

Oldtimer sind Kunst und Kultur

Der ADAC Württemberg hat ein frisches und junges Format für Oldtimer auf die Beine gestellt. Die neue ADAC Carculture ging am 16. Mai in Metzingen über die Bühne und lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher in das dortige Motorworld Village. Das historische Gelände mit Fabrikgebäuden bildete den idealen Rahmen für rund 100 Fahrzeuge, die auf dem Freigelände präsentiert wurden.

Dass Oldtimertreffen zeitgemäß sind und heutzutage am besten mit einem modernen Konzept kombiniert werden, bewies das Rahmenprogramm der ADAC Carculture. So zeigten auf der Lifestylemesse Aussteller aus unterschiedlichen Bereichen, wie man die Besucherinnen und Besucher beim Thema Oldtimer abholt. Auf den ersten Blick leuchtet vielleicht nicht ein, welche Verbindung Ringe und Ketten, Blumen und Gemälde mit historischen Fahrzeugen eingehen. Aber schließlich sind Oldtimer Schmuckstücke, Designobjekte und für manche Menschen gar Kunst. Beim ADAC Simracing-Simulator, an dem sich immer wieder lange Schlangen bildeten, brauchte man sich die Frage nach dem Zusammenhang hingegen nicht stellen.

Motoren-Ausstellung im Schmiededom
Auf der Hand liegt auch, warum es im Schmiededom, einer eindrücklichen Industriehalle, die mit Lichteffekten faszinierend in Szene gesetzt wurde, eine Sonderausstellung zum legendären 1192-ccm-Motor von VW gab. Im Rückblick stellt er eine Sensation und ein historisches Kapitel deutscher Automobilgeschichte dar. VW verwendete Anfang der 1960er-Jahre einen einzigen Motor, um alle seine Modelle auszustatten. Der Vierzylinder-Boxermotor mit 34 PS, der zentral in der Location ausgestellt war, trug den Käfer von A nach B, Handwerker im Transporter zum nächsten Kunden oder Familien im Fensterbus, der über neuen Sitzplätze verfügte, in den Urlaub. Insgesamt waren sieben entsprechende Fahrzeugmodelle ausgestellt – darunter auch ein Buggy und sogar ein Rennwagen, der in der Nachwuchsklasse Formel Vau seine Runden drehte. „Es war eine historische Sensation und weltweit einmalig, dass ein Motor für alle Modelle genutzt wurde“, sagte Tobias Aichele, der die Ausstellung im Auftrag des ADAC Württemberg kuratierte.

„Starke kulturelle Aufwertung für Metzingen“
Auch für die ADAC Carculture, die in diesem Jahr Premiere feierte, fand Aichele lobende Worte: „Es ist super, dass der ADAC ein neues Oldtimer-Format auf den Weg bringt, mit dem man auch junge Menschen erreicht.“ Metzingens Baubürgermeister Markus Haas, der bei einem Rundgang am ADAC Simracing-Simulator stoppte und sich wacker schlug, freute sich über die neue Veranstaltung: „Das ist nicht nur ein tolles Oldtimer-Treffen, sondern eine starke kulturelle Aufwertung für Metzingen.“ Das Konzept spreche auswärtige Besucher und Einheimische gleichermaßen an. Michael Saur, Vorsitzender des ADAC Württemberg, ergänzte: „Oldtimer begeistern seit Generationen. Und wir wollen mit der ADAC Carculture dafür sorgen, dass auch jetzt wieder junge Menschen auf historische Modelle abfahren.“ Oldtimer erzählten nicht nur Geschichten, sondern auch Geschichte.

100 Besitzer zeigten ihre Schmuckstücke
Wie so eine Geschichte aussieht, erfuhren die Besucherinnen und Besucher auf dem Freigelände, das ausgebucht war. Rund 100 Oldtimer-Besitzer waren gekommen, um ihre Fahrzeuge zu zeigen und zu erzählen, was sie mit ihrem Daimler, ihrem Porsche, ihrer Corvette verbindet und welche Story der jeweilige Oldtimer hat, die sich nicht aus dem Fahrzeugbrief herauslesen lässt, sondern nur im persönlichen Gespräch erlebbar wird. So berichtete etwa Richard Zimmer von seinem Mercedes-Benz 190 SL Coupé, den er extra für die ADAC Carculture wieder flott gemacht hatte. Kurzerhand reparierte der Fellbacher den Benzinschlauch, nachdem das Coupé eineinhalb Jahre gestanden war. Der rote Oldtimer ist seit 55 Jahren in Familienbesitz und trägt seinen Fahrer auch heute noch nach Rom oder in die Toskana. „Man muss sich dem Fahrzeug anpassen, dann ist vieles möglich.“

VW Polo in ein Unikum verwandelt
Eine innige Beziehung zu seinem VW Polo aus dem Jahr 1989 hat auch Peter Stolez. Als er das erste bisschen Rost entdeckte, fackelte er nicht lange und zerlegte die Karosse komplett. Im Laufe der Zeit verwandelte der Fellbacher das Fahrzeug in ein Unikum. Heute kommt es zum Beispiel mit einem Frontspoiler eines VW Golf daher, das Cockpit verfügt über Porsche-Instrumente, das Leder im Inneren ist dunkelblau. Apropos Farbe: der Polo strahlt in mintgrün. „Eigentlich wollte ich Tornado-Rot, aber dann habe ich diese Wahnsinns-Farbe gesehen und genommen.“ Stolez besucht fast jedes Wochenende ein Oldtimer-Treffen und zeigte sich beeindruckt von der ADAC Carculture: „Toll, was der ADAC Württemberg auf diesem eindrücklichen Gelände auf die Beine gestellt hat.“

Mehr Infos unter www.adac-carculture.de

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