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Südbayern | 24.01.2019

Mega-Chance oder Riesen-Belastung?

Brenner Basistunnel-„Gipfel“ beim Jahrestreff des ADAC Südbayern. Seit 2008 wird gegraben, ab 2028 rasen Züge mit Tempo 230 von Innsbruck nach Südtirol. Der Brenner Basistunnel (BBT) wird die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt. Die Betreiber versprechen eine attraktive Alternative für den Gütertransport jenseits der Straße – und eine völlig neue Dimension des Reisens für den Personenverkehr.

Eine kontroverse, aber konstruktive Diskussion lieferten sich (von links) Tirols Landtags-Vizepräsident Anton Mattle, die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und Thomas Riedrich vom Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. Moderiert wurde der Abend von Dr. Manfred Ahlers (ZDF).

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In 25 Minuten durch die Alpen. Weniger schnell geht es allerdings mit dem Nordzulauf zu dieser neuen Strecke durch das bayerische Inntal voran. Der Widerstand aus der Bevölkerung ist so groß wie nie. Deswegen wollte der ADAC Südbayern bei seinem traditionellen Jahrestreff am Mittwoch in einer prominent besetzten Podiumsrunde die Frage erörtern: „Jahrhundertprojekt Brenner Basistunnel: Mega-Chance und Durchbruch oder Utopie und Riesenbelastung?“ Dabei diskutierten die Rosenheimer Politikerin Daniela Ludwig (MdB, Verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion), der Tiroler Landtags-Vizepräsident Anton Mattle und Thomas Riedrich vom Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. , der die Interessen diverser Bürgerinitiativen vertritt. Moderiert wurde der sachlich-kontroverse Abend von Dr. Manfred Ahlers (ZDF).

Bei seinem Jahrestreff greift der ADAC Südbayern immer ein relevantes und zukunftsweisendes Thema rund um die Mobilität auf. „Dieses Mal hätte es mit dem Brenner Basistunnel aktueller nicht sein können“, sagte Vorsitzender Dr. Gerd Ennser bei der Begrüßung der rund 75 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gesellschaft. Schnell wurde dabei klar, wie verfahren die Situation im Inntal ist. Braucht es neue Trassen, um künftig besser an den neuen Tunnel angebunden zu sein – vor allem, um mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bekommen? Stimmen die Prognosen für die künftige Auslastung? Wie kann die deutsche Politik es bewerkstelligen, den Spagat zwischen verkehrsinfrastrukturellen Aufgaben und dem berechtigen Schutz von Anwohnern und Natur zu schaffen?

Daniela Ludwig stellte klar: „Wir müssen darauf eine Antwort finden. Wie lange reicht die Bestandsstrecke und was gibt es darüber hinaus?“ Dies soll nun eine „Szenarienstudie 2030 bis 2050“ mit einer Reduzierung auf sechs mögliche Trassen durchs Inntal an den Tag bringen. Anton Mattle betonte: „Wir hatten im Vorfeld der Planung ebenfalls hitzige Debatten mit der Bevölkerung, aber durch viele Gespräche haben wir eine tolle umsetzbare Lösung gefunden, auf die wir heute sehr stolz sind.“ Das wirtschaftsstarke Deutschland müsse und könne es sich leisten, hier eine Lösung zu finden, die die Interessen von verkehrlicher Notwendigkeit und Schutz der Bürger unter einen Hut bringe. Dies ist auch die Forderung von Thomas Riedrich: „Wir werden auf alle Fälle im Dialog bleiben, mit uns kann man über alles reden.“ Dafür müsse aber die Politik ehrlich mit seriösen und vernünftigen Zahlen und Prognosen spielen. 

Kritik an Blockabfertigungen und Lkw-Fahrverboten
Kritik von Ludwig und vielen Interessenvertretern aus der Lkw-Branche gab es an den Blockabfertigungen und ausgeweiteten Fahrverboten seitens des Landes Tirol, die zu vielen Staus auf bayerischer Seite führen. Viele betrachten diese Maßnahmen als Druckmittel der Österreicher, damit die deutschen Nachbarn beim Ausbau des Schienennetzes das Tempo erhöhen. Mattle betonte, dass diese Maßnahmen notwendig seien, weil mittlerweile so viel Schwerlastverkehr über den Brenner fahre wie noch nie und dieser zu bestimmen Zeiten dosiert werden müsse. Am Ende waren sich alle einig, dass es zur Lösung dieser europäischen Verkehrsprobleme auf Straße und Schiene weniger gegenseitige Schuldzuweisungen, sondern ein besseres und konstruktiveres Miteinander geben müsse.

ADAC Südbayern stellt neuen Geschäftsführer Christoph Walter vor
Zum Abschluss der Veranstaltung informierte der ADAC Südbayern seine Gäste über eine wichtige Personalie. Holger Eggert (65), seit 39 Jahren im Regionalclub tätig und davon 21 in der Geschäftsführung, verabschiedet sich zum 1. Juli in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist bereits seit 1. Januar im Haus und stellte sich kurz vor: Christoph Walter (44) war Vorsitzender der Geschäftsführung der ADAC Truck Service GmbH & Co. KG, die sich mit großem Erfolg um die Pannenhilfe für Schwerlastverkehr ab 3,5 Tonnen kümmert. Ferner wirkte Walter bis dato als Vorsitzender des aktuell in 39 Ländern tätigen Nutzfahrzeug-Pannenhilfenetzwerks Europe Net. Bis zu Eggerts Ausscheiden führen die beiden die Geschäfte gemeinsam.

 

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