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Südbayern | 05.02.2026

ADAC Staubilanz: Stau im Freistaat nimmt zu

Über 145.000 Kilometer Stau im Jahr 2025 +++ A3, A8 und A9 staureichste Autobahnen +++ Einzelstaus mit bis zu 55 Kilometer Länge

Keine Besserung in Sicht: Im Jahr 2025 mussten Autofahrer auf den bayerischen Autobahnen wieder viel Geduld mitbringen. Foto: ADAC Südbayern

Wie die ADAC Staubilanz 2025 zeigt, gehört Stau auf den Autobahnen zum Alltag im Freistaat. Sowohl die Gesamtlänge der Staus als auch die Staudauer stiegen an. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

München. Auf vielen Autobahnabschnitten im Freistaat ging 2025 phasenweise gar nichts mehr – das offenbart die ADAC Staubilanz 2025. Insgesamt verzeichnete der ADAC im vergangenen Jahr Staus mit einer Gesamtlänge von 145.622 Kilometer im Freistaat, ein Plus von rund 4700 Kilometer. Zur Einordnung: Das Autobahnnetz im Freistaat erstreckt sich über etwas mehr als 2500 Kilometer. Auch bei der zweiten wichtigen Kennzahl, der Staudauer, wurde ein leichter Anstieg verzeichnet. Registrierte der ADAC 2024 noch 62.681 Staustunden, waren es im vergangenen Jahr bereits 63.545 Stunden. Das entspricht einer Gesamtstaudauer von über sieben Jahren – allein auf den Autobahnen des Freistaats.
Im bundesweiten Vergleich entfielen 13,3 Prozent der Staustunden auf Bayern, bei der Länge waren es sogar 16,8 Prozent. Spitzenreiter in beiden Kategorien bleibt wie im Vorjahr Nordrhein-Westfalen.

Bis zu 55 Kilometer Stillstand

Blickt man auf die größten Einzel-Stauereignisse des Jahres, hat Bayern ganz klar die Nase vorn. Die größte der insgesamt 610 Verkehrsstörungen mit einer Gesamtlänge von mehr als 20 Kilometer ereignete sich auf der A7 Ulm in Richtung Füssen/Reutte. Zwischen Niederstotzingen und dem Kreuz Memmingen staute sich der Verkehr am Samstag nach den Weihnachtsfeiertagen auf einer Länge von bis zu 55 Kilometer. Am gleichen Tag ereignete sich auch die zweitlängste Verkehrsstörung des Jahres. Diese registrierte der ADAC auf der A9 Nürnberg in Richtung München. Zwischen Altmühltal und dem Autobahnkreuz Neufahrn kam es am 27. Dezember zu einem Stau mit einer maximalen Länge von 44 Kilometer. Ein weiterer Stau, der den Reisenden viel Geduld abverlangte, ereignete sich am 1. Juni, dem Sonntag nach Christi Himmelfahrt. Hier staute sich der Verkehr auf der A7 Füssen/Reutte Richtung Ulm tagsüber auf einer Länge von bis zu 34 km.

A3, A9 und A8 stauträchtigste Autobahnen in Bayern

Wie schon in den Vorjahren gab es auch 2025 klare Stauschwerpunkte und damit auch besonders stauanfällige Autobahnen. Im Freistaat waren das vor allem die A3, die A9 und die A8. Auf der A3 staute es sich im vergangenen Jahr auf einer Gesamtlänge von 24.980 Kilometer, gefolgt von der A9 mit 22.722 Kilometern und der A8 mit 20.652 Kilometern. Weniger besser sieht es rund um die Landeshauptstadt München aus. Denn auf dem vergleichsweise kurzen Abschnitt des Autobahnrings A99 registrierte der ADAC für 2025 Verkehrsbehinderungen mit einer Gesamtlänge von immerhin 16.170 Kilometer.
Um den Folgen des hohen Stauaufkommens entgegenzuwirken, haben einige Landkreise entlang der A8 und A93 im vergangenen Jahr erstmals zu einem neuen Mittel gegriffen. Mit Durchfahrtsverboten für einzelne Gebiete soll bei Stau auf den Autobahnen verhindert werden, dass der Ausweichverkehr für Verkehrsbehinderungen in den Ortschaften nahe den Autobahnen sorgt. Die Durchfahrtsverbote gelten an Freitagen, Samstagen, Sonn- und Feiertagen.

Timing macht großen Unterschied

Dass es beim Thema Stau nicht nur auf die Auslastung der speziellen Autobahn ankommt, zeigt ein weiterer Aspekt der ADAC Staubilanz an. Wie die Daten belegen, macht es mitunter einen großen Unterschied aus, wann man von A nach B unterwegs ist. Und dies gilt auf mehreren Ebenen. Auf das Jahr betrachtet war der Juli der staureichste Monat mit insgesamt 10.750 Einzelereignissen mit einer Gesamtlänge von 19.441 Kilometern und einer Staudauer von 8591 Stunden. Blickt man auf den Wochenverlauf, lässt sich ein klares Stauplateau von Dienstag bis Donnerstag erkennen. Im Schnitt lag 2025 der Donnerstag mit 287 Staus und einer durchschnittlichen Gesamtlänge von 482 Kilometer an erster Stelle. Wie bereits in den vergangenen Jahren spielt auch die Planung der Startzeit am Reisetag eine große Rolle. Werktags staute es sich im Freistaat 2025 vor allem in der Früh zwischen 6 und 9 Uhr, nachmittags befinden liegen die Stauspitzen zwischen 14 und 18 Uhr. Das zeigt, welchen starken Einfluss der Berufsverkehr auf das Staugeschehen hat.

Verkehrsaufkommen weiter auf dem Vormarsch

Wie in Bayern registrierte der ADAC auch bundesweit ein leichtes Plus bei Staukilometer (insgesamt 865.869 Kilometer, +6588 km) und Staudauer (insgesamt 478.154 Stunden, +30.375 Stunden). Auch für 2026 rechnet der ADAC mit einer leichten Zunahme des Verkehrsaufkommens auf den Autobahnen, was sich dann wieder in den Stauzahlen niederschlagen dürfte. Hinzu kommt die zwingend notwendige Modernisierung des Autobahnnetzes, die zu mehr Baustellen und dadurch einer weiteren Verschärfung der Stausituation führen kann. Wie hoch der Bedarf in diesem Bereich ist, erkennt man zum Beispiel an den Autobahn-Brücken. In den nächsten Jahren müssen rund 8000 Bauwerke saniert oder durch neue Brücken ersetzt werden.

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