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Württemberg | 23.03.2019

ADAC Württemberg akzeptiert Fahrverbote zur Luftreinhaltung nur als allerletztes Mittel

200 Delegierte des Clubs treffen sich zur Mitgliederversammlung in der Fellbacher Schwabenlandhalle

Medien

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Der Vorstandsvorsitzende des ADAC Württemberg, Dieter Roßkopf, hat bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 23. März in der Fellbacher Schwabenlandhalle für die Position des Clubs zum Thema Fahrverbote geworben. „Bei der Abwägung zwischen dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und demjenigen auf individuelle Mobilitätsfreiheit hat nach Auffassung des Vorstands des ADAC Württemberg das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit den grundsätzlichen Vorrang“, erklärte Roßkopf.

Fahrverbote griffen allerdings so tief in die individuelle Bewegungsfreiheit der Menschen ein, dass sie für den ADAC nur als allerletztes Mittel infrage kommen. Fahrverbote dürfen aus Sicht des ADAC nur dann verhängt werden, wenn zunächst alle anderen weniger einschneidenden Maßnahmen ausgeschöpft wurden. Zudem müssen einmal erlassene Fahrverbote fortlaufend auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft und bei Unterschreitung der vorgeschriebenen Grenzwerte auch zeitnah wieder zurückgenommen werden. Fahrverbote sind schonend und grundsätzlich nur auf das absolut erforderliche räumliche Maß begrenzt zu gestalten.

„Sie sehen, wir vertreten eine sehr differenzierte Position“, so das Fazit des Clubvorsitzenden. „Die bedingungslose Forderung nach freier Fahrt für freie Bürger entspricht nicht mehr der Denke und der Sprache des ADAC im Jahr 2019.“ Eine mitgliederstarke Organisation wie der ADAC mit über 20 Millionen Mitgliedern bilde einen annähernd repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung ab und dürfe deshalb in einer so kontrovers diskutierten Frage nicht im Namen aller Mitglieder einseitig Partei ergreifen. „Der ADAC kann und muss in einer solchen Situation eine moderierende und sachlich abgewogene Rolle spielen“, appellierte Roßkopf an die 200 Delegierten in der Schwabenlandhalle.

Roßkopf bekräftigte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen mit SCR-Katalysatoren. „Wer sein Diesel-Fahrzeug nachrüstet, tut der Umwelt etwas Gutes und kann Fahrverbote vermeiden“, sagte der Clubvorsitzende. Leider sei durch die Politik in Berlin 2018 viel Zeit ungenutzt verstrichen, die nun mühsam von den Entwicklern in den Nachrüstunternehmen aufgeholt werden müsse. Es komme nun darauf an, Nachrüstsätze für möglichst viele Marken und Modelle möglichst rasch auf den Markt zu bringen. Roßkopf forderte von den Automobilkonzernen größere Bereitschaft, mit den Nachrüstunternehmen zu kooperieren: „Ohne Unterstützung der Autokonzerne mit Serienteilen und Daten aus der Motorsteuerung könnte die Hardware-Nachrüstung sonst zur Mission Impossible werden“, warnte Roßkopf.

Die Mitgliederzahl des ADAC Württemberg ist 2018 weiter gewachsen. Am 31. Dezember zählte der Club 1.701.776 Mitglieder, 58.718 oder 3,57 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Der Vorstandsvorsitzende wertete diese nachhaltig positive Mitgliederentwicklung als einen Vertrauensbeweis in die tägliche Arbeit des ADAC als Helfer und Berater in allen Mobilitätsfragen. „Auf diesen Erfolg dürfen wir alle miteinander stolz sein! Die engagierten ehrenamtlichen Trainer, Betreuer und Organisatoren in den Ortsclubs, die unbezahlt unbezahlbare Basisarbeit leisten. Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im täglichen Einsatz auf den Straßen, auf Übungsanlagen, in Prüfeinrichtungen, Geschäftsstellen oder in der Telefonzentrale Kontakt zu unseren Mitgliedern pflegen“, sagte Roßkopf.

Der Clubvorsitzende betonte in seinem Rechenschaftsbericht mit Blick auf die aktuelle Unfallstatistik in Baden-Württemberg die weiterhin hohe Bedeutung des Themas Verkehrssicherheit in der Präventions- und Beratungsarbeit des ADAC Württemberg. Die Fahrsicherheitstrainings erfreuten sich auch 2018 wieder großer Beliebtheit: 9.782 Teilnehmer absolvierten beim ADAC Württemberg einen Pkw-Trainingskurs. Auf den Anlagen in Leonberg, Kirchheim/Teck und Balingen fanden insgesamt 453 Veranstaltungen statt.

Im Hinblick auf die gestiegenen Unfallzahlen bei Motorradfahrern leisten spezielle Trainings für diese Zielgruppe einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. 1.108 Biker haben einen entsprechenden Kurs beim ADAC Württemberg absolviert. Darüber hinaus unterstützt, unterrichtet und informiert der Club mit maßgeschneiderten Programmen für unterschiedliche Altersgruppen von Verkehrsteilnehmern – vom Training der ersten Schritte im Straßenverkehr bis hin zum Check der Fahrsicherheit für ältere Autofahrer.

Zweite wichtige Säule der Unfallprävention des ADAC bildet der technische Prüfdienst. Die mobilen Prüftrucks waren vergangenes Jahr an 289 Tagen unterwegs und absolvierten überall in Württemberg 36.900 beitragsfinanzierte Prüfungen an 9.500 Fahrzeugen. Im Berichtsjahr besuchten zudem 6.500 Fahrzeuge das Prüfzentrum am Neckartor zu einem Check. Am häufigsten nachgefragt waren die Kontrollen von Stoßdämpfern, Bremsen und Bremsflüssigkeit – alles sicherheitsrelevante Komponenten eines Fahrzeugs.
 

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