Eine Woche vor Schulstart: ADAC Südbayern empfiehlt intensives Schulwegtraining für Erstklässler
Die meisten Kinder verunglücken morgens +++ Schulwegtraining erhöht die Sicherheit von Kindern +++ Eltern sollten die Strecke mehrfach zu den üblichen Schulzeiten üben +++ ADAC Südbayern gibt praktische Tipps

München. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern im vergangenen Jahr gestiegen. Die meisten Kinder verunglücken dabei in der Zeit zwischen 7 und 8 Uhr morgens, in der sie üblicherweise auf dem Weg zur Schule sind. Kurz vor dem Schulstart in Bayern appelliert der ADAC Südbayern daher an Eltern, den Schulweg ihrer Kinder intensiv zu trainieren. Besonders Erstklässler verfügen noch nicht über ausreichend Erfahrung, um Verkehrssituationen sicher einzuschätzen. Mehrfaches Üben der Strecke hilft dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und sichere Verhaltensweisen zu verinnerlichen.
„Kinder können Entfernungen und Geschwindigkeiten häufig noch nicht zuverlässig einschätzen. Wer den Schulweg gemeinsam übt und kritische Stellen erklärt, schafft mehr Sicherheit für den Schulstart“, sagt Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern.
Bei der Auswahl des Schulwegs sollte Sicherheit Vorrang vor Zeitersparnis haben. Empfehlenswert sind Strecken mit Ampeln, Zebrastreifen oder Schulweghelfern, auch wenn dadurch ein kurzer Umweg entsteht. Besonders wichtig ist es, das richtige Verhalten an Kreuzungen, Einmündungen und Fußgängerüberwegen zu trainieren.
Der ADAC Südbayern rät außerdem, den Schulweg möglichst zu den Zeiten zu üben, zu denen das Kind später tatsächlich unterwegs sein wird. So lernen die Kinder die realen Verkehrsbedingungen kennen und können sich besser orientieren.
„Kinder lernen Sicherheit durch Routine. Wer den Schulweg mehrfach unter realen Bedingungen trainiert, gibt seinem Kind Orientierung und Handlungssicherheit für den Alltag“, so Kreipl.
Sichtbarkeit spielt eine wichtige Rolle
Gerade am Morgen können schlechte Lichtverhältnisse die Sicht erschweren. Helle Kleidung sowie reflektierende Elemente an Schulranzen, Jacken oder Schuhen sorgen dafür, dass Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern früher erkannt werden.
Der ADAC Südbayern warnt zudem vor dem morgendlichen Bringverkehr direkt vor Schulen. Halte- und Wendemanöver von sogenannten Elterntaxis führen häufig zu unübersichtlichen Situationen und erhöhen das Unfallrisiko für Kinder. Der Automobilclub appelliert daher an die Eltern, nach Möglichkeit auf den Bringservice auch im Interesse ihrer Kinder zu verzichten, denn Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, lernen frühzeitig, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, und gewinnen zunehmend Selbstständigkeit.
Die wichtigsten Tipps des ADAC Südbayern auf einen Blick
- Schulweg spätestens jetzt mehrfach gemeinsam üben
- Den sichersten statt den kürzesten Weg wählen
- Gefahrenstellen gezielt besprechen
- Schulweg zu den späteren Schulzeiten trainieren
- Sichtbarkeit durch helle Kleidung und Reflektoren erhöhen
- Ausreichend Zeit für den Schulweg einplanen
- Nach Möglichkeit auf das direkte Vorfahren bis vor das Schultor verzichten
Der ADAC Südbayern empfiehlt Eltern, ihre Kinder auf dem Weg in die Schule zunächst zu begleiten und erst dann schrittweise mehr Eigenständigkeit zuzulassen, wenn die Strecke sicher beherrscht wird.
