ADAC Test 2026: Kein bayerischer Rastplatz erreicht die Note „gut“
Unbewirtschaftete Rastplätze im Freistaat schneiden zwar etwas besser ab als der Bundesdurchschnitt – Vorbild sind sie dennoch nicht +++ Hauptproblem sind die Sanitäranlagen

München. Die Qualität unbewirtschafteter Rastplätze an Autobahnen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Das zeigt ein aktueller ADAC Test von Rastplätzen mit WC-Anlagen. Besonders ernüchternd aus bayerischer Sicht: Keiner der elf getesteten Rastplätze im Freistaat erreicht die Note „gut“. Die Ergebnisse reichen lediglich von „ausreichend“ bis „sehr mangelhaft“. Insgesamt hatte der Automobilclub 50 Rastplätze entlang deutscher Autobahnen getestet.
Bundesweit fällt fast jeder zweite getestete Rastplatz mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ durch. Ein „sehr gut“ wird überhaupt nicht vergeben. Hauptursache sind die Sanitäranlagen. Damit fällt das Ergebnis des Wiederholungstests nochmal deutlich schlechter aus als beim letzten Test vor vier Jahren. Knapp zwei Drittel der Anlagen deutschlandweit haben sich im Vergleich zu 2022 verschlechtert, nur acht Prozent konnten ihr Ergebnis verbessern. In Bayern sind die Entwicklungen sogar noch schlechter. Nur ein erneut getesteter Rastplatz konnte sein Niveau halten, alle übrigen haben sich seit 2022 verschlechtert.
Bayern leicht über Bundesniveau – aber ohne Spitzenreiter
Die elf getesteten Rastplätze im Freistaat erreichen im Durchschnitt zwar einen etwas besseren Wert als das bundesweite Mittel. Dennoch bleibt Bayern deutlich von einer Spitzenposition entfernt. Während bundesweit mehrere Anlagen die Bewertung „gut“ erzielen, findet sich unter den bayerischen Testobjekten kein einziger Rastplatz mehr in dieser Kategorie.
Bester bayerischer Rastplatz im Test ist Schlossberg an der A93 zwischen Pfreimd und Nabburg. Die Anlage erreicht mit „ausreichend“ bundesweit Rang zehn. Schlusslicht in Bayern ist Fuchsberg-West an der A8 zwischen Sulzemoos und Dachau/Fürstenfeldbruck mit der Bewertung „sehr mangelhaft“ (Rang 43). Hier tragen neben Mängeln im sanitären Bereich Einschränkungen aufgrund einer Baustelle zum negativen Ergebnis bei.
Neben Fuchsberg-West fallen auch die Rastplätze Fronberg Süd (A3), Mühlbuck West (A7) und Bärenholz West (A93) mit einem „mangelhaft“ durch.
Toiletten bleiben das größte Problem
Wie bereits im bundesweiten Ergebnis zeigen sich die größten Schwächen auch auf den bayerischen Rastplätzen bei den Sanitäranlagen. Zu den häufigsten Beanstandungen zählen verschmutzte Toiletten, fehlendes Toilettenpapier, fehlende oder defekte Seifenspender, nicht funktionierende Handtrockner sowie Mängel bei der Barrierefreiheit.
Parken meist ordentlich, Aufenthaltsqualität ausbaufähig
Positiv bewertet wurden auf vielen bayerischen Rastplätzen die Verkehrsführung, die Parkplatzanlagen sowie teilweise die Außenbereiche. In der Kategorie „Verkehr und Parken“ schneiden die Anlagen überwiegend ordentlich ab. Die Ergebnisse bestätigen damit einen bundesweiten Trend: Die grundlegende Verkehrsinfrastruktur funktioniert meist, während vor allem bei den Toiletten und der Aufenthaltsqualität erheblicher Verbesserungsbedarf besteht.
ADAC fordert Verbesserungen bei den Grundfunktionen
„Niemand erwartet auf einem unbewirtschafteten Rastplatz Luxus. Saubere und funktionierende Toiletten sowie ein sicherer Aufenthalt müssen aber selbstverständlich sein. Dass kein einziger getesteter Rastplatz im Freistaat die Note ,gut‘ erreicht, zeigt den Handlungsbedarf deutlich“, sagt Alexander Kreipl, verkehrspolitischer Sprecher des ADAC Südbayern.
Das bestätigt auch eine begleitende Nutzerbefragung. Für die Befragten ist Sauberkeit der mit Abstand wichtigste Aspekt eines Rastplatzes. Gleichzeitig wird sie als größtes Problem wahrgenommen. Entsprechend verhalten fallen die Nutzerbewertungen aus. 42 Prozent der Befragten sind mit den Gegebenheiten auf Rastplätzen (sehr) unzufrieden, nur 28 Prozent sind (sehr) zufrieden.
Der ADAC fordert daher insbesondere eine konsequentere Reinigung der Sanitäranlagen, die zuverlässige Wartung der technischen Ausstattung sowie Verbesserungen bei Beleuchtung und Notrufeinrichtungen. Zuständig für die Rastplätze an Autobahnen ist die Autobahn GmbH des Bundes.
Gleichzeitig sind jedoch auch alle Nutzer gefordert, einen Beitrag für ansprechende Rastplätze zu leisten. Leider ist Vandalismus an Rastplätzen ein zunehmendes Problem. Dies reicht von Graffitis und Aufklebern bis zu mutmaßlicher Zerstörung von Inventar. „Wie grobe Verschmutzungen fällt auch Vandalismus nicht vom Himmel. Es sind leider vermehrt Nutzer, die die Anlagen für andere Reisende oft nur noch schwer erträglich machen”, so Kreipl.


