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Württemberg | 26.09.2018

Bike+Ride: Stuttgart bundesweit nur Durchschnitt

Der ADAC Test von Anlagen fördert in der Landeshauptstadt Qualitätsunterschiede zutage

Der ADAC hat Bike+Ride-Anlagen in zehn deutschen Städten getestet. Pro Stadt wurden zehn Abstellmöglichkeiten in den Check einbezogen. Die in Stuttgart überprüften Stationen schnitten dabei unterschiedlich ab. Beim „Bike+Ride“ nutzen Menschen ihr Fahrrad für den Weg zur nächsten Bahnstation und steigen dort auf öffentliche Verkehrsmittel um.

Aufgeteilt sind die ADAC Testkriterien in die vier Hauptkategorien Standort, Ausstattung, Kapazität und Service. Die Note „sehr gut“ erreicht in Stuttgart keine der getesteten Anlagen. Bemerkenswert: Während in allen anderen Städten mindestens eine Station mit „sehr mangelhaft“ benotet wurde, fiel in Stuttgart keine der zehn Anlagen bei den Testern komplett durch.

Als besonders positiv stuften Experten die Stationen in Bad Cannstatt, am Hauptbahnhof, in der Schwabstraße und Botnang ein. Für dieses Quartett vergaben sie ein „gut“. Die Anlagen in Feuerbach und Stadtmitte kamen mit einem „ausreichend“ davon. Weniger schmeichelhaft dagegen die Bewertung für die Abstellmöglichkeiten in Heumaden, Plieningen, Untertürkheim und Vaihingen: Sie landeten in der zweitschlechtesten Bewertungsstufe „mangelhaft“. „Der Test zeigt somit, dass es in Stuttgart große Qualitätsunterschiede und Optimierungsbedarf gibt“, stellt Carsten Bamberg vom ADAC Württemberg fest.

Hauptkritikpunkte der Tester an Stationen in Stuttgart und den anderen Städten: zu geringer Platz zum Manövrieren, fehlende Überdachung und Beschilderung, nicht vorhandene Ladestationen für Pedelecs sowie fehlende Schließfächer. Ein K.o.-Kriterium ist zudem, wenn nur Vorderradhalter vorhanden sind – diese bieten nach Auffassung des ADAC weder Sicherheit vor Beschädigung der Räder noch vor Dieben.

Positiv fiel den Testern in Stuttgart auf, dass die Anlagen größtenteils schnell und sicher vom Radweg aus erreichbar waren. Auch bezüglich Sauberkeit, Beleuchtung und Einsehbarkeit erhielten fast alle getesteten Bike+Ride-Plätze gute Noten. Angebote zum Verschließen von Gepäck und Reparaturangebote waren weitere Pluspunkte für einige Angebote in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Alle zehn Anlagen hatten des Weiteren zum Testzeitpunkt genügend Kapazitäten – was sonst in keiner Großstadt durchgehend so vorzufinden war.
„Es gibt dennoch viel zu tun, um der ständig wachsenden Zahl von Stadtradlern zeitgemäße Parkangebote zu machen“, sagt ADAC Verkehrsexperte Carsten Bamberg, „denn gute Bike+Ride-Anlagen könnten für viele Pendler ausschlaggebend sein, das Auto stehenzulassen und auf das Fahrrad sowie den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.“


Info:
Der ADAC Test wurde von Ende September 2017 bis Anfang März 2018 in den radverkehrsstärksten Großstädten Stuttgart, Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Leipzig, München und Nürnberg durchgeführt. Überprüft wurden jeweils Bike+Ride-Anlagen am Hauptbahnhof, an sechs Endhaltestellen und drei Stationen, an denen sowohl S-Bahnen als auch U- oder Straßenbahnen fuhren. Nur eine einzige Anlage, die in Düsseldorf Flughafen Bahnhof, punktete in fast allen Kategorien, wurde daher mit „sehr gut“ bewertet. Bei dem ADAC Test gibt es insgesamt fünf Bewertungsstufen. Sie reichen von „sehr gut“ bis „sehr mangelhaft“. Die Benotung „ausreichend“ ist dabei mit einem „befriedigend“ im Schulnotensystem gleichzusetzen.

Der komplette Test ist unter www.adac.de/bike-ride verfügbar.


Empfehlungen des ADAC:

  • Bike+Ride-Anlagen aus Akzeptanzgründen möglichst nah an ÖPNV-Haltestelle errichten, um so ebenfalls die Zahl frei abgestellter Fahrräder zu minimieren
  • Komfortables, kippsicheres und wettergeschütztes Abstellen von Fahrrädern ermöglichen
  • Rahmenhalter oder vergleichbaren Abstellplatztyp installieren, an dem der Rahmen sowie das Laufrad angeschlossen werden können
  • Gesicherte Abstellplätze in Fahrradboxen oder -parkhäusern vorhalten, damit auch hochwertige Fahrräder vor Diebstahl und Vandalismus geschützt sind
  • Stellplatzangebot ausreichend groß dimensionieren
  • Schrotträder identifizieren und mindestens einmal jährlich im Rahmen von angekündigten Säuberungsaktionen im Wissen oder Beisein der Polizei entfernen
     

 

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