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Württemberg | 29.09.2020

ADAC Württemberg blickt auf 2019 zurück

Delegierte des Clubs treffen sich bei Mitgliederversammlung in Stuttgarter Porsche-Arena. Vorsitzender Dieter Roßkopf fordert mehr Tempo bei Diesel-Nachrüstung und Konzepte für nachhaltige Mobilität

Medien

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Corona hat dieses Jahr in zahlreichen Veranstaltungskalendern für Umstellungen gesorgt, so auch beim ADAC Württemberg. Der Club hat die ursprünglich für März geplante Mitgliederversammlung nun am Dienstag (29.9.) in Stuttgart nachgeholt. Somit gab es für die über 160 Anwesenden in der Porsche-Arena zu einem ungewohnten Zeitpunkt einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Dieter Roßkopf, der Vorstandsvorsitzende des viertgrößten ADAC Regionalclubs, zog eine positive Bilanz und sieht durchaus auch eine Chance in der Corona-Pandemie: „Krisen kann man einfach aussitzen und hoffen, dass man sie überlebt. Oder man kann sie nutzen, um optimal vorbereitet zu sein, wenn die Welt sich wieder weiterdreht. Ich bin eindeutig für letzteres.“

Diesel-Nachrüstung geht noch zu schleppend voran
Im Rückblick auf das Jahr 2019 habe es sich gelohnt, unbequeme Wege zu bestreiten, sagte Roßkopf. Ein Beispiel seien die Fahrverbote in Stuttgart und die damit verbundene Diskussion um die Nachrüstung der Euro-5-Diesel. Der ADAC Württemberg habe bereits 2018 gezeigt, dass die Systeme den Stickstoffdioxid-Ausstoß wirksam reduzieren. Die vom baden-württembergischen Verkehrsministerium unterstützte Untersuchung bestätigte zudem die Alltagstauglichkeit unter verschiedenen klimatischen Bedingungen. „Dank unseres Tests – und das sage ich durchaus mit Stolz – wurden erst Nachrüstungsmöglichkeiten geschaffen“, erklärte Roßkopf.

Doch auch die positiven Testergebnisse könnten nur ein Hoffnungsschimmer sein. Denn bisher wurden in der Region Stuttgart lediglich 280 Nachrüstsätze verbaut. Eine äußerst geringe Zahl im Vergleich zu rund 150.000 gemeldeten Euro-5-Dieselfahrzeugen, von denen 50 Prozent nach Angaben des Clubs nachgerüstet werden könnten. Als Ursachen zählte Roßkopf drei Aspekte auf: Viele Fahrzeugbesitzer würden sich mit einem Software-Update in Sicherheit wiegen, obwohl es nur eine Ausnahmeregelung für einen Zeitraum von zwei Jahren garantiert. Zudem seien die Bausätze noch nicht in ausreichender Stückzahl erhältlich, lange Wartezeiten sind die Folge. Letztlich fehle auch die finanzielle Unterstützung: Einzig VW und Mercedes beteiligen sich mit einem Zuschuss von bis zu 3.000 Euro. „Deutlich mehr Hersteller müssten diesem Beispiel folgen“, appellierte Roßkopf. „Es kann nicht sein, dass die Betroffenen für die Fehler der Automobilindustrie einstehen müssen.“

Nachhaltigkeit spielt wichtige Rolle bei Mobilität
Darüber hinaus skizzierte Roßkopf die Veränderungen in der Mobilität, mit denen sich der ADAC intensiv beschäftigt: „Wenn wir heute von Mobilität sprechen, geht es nicht mehr nur um die räumliche Fortbewegung, um Verkehrsmittelnutzung oder neue Antriebsformen. Es geht vor allem auch um Nachhaltigkeit.“ Auch für den ADAC Württemberg habe das ein Umdenken in allen Bereichen erfordert. Um dem veränderten Mobilitätsverhalten sowie dem Klimaschutz gerecht zu werden, seien dringend Alternativen und Antworten gefragt. Aktionistische Projekte wie die temporären Radwege in Stuttgart seien jedoch keine ausreichende Lösung für die anstehenden Herausforderungen. Um dem Öffentlichen Verkehr, dem Radverkehr und dem Car-Sharing zu einer stärkeren Bedeutung zu verhelfen, brauche es Überzeugungskraft aus Politik und Wirtschaft.

Leonberger Verkehrsübungsanlage wird modernisiert
Zum Abschluss seiner Rede gab der Clubvorsitzende einen Ausblick auf den geplanten Umbau der ADAC Verkehrsübungsanlage am Solitude-Ring in Leonberg. „Über 300.000 Sicherheitstrainings und mehr als 800.000 Übende hinterlassen ihre Spuren. Es besteht dringender Sanierungsbedarf, um die hohe Qualität unserer Trainings im Sinne der Verkehrssicherheit weiter halten zu können“, erklärte Roßkopf. Ziel sei es, die Anlage nachhaltig zu modernisieren, ohne die historischen Wurzeln der einstigen Rennstrecke zu vergessen.

Mitgliederzuwachs und Vorstandswahlen
Positive Nachrichten gab es bei der Mitgliederentwicklung: Der ADAC Württemberg ist auch 2019 weiter gewachsen. Am 31. Dezember 2019 zählte der Club 1.756.267 Mitglieder, 3,2 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahresstichtag.

Alle vier zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder des ADAC Württemberg wurden in Stuttgart in ihren Ämtern bestätigt. Die Delegierten wählten Dieter Roßkopf als Vorsitzenden ebenso für vier weitere Jahre wieder, wie den stellvertretenden Vorsitzenden und Vorstand für Finanzen Volker Schwarz, Thomas Kassner (Technik und Umwelt) sowie Carl-Eugen Metz (Verkehr und Umwelt).

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