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Südbayern | 04.03.2020

1613 Alarme für „Christophorus Europa 3“

Bilanz 2019: Mehr Einsätze für Rettungshubschrauber des ÖAMTC und der ADAC Luftrettung

1613 Mal wurde „Christophorus Europa 3“ im vergangenen Jahr zu Einsätzen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet alarmiert

Medien

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Passau/Suben. Im vergangenen Jahr leistete „Christophorus Europa 3“ von ÖAMTC und der gemeinnützigen ADAC Luftrettung 1613 Rettungsflüge. Damit nahm das Einsatzaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent zu (2018: 1565 Einsätze). 844 Mal (52,3 Prozent) leisteten die deutsch-österreichischen Crews im Großraum Passau/Bayerischer Wald schnelle Hilfe aus der Luft und damit deutlich häufiger als im Vorjahreszeitraum (2018: 754 Mal/+11,9 Prozent). 1318 Alarme (81,7 Prozent) waren so genannte „Primäreinsätze“: In dem Fall hatte „Christophorus Europa 3“ die reine Funktion des Notarztzubringers oder die Crew übernahm nach der medizinischen Versorgung auch den Kliniktransport. 177 Einsätze (11,0 Prozent) waren Sekundärtransporte, bei denen ein Patient von einem Krankenhaus niedriger Versorgungsstufe in ein Spezialklinikum mit erweiterten Therapiemöglichkeiten gebracht wurde. 118 Flüge waren sonstige Einsätze.

Ursache Nummer eins waren in 39,1 Prozent internistische Notfälle wie Herzinfarkte. Dahinter folgen mit 15,7 Prozent neurologische Akut-Erkrankungen wie Schlaganfälle und in 11,5 Prozent Unfälle im häuslichen Umfeld.

Bundesweit wieder mehr als 54 000 Einsätze
Deutschlandweit bleibt die Zahl der Einsätze der fliegenden Gelben Engel stabil auf Rekordniveau: 2019 mussten die ADAC Rettungshubschrauber zum fünften Mal in Folge rund 54000 Mal ausrücken (53967, minus 389). Das entspricht abermals rund 150 Notfällen täglich. „So eine hohe Einsatzdichte in einem hochkomplexen und risikobehafteten Umfeld ist nur durch die hohe Professionalität und das große Engagement der Crews möglich“, betonte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, bei der Vorstellung der Bilanz am Klinikum München Harlaching. Dort wurde im Beisein des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann auch der neue Jubiläumshubschrauber „50 Jahre Christoph“ präsentiert.

Unter den versorgten Patienten waren 2019 mit 58 Prozent wieder etwas mehr Männer als Frauen. Neun Prozent der Patienten waren ein Kind oder Jugendlicher. Auch bundesweit waren Verletzungen nach Unfällen mit 32 Prozent Einsatzursache Nummer eins, gefolgt von 29 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems und 15 Prozent neurologische Erkrankungen. Bei acht Prozent war ein Notfall des Atmungssystems wie akute Atemnot oder Asthma die Ursache.

Die meisten Einsätze in Bayern
Die Liste der Einsatzorte in den Bundesländern führt Bayern mit 12 557 Einsätzen an, hier befinden sich auch acht und damit die meisten der insgesamt 37 Stationen der fliegenden Gelben Engel. Hier sind die bayerischen Stationen der ADAC Luftrettung, aufgelistet nach Einsatzzahlen:

1. Christoph 18, Ochsenfurt (1968)
2. Christoph 15, Straubing (1710)
3. Christoph 1, München (1550)
4. Christoph 32, Ingolstadt (1545)
5. Christoph 65, Dinkelsbühl (1528)
6. Christoph 20, Bayreuth, (1486)
7. Christoph 40, Augsburg (1443)
8. Christoph Murnau (1319)

Nach Bayern folgen im Vergleich der Bundesländer Rheinland-Pfalz mit 7?951, Nordrhein-Westfalen mit 5?958 und Niedersachsen mit 5606 Einsätzen. Bei den Städten liegt weiterhin die Station in Berlin vorne. „Christoph 31“ flog in und um die Hauptstadt zu 2?467 Notfällen. Dahinter platzieren sich im bundesweiten Ranking die Stationen Wittlich (2186) und Koblenz (2088) in Rheinland-Pfalz sowie Ochsenfurt (1968) in Bayern. Leicht zugenommen haben mit 2 815 Einsätzen auch Rettungsflüge in der Dämmerung und bei Dunkelheit. Solche Einsätze fliegen die Crews der Stationen in Senftenberg in Brandenburg, Greven in Westfalen, Sanderbusch in Niedersachsen und Mainz in Rheinland-Pfalz. Möglich sind solche hochanspruchsvollen Rettungseinsätze unter anderem durch spezielle Nachtsichtbrillen. Sie sind Teil eines hochmodernen „Night-Vision-Imaging-Systems“, kurz NVIS genannt.

Luftrettung startete vor 50 Jahren in München
Bei ihrer Arbeit können die Crews auf die modernsten Rettungshubschrauber des Typs H145 und H135 von Airbus Helicopters zurückgreifen. Mit ihnen wurden 2019 rund 3,45 Millionen Kilometer zurückgelegt. Das sind rund 150 000 Kilometer mehr als ein Jahr zuvor. Die durchschnittliche Flugzeit bei einem Einsatz betrug 30 Minuten. Die Luftrettung in Deutschland wird in diesem Jahr 50 Jahre alt – und mit ihr die ADAC Luftrettung.


Die Erfolgsgeschichte der zivilen Luftrettung in Deutschland ist untrennbar verbunden mit der Erfolgsgeschichte der ADAC Luftrettung, die im November 1970 mit der Indienststellung von „Christoph 1“ ihren Lauf nahm. „Mit dem ADAC e.V. als Initiator und treibender Kraft sowie weiteren starken Partnern wurde ein weltweit einmaliges und nahezu flächendeckendes Netz von Rettungshubschrauber-Stationen aufgebaut, dem über die vergangenen 50 Jahre viele tausend Menschen ihr Leben verdanken“, sagte Dr. Andrea David, Vorstand der ADAC Stiftung.

Notfallmedizin im Wandel
Geschäftsführer Frédéric Bruder bedankte sich zum Auftakt der Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr für die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Leitstellen, Kliniken, Rettungsdiensten, den Aufgabenträgern im Land und den Kommunen sowie der Polizei und Feuerwehr. Die notfallmedizinische Versorgung der Menschen aus der Luft stehe in Deutschland vor großen Herausforderungen. „Klinikschließungen, Notarzt- und Pilotenmangel, Einsatzbeschränkungen für ältere Piloten, die Ausdehnung der Flugzeiten in die Abend- und Nachtstunden und die mangelnde medizinische Versorgung im ländlichen Raum wirken sich erheblich auf unser Arbeitsumfeld aus“, erklärte Bruder. „Auch die Möglichkeit, dank hochmoderner Navigationstechnik bei schlechter Sicht zu fliegen, Telemedizin und die Einsatzmöglichkeiten von bemannten Drohnen werden den Rettungsdienst in den kommenden Jahren vor Veränderungen stellen“. Dabei warnte Bruder vor noch mehr Kostendruck bei Ausschreibungen von Luftrettungsstationen. „Luftrettung ist Daseinsvorsorge. Bei der Rettung von Menschenleben darf es keinen ruinösen Preiskampf geben. Nicht das billigste Angebot, sondern die bestmögliche Versorgung der Patienten muss im Vordergrund stehen“.

Bundesweit arbeiten für die ADAC Luftrettung fast 1100 Personen – darunter rund 160 Piloten, etwa 250 Notfallsanitäter (TC HEMS) und rund 600 Notärzte. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten.

Die vorgelegte Bilanz ist auf Einsätze der ADAC Luftrettung begrenzt. Neben den Rettungsflügen von „Christophorus Europa 3“ auf bayerischem Gebiet fließen die Zahlen der Station „Lifeliner Europa 4“ im niederländischen Groningen nochmals in die Statistik für 2019 mit ein, für diesen Stützpunkt hat der ADAC die Hubschrauber zur Verfügung gestellt. Seit 1. Januar 2020 wird die Station von der befreundeten niederländischen ANWB Medical Air Assistance betrieben – und fällt damit aus der Bilanz 2020 im kommenden Jahr heraus.

Das goldene Jubiläum wird das ganze Jahr über von Veranstaltungen auf ADAC Luftrettungsstationen begleitet. Unter anderem auch mit einem Tag der offenen Tür am 17. Oktober 2020 an der Klinik München-Harlaching sowie am 30. November mit einem Festakt in München.

Über die ADAC Luftrettung gGmbH:
Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem und werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Seit 2017 ist die ADAC Luftrettung ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

 

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