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Südbayern | 19.12.2019

Gegenseitiges Ausspielen ist keine Lösung

ADAC kritisiert aktuelle Beschlüsse des Münchner Stadtrats

Fahrradstreifen sorgen an Hauptverkehrsstraßen für die Entstehung von künstlichen Staupunkten. Vielmehr muss die Gesamtsituation betrachtet werden und die Belange von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Pendlern berücksichtigt werden.

Die gestrige Vollversammlung des Münchner Stadtrats hat dem Bürgerbegehren ‚Radentscheid‘ zugestimmt. Der ADAC begrüßt die Anstrengungen zur Verbesserung des Radverkehrs in München. „Die Förderung des Radverkehrs ist richtig und wichtig, allerdings sollten sich die Verkehrsträger nicht gegeneinander ausspielen – vielmehr sollten die Stärken aller besser ausgebaut werden,“ sagt Alexander Kreipl, verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher des ADAC Südbayern. Massiver Handlungsbedarf besteht jedoch bei vielen Einzelmaßnahmen. Besonders kritisch sind dabei die Briennerstraße, Schwanthalerstraße und die Ludwigsbrücke zu betrachten. Hierbei handelt es sich um Hauptverkehrsrouten, deren Aufgabe es ist, den Verkehr zu bündeln und die Wohngebiete zu entlasten sowie eine der weniger Isarquerungen. „Durch die geplanten Maßnahmen wird der Verkehr nicht verflüssigt, sondern neue Stauschwerpunkte werden entstehen“, erklärt Kreipl.


ADAC fordert ganzheitliche Betrachtung
Was fehlt, ist ein Blick auf die Gesamtsituation, so sollten auch die Belange von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Pendler berücksichtigt werden. Zudem muss die Erreichbarkeit der Innenstadt auch weiterhin gewährleistet sein. Durch die Maßnahmen der Stadt ist außerderm zu befürchten, dass viele Autofahrer auf Wohngebiete ausweichen, was sich negativ auf die Wohnqualität auswirken wird. Letztlich fehlen Alternativen: „Wenn Parkplätze wegfallen, müssen neue Parkgaragen geschaffen werden, der öffentliche Nah- und Fernverkehr muss für Pendler attraktiver werden – es braucht schlichtweg ein Gesamtkonzept für München und das gesamte Umland“, fordert Kreipl. Die Landeshauptstadt ist aufgefordert, innovative Lösungsansätze zu finden, die einem starken Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehr gerecht werden.
Die angespannte Verkehrssituation in der Stadt resultiert auch aus den Versäumnisse der Vergangenheit. So ist München in den letzten Jahren stark gewachsen, der ÖPNV ist aber nicht ausgebaut worden. Als Beispiel nennt Kreipl Freiham, hier wurde ein neuer Stadtteil mit 25.000 Menschen ohne U-Bahn-Anschluss geplant und gebaut. „Es braucht einen konsequenten Ausbau der gesamten Verkehrsinfrastruktur“, fügt Kreipl abschließend hinzu.


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