ADAC Umfrage: Jeder Dritte in Bayern verzichtet auf Sommerurlaub
Ein Drittel der Bayern plant in diesem Jahr keinen Sommerurlaub +++ Für jeden Fünften haben Kriege, Krisen sowie gestiegene Energiepreise konkrete Auswirkungen auf die Reiseplanung +++ Dennoch bleibt die Mehrheit reisefreudig – mit einem klaren Fokus auf Ziele innerhalb Europas

München. Weltweite Krisen sowie gestiegene Benzin- und Kerosinpreise beeinflussen das Urlaubsverhalten der Menschen in Bayern. Dies belegt eine repräsentative Umfrage des ADAC Südbayern unter 1000 Personen im Freistaat. Wenige Wochen vor den bayerischen Sommerferien gibt ein Drittel der Befragten an, in diesem Jahr keinen Sommerurlaub zu machen. Rund jeder Fünfte (19,5 %) berichtet von konkreten Auswirkungen der aktuellen Weltlage auf die eigene Reiseplanung. 14,7 % haben gar nicht erst gebucht, 3,2 % haben umgebucht und 1,6 % ihre Reise storniert.
Wer verreist, setzt auf Ziele in Europa
Bei der Mehrheit bleiben die Urlaubspläne trotz Weltlage jedoch stabil. Entweder, weil sie ohnehin keine Reise geplant haben (28,7 %) oder ihre bestehenden Urlaubspläne nicht von den Auswirkungen betroffen sind (45,0 %). So plant die Mehrheit der Befragten im Zeitraum von Anfang Juli bis Ende September Urlaub zu machen. Besonders gefragt sind Ziele innerhalb Europas (30 %). Auch der Urlaub im eigenen Land steht hoch im Kurs: 11,9 % verbringen ihren Urlaub in Bayern, 6,8 % in einem anderen Bundesland. Außereuropäische Reisen spielen mit 5,2 % nur eine untergeordnete Rolle.
Bei der Wahl des Urlaubslandes verändert die aktuelle Weltlage die Prioritäten. Kosten (48,2 %), Wetter und Klima (46,5 %), Sicherheit (36,1 %) und Erholung und Wellness (26,2 %) sind nach Angabe der Befragten allgemein die wichtigsten Kriterien bei der Wahl ihres Sommerurlaubs. Angesichts von Kriegen, Krisen sowie Sprit- und Kerosinpreisen gewinnen Sicherheit und günstige Preise zunehmend an Gewicht. 37 % legen in diesem Jahr ganz besonderen Wert auf Sicherheit im Reiseland. Für 33,8 % sind günstige Preise ein entscheidender Faktor. Für immerhin 19,5 % sind gute Stornierungsoptionen wichtig.
Die Ergebnisse decken sich auch mit den Erfahrungen in den ADAC Reisebüros: „Im Sommer spielen Fernziele bei unseren Kunden grundsätzlich eine geringere Rolle. Gleichzeitig beobachten wir, dass Sicherheit und Preisbewusstsein stärker in den Fokus rücken“, so Maria Köller, Reisekoordinatorin beim ADAC Südbayern. „Viele wollen nicht auf ihren Urlaub verzichten und sind eher bereit, bei Ziel und Aufenthaltsdauer Kompromisse einzugehen. Flexible Stornierungsoptionen und eine gute Absicherung gewinnen in unsicheren Zeiten zusätzlich an Bedeutung – darauf weisen wir unsere Kunden gezielt hin.“
Kaum Veränderungen bei der Wahl des Reiseverkehrsmittels
Daneben hat der ADAC in seiner Umfrage auch ermittelt, inwiefern die aktuelle Weltlage sich auf die Wahl des Reiseverkehrsmittels auswirkt. Rund 71 % der Befragten geben hier an, dass sich ihre Präferenzen trotz Kriegen, Krisen oder gestiegener Energiepreise nicht verändert haben. Häufig genannte Gründe sind Gewohnheit und Bequemlichkeit, die Flexibilität, die das Reisen mit dem Auto mit sich bringt, sowie das Fehlen attraktiver Alternativen, beispielsweise aufgrund der Unzuverlässigkeit der Bahn. Lediglich 3,5 % der Befragten wollen aufgrund von Kraftstoffpreisen und Nachhaltigkeitsaspekten vermehrt den ÖPNV oder das Fahrrad nutzen. 1,9 % verzichten aus unterschiedlichen Gründen, wie gestiegenen Kosten, Sicherheitsbedenken, der aktuellen Krisenlage und Umweltschutz, auf das Fliegen. Damit bleibt das Auto auch im Reisesommer 2026 das Reiseverkehrsmittel Nummer eins.*
Zur Umfrage:
Der ADAC Südbayern ließ 1000 Personen in Bayern ab 18 Jahren im Zeitraum vom 05.06. bis 10.06.2026 online befragen. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 6,3 bis 7,4 Prozentpunkten je nach Fragestellung. Die Durchführung der Umfrage erfolgte durch Civey.
* Laut ADAC Mobilitätsumfrage Bayern 2023 ist das Auto mit Abstand das wichtigste Reiseverkehrsmittel im Haupturlaub. Die entsprechenden Werte haben sich bis heute kaum verändert.
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