ADAC Südbayern warnt vor deutlich mehr Stau durch ÖPNV-Streik
Nächste Warnstreiks im Münchner ÖPNV am Mittwoch +++ ADAC Analyse des letzten Streiktags zeigt, doppelt so viel Stau wie üblich +++ ADAC Südbayern gibt Tipps für Autofahrer

München. Anlässlich der aktuellen Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Verdi für den kommenden Mittwoch erneut Streiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angekündigt. Der ADAC Südbayern rechnet deshalb mit deutlich höherem Verkehrsaufkommen auf den Straßen sowie mit spürbaren Verzögerungen, insbesondere im Berufsverkehr.
Bestreikt werden in vielen Städten Busse, Tram und U-Bahnen. S-Bahnen sowie Regionalbahnen als Angebote der Deutschen Bahn werden dagegen nicht bestreikt und können als Alternative dienen.
Bereits frühere Streiktage haben gezeigt: Wenn große Teile des ÖPNV ausfallen, weichen viele Pendler auf das Auto aus. Das belastet die Verkehrsinfrastruktur zusätzlich und führt zu mehr und längeren Staus auf Autobahnen, Bundesstraßen und innerstädtischen Hauptachsen.
ADAC Stau-Analyse zeigt deutliche Effekte auf den Straßenverkehr
Um die Auswirkungen eines ÖPNV-Streiks auf den Straßenverkehr konkret zu bewerten, hat der ADAC Südbayern eine Stau-Analyse des letzten Streikmontags (2. Februar) im Vergleich zu den Montagen der drei Vorwochen (12. Januar, 19. Januar, 26. Januar) durchgeführt. Analysiert wurden die wichtigsten Autobahnen und Bundesstraßen für den Großraum München sowie die Entwicklung der Staus im Tagesverlauf.
München: Doppelt so viel Stau wie üblich
Die Analyse für München zeigt ein klares Bild: Am Streikmontag kam es zu deutlich mehr Stau als an vergleichbaren Montagen ohne Streik. Auf den untersuchten Strecken kam es zu 334 Stauereignissen mit einer Länge von 260 km und einer Dauer von 157,2 Stunden. Besonders betroffen waren die A99, die A8 und A9 sowie der Mittlere Ring (B2R). Der Durchschnitt der drei Vorwochen lag im Vergleich dazu bei lediglich 144,7 km Staulänge sowie einer Durchschnittsdauer von 69,5 Stunden. Wobei bereits dieser Wert aufgrund der widrigen Wetterbedingungen mit Eisregen am Montag, den 26. Januar von der Norm abweicht. Gleichwohl hat sich die Staulänge am Streiktag um 80 Prozent gesteigert und die Staudauer mehr als verdoppelt.
Besonders ausgeprägt waren die Auswirkungen des Streiks im morgendlichen Berufsverkehr. Früher als üblich kam es bereits ab 6 Uhr morgens zu erheblichen Staus und Verzögerungen, da viele Pendler versuchten vor den Hauptzeiten unterwegs zu sein. Erst zwischen 10 und 11 Uhr entspannte sich die Situation auf den Straßen über die Mittagszeit, ehe der Verkehr bereits am frühen Nachmittag wieder deutlich anzog. Insgesamt blieb die Lage im Tagesverlauf länger angespannt als an einem normalen Montag.
ADAC Südbayern: Autofahrer sollten sich gut vorbereiten
Die ADAC Analyse gibt einen Ausblick darauf, was Pendler und Autofahrer auch am kommenden Streikmittwoch erwarten dürfte. Ein Verkehrskollaps droht nicht, sehr wohl aber spürbar längere Fahrzeiten. Der ADAC Südbayern rät, sich frühzeitig auf die Situation einzustellen:
- Prüfen Sie für Ihre Region die aktuellen Not-Fahrpläne Ihres Verkehrsverbunds oder der lokalen Verkehrsunternehmen.
- Nutzen Sie S-Bahn und Regionalzüge, wo verfügbar, als Ausweichmöglichkeit.
- Planen Sie zusätzliche Zeit für Ihre Wege ein oder erwägen Sie Alternativen wie Fahrgemeinschaften oder das Fahrrad, wenn möglich.
- Sollte die Möglichkeit zu Homeoffice bestehen, kann dies eine gute Alternative sein. Beachten Sie jedoch, dass kein rechtlicher Anspruch auf Homeoffice besteht – klären Sie diese Möglichkeit unbedingt im Vorfeld mit Ihrem Arbeitgeber.
Betroffen sein werden neben dem Berufsverkehr auch die Fußball-Fans. Am Abend trifft der FC Bayern München zuhause im DFB-Pokal auf RB Leipzig. Die Anfahrt mit Linienbus und U-Bahn ist nicht möglich. Staus bei der An- und Abreise zur Allianz Arena sind vorprogrammiert.