Hitze im Auto: Lebensgefahr für Kinder und Haustiere
Schneller Anstieg der Temperatur im Fahrzeug +++ Feuerwehr und Polizei alarmieren +++ Im Notfall: Scheibe einschlagen und Leben retten
München. Der Sommer hat bereits seine ersten Hitzeopfer gefordert. Erst diese Woche ist ein Kleinkind in einem überhitzten Auto gestorben. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen kam jede Hilfe zu spät. Dieser tragische Vorfall zeigt, wie gefährlich hohe Temperaturen für Kinder in Fahrzeugen sein können. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder im Wagen zurücklassen. Bei sommerlichen Außentemperaturen kann sich der Innenraum eines Autos jedoch schnell stark aufheizen – in kurzer Zeit sogar auf über 60 °C. Der ADAC warnt daher davor, Kinder und Haustiere allein im Fahrzeug zurückzulassen. „Innerhalb weniger Minuten kann ein verschlossenes Auto zur Todesfalle werden. Auch ein leicht geöffnetes Seitenfenster verhindert den Hitzestau im Fahrzeug nicht”, so der ADAC Südbayern.
Temperaturentwicklung im Wagen wird oftmals unterschätzt
Je nach Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur im Innenraum des Fahrzeugs binnen weniger Minuten um ein Vielfaches an. In der prallen Sonne können hierbei schnell 60 °C erreicht werden. Bei 28 °C Außentemperatur nähert sich die Temperatur im Auto bereits nach nur zehn Minuten der 40-Grad-Marke. Es hilft nicht, die Fenster einen Spalt zu öffnen. Der Temperaturanstieg wird dadurch kaum reduziert. Auch das Parken im Schatten ist keine verlässliche Lösung, da das Auto durch den sich ändernden Sonnenstand schnell wieder in der Sonne stehen kann.
Kinder sind besonders gefährdet, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend regulieren können und aufgrund ihrer geringeren Schweißmenge nicht genügend Wärme nach außen abgeben. Außerdem ist ihre Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht größer als bei Erwachsenen. Sie benötigen daher mehr Zeit, um sich an Hitze anzupassen. Steigt die Körpertemperatur über 40 °C, droht ein Hitzschlag, der für Kinder lebensbedrohlich sein kann. Der Hitzetod tritt ein, weil die Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und Herz und Kreislauf versagen. Ähnlich verhält es sich bei Tieren. Hunde oder Katzen können nicht wie Menschen schwitzen und ihre Körpertemperatur daher kaum regulieren.
So verhalten sich Passanten richtig
Passanten, denen ein in der Sonne geparktes Auto mit einem Kind auffällt, sollten zunächst an die Scheibe klopfen, um festzustellen, ob aus dem Innenraum noch eine Reaktion erfolgt. Anzeichen für eine Überhitzung sind beispielsweise ein hochroter Kopf, trockene oder gerötete Haut, ein stumpfer, apathischer Gesichtsausdruck, schnelle und flache Atmung sowie Bewusstlosigkeit. Ist das der Fall, sollte sofort die Polizei oder die Feuerwehr gerufen werden. Während man auf die Einsatzkräfte wartet, sollte man das Kind unbedingt im Auge behalten und beobachten, ob sich sein Zustand verschlechtert. Gleiches gilt bei Haustieren. Zeigen Tiere Anzeichen einer Überhitzung – beispielsweise starkes Hecheln –, oder reagieren sie nicht mehr auf Klopfen, ist die Alarmierung von Feuerwehr oder Polizei der richtige Schritt. Schließlich besteht auch hier Lebensgefahr.
Verschärft sich die Situation, bevor die Einsatzkräfte eintreffen, bleibt nur die Möglichkeit, sich durch Einschlagen einer Scheibe Zugang zum verschlossenen Fahrzeug zu verschaffen. Für diese sogenannte Nothilfe sollte man sich aber unbedingt Zeugen suchen oder die Situation mit Foto- oder Videoaufnahmen dokumentieren. Außerdem sollte die am weitesten vom Insassen entfernte Scheibe eingeschlagen werden.
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