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Südbayern | 21.10.2026

Herbstliches Risiko auf nassen Straßen: ADAC Südbayern warnt vor Aquaplaning

Schon wenige Millimeter Wasser können zum Kontrollverlust führen +++ So erkennen Autofahrer die Gefahr, vermeiden kritische Situationen und reagieren im Ernstfall richtig

Aquaplaning-Gefahr: Verlieren die Reifen den Kontakt zur Fahrbahn, sollten Autofahrer Ruhe bewahren und hektische Lenk- sowie Bremsmanöver vermeiden.

München. Starkregen und nasse Fahrbahnen erhöhen im Herbst die Unfallgefahr auf Bayerns Straßen. Besonders tückisch ist Aquaplaning: Schon wenige Millimeter Wasser können dazu führen, dass Reifen den Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Der ADAC Südbayern warnt Autofahrer davor, die Gefahr zu unterschätzen, und rät zu angepasster Geschwindigkeit sowie regelmäßiger Kontrolle der Reifen.

„Aquaplaning entsteht, wenn die Reifen das Wasser auf der Fahrbahn nicht mehr ausreichend aufnehmen und ableiten können. Zwischen Reifen und Straße bildet sich ein Wasserfilm, auf dem das Fahrzeug aufschwimmt“, erklärt Michael Heckenstaller, Trainer der ADAC Fahrsicherheitszentren Südbayern. Besonders hoch ist das Risiko in Spurrillen, Senken, Unterführungen sowie auf Fahrbahnabschnitten, auf denen sich Regenwasser sammelt. Vor allem auf Autobahnen und stark befahrenen Landstraßen können sich durch die hohe Verkehrsbelastung Spurrillen bilden, in denen Wasser stehen bleibt. Deshalb sollte, sofern die Verkehrssituation es zulässt, möglichst seitlich versetzt zu den Spurrillen gefahren werden.

Geschwindigkeit und Reifen sind entscheidende Faktoren

Der häufigste Fahrfehler bei Nässe ist eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Mit zunehmendem Tempo steigt die Gefahr von Aquaplaning deutlich. Zusammen mit abgefahrenen Reifen oder zu geringem Reifendruck erhöht sich das Risiko zusätzlich.

Sommerreifen sollten mindestens 3 Millimeter, Winterreifen und Ganzjahresreifen mindestens 4 Millimeter Profiltiefe aufweisen. Auch der Reifendruck sollte regelmäßig kontrolliert werden. Treffen mehrere Risikofaktoren zusammen, kann Aquaplaning bereits ab etwa 60 km/h überraschend schnell auftreten. „Wer bei Regen trotz erkennbarer Gefahr zu schnell oder mit abgefahrenen Reifen unterwegs ist und einen Unfall verursacht, muss unter Umständen mit haftungsrechtlichen Konsequenzen rechnen“, warnt Verkehrsexperte Alexander Kreipl vom ADAC Südbayern.

Warnsignale für Aquaplaning sind unter anderem laute Wassergeräusche, Spritzwasser anderer Fahrzeuge, sichtbare Wasseransammlungen auf der Fahrbahn oder eine plötzlich schwammige Lenkung.

Richtige Verhaltensweise im Ernstfall

Kommt es zu Aquaplaning, sollten hektische Lenk- oder Bremsmanöver unbedingt vermieden werden. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren: Kupplung treten, den Fuß vom Gas nehmen und das Lenkrad möglichst gerade halten, bis die Reifen wieder Kontakt zur Fahrbahn haben. Fahrer mit Automatikgetriebe sollten dabei keinesfalls die Fahrstufe wechseln oder auf Neutral schalten. Assistenzsysteme wie ABS oder ESP stoßen während des Aquaplanings an ihre Grenzen, da ohne Fahrbahnkontakt die Grundlage für ihre Funktion fehlt.

„Taucht während des Aquaplanings ein Hindernis auf oder gerät das Fahrzeug ins Schleudern, ist eine Gefahrenbremsung erforderlich. Während des Aquaplanings selbst ist eine Verzögerung des Fahrzeugs wegen des fehlenden Fahrbahnkontakts zwar nicht möglich, sobald die Reifen jedoch wieder Haftung aufbauen, zählt jeder Meter“, betont Heckenstaller. Viele Fahrer bremsen in solchen Situationen nicht kräftig genug. Dabei kann eine konsequente Gefahrenbremsung auf nasser Fahrbahn den Anhalteweg gegenüber einem normalen Bremsvorgang deutlich verkürzen. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Gefahrenbremsung ist eine korrekte Sitzposition mit anliegendem Rücken und leicht angewinkelten Armen.

ADAC Fahrsicherheitstrainings bereiten auf Gefahrensituationen vor

„Wer Extremsituationen wie Aquaplaning in einem geschützten Umfeld erlebt und das richtige Verhalten trainiert hat, reagiert im Ernstfall deutlich souveräner und sicherer“, sagt Heckenstaller. Die ADAC Fahrsicherheitszentren Südbayern bieten an folgenden Standorten Fahrsicherheitstrainings an, in denen Gefahrensituationen im Straßenverkehr kontrolliert simuliert und die richtigen Reaktionsabläufe trainiert werden: Augsburg, Kempten, Regensburg, Ingolstadt, Landshut und Burgkirchen/Simbach (A).

Weitere Information unter adac-fahrtraining.de

 

Hinweis für Redaktionen

Hörfunk-O-Töne (Audio) und Footage-Material (Video) mit Timecodeliste und Interviews mit

- Fahrsicherheitstrainer Michael Heckenstaller vom ADAC Südbayern
- Verkehrsexperte Alexander Kreipl vom ADAC Südbayern

können Sie hier zur freien redaktionellen Verwendung herunterladen:

Medienpaket "Aquaplaning: Herbstliches Risiko auf nassen Straßen"

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