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Südbayern | 14.10.2020

München bei Radwegen im Mittelfeld

Der ADAC testete 18 Strecken im Stadtgebiet. Dabei ging der Radweg von Großhesselohe bis zur Ludwigsbrücke am östlichen Isarufer als Münchner Sieger beim ADAC Radwegbreitetest 2020 hervor.

Testsieger in München: Der Radweg am östlichen Isarufer bietet viel Platz für Fahrradfahrer.

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München. Der Radweg von Großhesselohe bis zur Ludwigsbrücke am östlichen Isarrufer ist Münchner Sieger beim ADAC Radwegbreitetest 2020. Positiv bewerteten die ADAC Experten, dass die 7,20 Kilometer lange Route in weiten Teilen bis zu 3,70 Meter Breite aufweist und damit deutlich über dem geforderten Regelmaß liegt. 18 frequentierte Routen mit einer Gesamtlänge von 77 Kilometern haben die ADAC Tester in der bayerischen Landeshauptstadt abgefahren. 14 Wege erhielten das Testurteil „ausreichend“, was der Einhaltung der Mindestanforderungen entspricht, drei Strecken die Note „mangelhaft“. Grundlage für die Bewertungen waren die „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA 2010) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Nach diesen Richtlinien sollen zum Beispiel Radwege, die nur in einer Richtung befahren werden dürfen, mindestens 1,6 Meter breit sein, im Regelfall zwei Meter. Schmaler als die empfohlene Regelbreite ist beispielsweise der Radweg auf der Belgradstraße zwischen Petuelring und Rümannstraße, deutlich zu eng geht es auch auf der Offenbach- und Meyerbeerstraße, zwischen der August-Exter- und Verdistraße zu. Mit nur 1,40 Metern Breite liegt das 1,3 Kilometer lange Teilstück sogar unter dem Mindestmaß (Testurteil „mangelhaft“).

München im Bundesdurchschnitt
Insgesamt hat der ADAC 120 Routen in zehn deutschen Städten untersucht. München – mit rund 1,4 Millionen Einwohnern größte Teststadt – liegt im Bundesdurchschnitt im guten Mittelfeld und erhielt die Gesamtnote „ausreichend“. „Unsere Mobilität ist im Wandel, das zeigt sich auch am zunehmenden Fahrradverkehr in den Städten. Kurzfristige Maßnahmen wie Pop-up-Radwege sind keine nachhaltigen Lösungen, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Bei den Infrastrukturmaßnahmen der Zukunft bedarf es vielmehr ganzheitlicher, durchdachter Konzepte, die die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen“, fordert der verkehrs- und umweltpolitische Sprecher des ADAC Südbayern, Alexander Kreipl.

Breitere Radwege erhöhen die Sicherheit für den immer stärker wachsenden Radverkehr. Neben dem klassischen Fahrrad sind auch breite Lastenräder oder Anhänger und seit vergangenem Jahr auch E-Scooter auf den deutschen Radwegen unterwegs. Daher sollte nach Ansicht Kreipls beim Bau neuer Radwege auf die Einhaltung der Regelbreiten geachtet werden und die Mindestbreite nur eine Ausnahme sein. Für viel genutzte Radwege sollten bei der Planung außerdem Breitenzuschläge eingerechnet werden, um etwa sicheres Überholen auch breiterer oder unterschiedlich schneller Fahrzeuge zu ermöglichen.

Testsieger Kiel, Schlusslicht Mainz
Teststädte neben München waren Bremen, Dresden, Erfurt, Hannover, Kiel, Mainz, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden. Über alle Radwege hinweg konnten im bundesweiten ADAC Test nicht einmal 36 Prozent die jeweilige Mindestbreite erfüllen. Die Regelbreiten erreichte oder überschritt sogar nur jeder fünfte Radweg. Nur Kiel schnitt mit einem guten Gesamturteil ab. Hier ist keine der befahrenen Routen durchgefallen, knapp die Hälfte war „sehr gut“ oder „gut“. Anders in Mainz und Hannover: Beide Städte fielen mit einem „Mangelhaft“ durch den Test. In Mainz waren 70 Prozent der Routen mangelhaft oder sehr mangelhaft, in Hannover 58 Prozent. Wie München erhielten Bremen, Dresden, Erfurt, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden die Gesamtnote „ausreichend“. Neben oft unzureichend breiten Radwegen stellten die Tester beim Abfahren der Strecken auch andere Behinderungen fest: In einigen Städten werden Radfahrer durch falsch geparkte Autos, wuchernde Pflanzen, Bäume, Masten oder schlecht angebrachte Verkehrsschilder behindert. Hier liegt es an den Städten und Kommunen, auf frei befahrbare Radwege zu achten und Verstöße zu ahnden.

Die Teststrecken im Überblick:

Bogenhausen – Klinikum Rechts der Isar: Marienburger Straße --> Trogerstraße

Sendling-Westpark – Pasing-Obermenzing: Hansastraße --> Gräfstraße

Fasanerie – Willy-Brandt-Gesamtschule: Gustav-Schiefer-Straße --> Freudstraße

Altstadt/ Lehel – Au-Haidhausen: St.-Anna-Straße --> Welfenstraße

Perlach – Trudering: Putzbrunner Straße --> Barschweg

Nymphenburg – Schwabing: Menzinger Straße --> Clemensstraße

Schwabing – Innenstadt: Clemensstraße --> Tal

Innenstadt – Sendling: Tal --> Daiserstraße

Milbertshofen – Schwabing: Nietzschestraße --> Leopoldstraße

Pasing Arcaden – Obermenzing: Pasinger Bahnhofsplatz --> Rathochstraße

Moosach – Maxvorstadt (Universität): Dachauer Straße --> Geschwister-Scholl-Platz

Maxvorstadt (Hochschule) – Olympiapark: Lothstraße --> Conollystraße

Hauptbahnhof – Untergiesing: Hauptbahnhof – Gufidauner Straße

Milbertshofen (BMW) – Hauptbahnhof: Dostlerstraße – Hauptbahnhof

Großhesselohe – Altstadt-Lehel: Großhesseloher Brücke --> Ludwigsbrücke

Altstadt-Lehel – Gartenstadt Trudering: Ludwigsbrücke - Feldbergpark --> St.-Augustinus-Straße

Au-Haidhausen – Gießing: Welfenstraße --> Grünwalder Straße (Stadion)

Schwabing – Haidhausen Habsburgerstraße --> Rosenheimer Straße (Gasteig)
 

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