Neubau der Luegbrücke: ASFINAG zieht positive Bilanz
Kein nennenswerter Rückgang des Verkehrsaufkommens +++ 180 Tage Zweispurigkeit +++ Bauvorhaben im Zeitplan

Mit dem Neubau der Luegbrücke auf der Brennerautobahn A 13 startete vergangenes Jahr ein Großprojekt, das auch viele bayerische Urlauber betrifft. Doch anders als befürchtet hinterlässt das erste Jahr der Baumaßnahmen einen erfreulich positiven Eindruck.
München. Das vergangene Jahr begann für Reisende mit einer Hiobsbotschaft. Seit Anfang 2025 wird der Verkehr lediglich auf einer Spur über die marode Luegbrücke auf der Brennerautobahn geführt. Grund hierfür: Nur mit dieser Einschränkung kann die Lebenszeit der Brücke bis zum Abschluss eines Neubaus verlängert werden. Um dem hohen Verkehrsaufkommen in den Reisezeiten gerecht zu werden, wurde ein spezielles System entwickelt, welches zumindest zeitweise in den Stoßzeiten eine zweispurige Verkehrsführung ermöglicht. Im vergangenen Jahr wurde dies an 180 Tagen ermöglicht.
„Dass wir auf einer derartig hochfrequentierten, wichtigen Strecke ein System anwenden, welches sicherstellt, dass Fahrzeuge über 3,5 Tonnen kreuzen müssen und über die linke, zentrierte Fahrspur die Brücke passieren, war für viele unvorstellbar. Wir haben es trotz aller Bedenken geschafft – mit viel Information, zwei Checkpoints, mit einem in die Fahrbahn eingebauten Waagen-System, umfassenden Anzeigen entlang der Strecke und einem gemeinsamen Maßnahmenbündel mit dem Land Tirol bzw. der Polizei“, so Stefan Siegele, Geschäftsführer der ASFINAG.
Anhaltend hohes Verkehrsaufkommen
Dass das Konzept der ASFING zum einen dringend nötig, zum anderen aber auch ein echter Erfolg war, zeigt ein Blick auf die Zahlen. So registrierte die ASFINAG im Jahr 2025 auf der Brennerautobahn 13,6 Millionen Fahrzeuge. Im Vergleich zum Jahr 2024 ein minimaler Rückgang von 4,49 Prozent. Während der Anteil an Lkw um 2,4 Prozent auf 2,4 Millionen anstieg, befuhren 2025 nur noch 10,9 Millionen Pkw die Brennerautobahn – ein Rückgang um sechs Prozent. Insgesamt wertet die ASFINAG dies als Ausdruck eines gelungenen Managements auf der Luegbrücke. Größere Umleitungen des Verkehrs hätten zu einem deutlich höheren Rückgang geführt.
Dementsprechend soll auch im laufenden Jahr am Konzept der zeitweise eingerichteten Zweispurigkeit festgehalten werden. Nach aktuellem Stand des Fahrkalenders 2026 sollen auch 2026 wieder rund 180 Tage Zweispurigkeit möglich sein – sowohl in Richtung Süden als auch in Richtung Norden.
Keine besonderen Stauvorkommnisse
Auch in puncto Stau gibt die ASFINAG Entwarnung. Trotz der generellen Einspurigkeit wurde keine Verschlechterung der Stausituation registriert. Dies lag wohl unter anderem an der gestiegenen Anzahl an Fahrverbotstagen für Lkw ab 7,5 Tonnen. Die weiterhin hohe Anzahl an Pkw, die vor allem in den Urlaubszeiten die Brennerautobahn befahren, haben aber natürlich auch 2025 zu zahlreichen Staus geführt. Insgesamt gab es aber kaum Abweichungen im Vergleich zu den Vorjahren. Ausnahmen waren unvorhersehbare Ereignisse wie Sperrungen infolge von Unfällen, die aber nicht mit den Baumaßnahmen und den verbundenen Einschränkungen in Verbindung stehen.
Ein kleiner Lichtblick ist trotz der Behinderung des Verkehrs schon zu erkennen, denn bislang läuft alles nach Plan. Zurzeit wird laut ASFINAG an der Pfeilergründung für die erste neue Brücke gearbeitet – diese erfolgen parallel talseitig zur bestehenden Brücke. „Die Arbeiten zur neuen Luegbrücke liegen im Zeitplan, wir gehen von einer Fertigstellung Ende 2027 aus. Dann enden auch die notwendigen Einschränkungen auf der Brücke“, erklärt Stefan Siegele.
Der ADAC Südbayern schließt sich der Bewertung der ASFINAG an. Dazu der verkehrs- und umweltpolitische Sprecher des ADAC Südbayern, Alexander Kreipl: „Die Brennerautobahn war schon immer ein Stauhotspot und sorgt vor allem auf dem Weg in den Süden immer wieder für Verzögerungen. Dass aber ein so ambitioniertes Bauvorhaben so reibungslos umgesetzt wird, ohne den Verkehrsstrom komplett auszubremsen, ist bemerkenswert.“
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