Erste warme Tage, erstes Risiko: ADAC Südbayern ruft Motorradfahrer zu vorsichtigem Saisonstart auf
ADAC Fahrsicherheitstraining hilft, typische Frühjahrsunfälle nach der Winterpause zu vermeiden

München. Mit den ersten warmen Tagen zieht es wieder viele Motorradfahrer auf Bayerns Straßen – und damit steigt auch das Unfallrisiko zum Saisonauftakt. Der ADAC Südbayern warnt vor einem gefährlichen Mix aus überschätzter Routine und fehlender Fahrpraxis nach der Winterpause. „Motorradfahrer sollten langsam in die neue Saison starten und zunächst kürzere Strecken fahren. Ein Fahrsicherheitstraining hilft, nach der langen Pause wieder ein sicheres Gefühl für die Maschine zu entwickeln und typische Frühjahrsunfälle zu vermeiden“, betont ADAC Motorradtrainer David Dodaro vom ADAC Südbayern.
Häufigste Unfallursachen für motorisierte Zweiradfahrer
Die aktuelle Verkehrsunfallstatistik zeigt: Im Jahr 2025 ereigneten sich im Freistaat 8035 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern. Dabei wurden 6981 motorisierte Zweiradnutzer verletzt und 104 getötet. Überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und riskante Überholmanöver zählen zu den häufigsten Unfallursachen. „Je kurviger und anspruchsvoller die Strecke, desto gefährlicher ist sie meist. Schon kleine Fehler können schwerwiegende Folgen haben“, warnt David Dodaro. Hinzu kommt, dass besonders zu Saisonbeginn viele ihre Fähigkeiten überschätzen oder von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden.
Maschine fit machen: Check vor der ersten Ausfahrt
Vor der ersten Ausfahrt sollte das Motorrad gründlich überprüft werden. Nach der langen Standzeit empfiehlt der ADAC Südbayern, die Maschine sorgfältig zu reinigen und anschließend Batterie, Ölstand, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel zu kontrollieren. Auch Beleuchtung, Elektronik, Bremsen und Reifen müssen einwandfrei funktionieren. Eine ausreichende Profiltiefe und der richtige Luftdruck sind entscheidend für Grip und Bremsweg. Ebenso sollte die Antriebskette auf Verschleiß geprüft und frisch geschmiert werden.
Fahrer nach der Winterpause wieder fit machen
Doch nicht nur das Motorrad braucht Vorbereitung – auch der Fahrer. „Mit Ruhe starten und nicht unter Zeitdruck fahren, um sich wieder an Fahrdynamik und Reaktionsabläufe zu gewöhnen. Und: Die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen“, rät David Dodaro und ergänzt: „Motorradfahrer müssen unbedingt auch immer für andere Verkehrsteilnehmer mitdenken.“ Schlaglöcher, Rollsplitt und glatte Stellen in Waldstücken oder auf Brücken können zu Saisonbeginn zusätzliche Risiken darstellen. Motorradfahrer sollten außerdem damit rechnen, dass die Temperaturen mit zunehmender Höhe auf einer Passstraße deutlich sinken und Tauwasser auf der Fahrbahn gefrieren kann. Eine vollständige Schutzausrüstung mit ECE Helm, Protektoren und kontrastreicher Kleidung erhöht die Sicherheit deutlich. Moderne Airbag Westen bieten zusätzlichen Schutz.
Fahrsicherheitstraining als optimaler Saisonstart
Der ADAC Südbayern empfiehlt allen Motorradfahrern – auch Routiniers – zum Saisonstart ein ADAC Fahrsicherheitstraining. Dabei können Biker unter Anleitung erfahrener Trainer ihre Fahrtechnik auffrischen. Geübt werden unter anderem Blickführung in Kurven, Schräglagenwechsel, verschiedene Bremstechniken und Ausweichmanöver. Die ADAC Fahrsicherheitszentren Südbayern bieten Motorrad-Trainings an sechs Standorten an: Augsburg, Kempten, Regensburg, Ingolstadt, Landshut und Burgkirchen/Simbach (A). adac-fahrtraining.de
Appell an alle Verkehrsteilnehmer
Motorräder werden aufgrund ihrer schmalen Silhouette leicht übersehen, zudem wird ihre Beschleunigung häufig unterschätzt. Der ADAC Südbayern ruft daher sowohl Motorradfahrer als auch Autofahrer zu Rücksicht, Aufmerksamkeit und defensivem Verhalten auf. Wer vorausschauend fährt und die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzt, trägt entscheidend zu einer sicheren Motorradsaison bei.
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