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Südbayern | 11.02.2026

ADAC Luftrettung flog im vergangenen Jahr knapp 12.000 Einsätze in Bayern

Insgesamt 11.742 Alarmierungen im Freistaat +++ „Christoph 15“ Straubing flog 1699 Einsätze +++ Bedeutung von Einsätzen mit Rettungswinde nimmt weiter zu

"Christoph 15" kam im vergangenen Jahr auf 1699 Alarmierungen und liegt im südbayerischen Vergleich auf Platz 1. (Foto: ADAC Luftrettung gGmbH)

Die ADAC Luftrettung bleibt ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Wie die Bilanz der fliegenden Gelben Engel zeigt, bestritt die ADAC Luftrettung im vergangenen Jahr allein in Bayern 11.742 Einsätze.

München. Die fliegenden Gelben Engel der ADAC Luftrettung sind im Jahr 2025 bundesweit erneut zu rund 49.000 Notfällen ausgerückt. Das zeigt die Jahresbilanz am heutigen Tag des Notrufs. Im Schnitt ergeben sich pro Tag 134 Notfälle, bei denen die Lebensretter im Einsatz sind.

Die häufigsten Einsatzgründe waren in fast jedem dritten Fall (31 Prozent) Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und Verkehrsunfälle. Bei etwa jeder vierten Alarmierung (26 Prozent) lagen Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen vor. In 13 Prozent der Fälle diagnostizierten die ADAC Luftretter neurologische Notfälle wie zum Beispiel einen Schlaganfall, in acht Prozent war akute Atemnot oder Asthma die Ursache. Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche.

Hohes Einsatzniveau für bayerische Retter
Eine besondere Rolle in der Bilanz spielt der Freistaat Bayern. Hier registrierte die ADAC Luftrettung wie schon im Vorjahr die meisten Einsatzorte. Zwar sank die Zahl von 12.015 auf 11.742 in 2025 minimal, dennoch blieb sie auf einem ausgesprochen hohen Niveau. Auch die Einsatzzahlen der südbayerischen Stationen der ADAC Luftrettung waren minimal rückläufig, dafür erhöhte sich unter anderem die Zahl der hochanspruchsvollen Spezialeinsätze mit der Rettungswinde.

Die Einsätze der acht bayerischen Stationen im Überblick
Christoph 18 Ochsenfurt 1942
Christoph 15 Straubing 1699
Christoph 20 Bayreuth 1538
Christoph 1 München 1427
Christoph 40 Augsburg 1362
Christoph 65 Dinkelsbühl 1285
Christoph Murnau 1222
Christoph 32 Ingolstadt 1181

Christoph 15 Straubing
Im vergangenen Jahr rückte „Christoph 15“ Straubing insgesamt 1699-mal aus – im bundesweiten Vergleich landet die Straubinger Crew damit auf Platz fünf. Im Vorjahr wurde „Christoph 15“ noch 1814-mal alarmiert. Als eine von drei Windenstationen in Südbayern spielte diese Form des Spezialeinsatzes in Straubing eine große Rolle. Insgesamt rückte die Crew von „Christoph 15“ im letzten Jahr 108-mal zu einem Windeneinsatz aus.

Christoph 1 München
Die Münchener ADAC Luftrettungsstation am Klinikum Harlaching verfügt ebenfalls über einen Rettungshubschrauber mit Winde. Vergangenes Jahr wurden 100 Einsätze mit der Rettungswinde bestritten, ein Plus von 6,4 Prozent. Bei einem Großteil der insgesamt 1427 Alarmierungen ging es um Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfälle.

Christoph 40 Augsburg
Entgegen dem allgemeinen Trend konnte „Christoph 40“ in der Fuggerstadt leicht steigende Einsatzzahlen vermelden. Wurde die Luftrettungscrew 2024 noch 1358-mal angefordert, rückte „Christoph 40“ im vergangenen Jahr 1362-mal aus. Darunter auch sechs Einsätze in Baden-Württemberg und einer in Sachsen-Anhalt.

Christoph 32 Ingolstadt
Mit 1181 Einsätzen im Jahr 2025 nahmen die Einsatzzahlen der Crew von „Christoph 32“ in Ingolstadt im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent ab. Dennoch leistete die ADAC Luftrettungsstation einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Neben Unfällen zählten in der Ingolstädter Luftrettungsstation vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den wichtigsten Alarmierungsgründen (21 Prozent aller Einsätze).

Christoph Murnau
Seit einigen Jahren ist „Christoph Murnau“ Deutschlands Windenhubschrauber Nummer 1. Bei den insgesamt 1222 Einsätzen, die auf die Station in Bayern 2025 entfielen, kam allein bei 223 Alarmierungen die Rettungswinde zum Einsatz. Das demonstriert die gestiegene Bedeutung der Winde im Luftrettungs-Alltag. Für den in der Nähe der Alpen stationierten „Christoph Murnau“ gilt das noch mehr als bei den anderen beiden bayerischen Windenstationen.

Christophorus Europa 3
Eine Sonderstellung in der südbayerischen Luftrettungs-Familie nimmt „Christophorus Europa 3“ ein, der an der bayerisch/österreichischen Grenzen stationiert ist und im Winterhalbjahr von der ADAC Luftrettung und im Sommer vom ÖAMTC betrieben wird. Die Gelben Engel flogen im vergangenen Jahr 561 Einsätze, was einem minimalen Rückgang von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Mehr Einsätze mit Rettungswinde
Bundesweit stieg die Zahl der Windeneinsätze um fünf Prozent. Die Crews der sechs Windenstationen in München, Murnau, Straubing (alle Südbayern), Sande (Niedersachsen), Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und Hamburg flogen insgesamt 580 solcher Spezialeinsätze (Vorjahr 552). Die Winde mit 90 Meter Länge und einer Traglast von rund 250 Kilogramm ermöglicht an schwer erreichbaren Einsatzorten eine erheblich schnellere Versorgung und Rettung von Patienten. Die Windenhubschrauber stehen zudem in Katastrophenfällen zur Rettung von Menschen in Notsituationen zur Verfügung.

Die Flotte
Bei ihrer Arbeit können die Crews der ADAC Luftrettung je nach Region und Anforderung auf modernste Rettungshubschrauber der Typen H135 und H145 von Airbus Helicopters zurückgreifen. Die Maschinen des Typs H145 sind besonders für höhere Zuladung und weitere Strecken bei Patientenverlegungen geeignet. Die Helikopter des Typs H135 sind wegen ihrer geringeren Größe besonders für Notfälle im innerstädtischen Bereich geeignet. Sie sind besonders wendig und verursachen weniger starken Abwind beim Starten und Landen. Zudem sind sie günstiger in der Anschaffung und verbrauchen weniger Kerosin. In der Zukunft setzt die ADAC Luftrettung auf die neue Rettungshubschrauber-Generation H140 von Airbus Helicopters, die das Beste aus beiden bisherigen Modellen vereint.

ADAC Luftrettung Campus
Die neue Zentrale der ADAC Luftrettung befindet sich seit Oktober 2025 am Sonderflughafen EDMO in Oberpfaffenhofen bei München – am bedeutendsten Standort der Luft- und Raumfahrt in Deutschland. Der hochmoderne ADAC Luftrettung Campus vereint unter dem Motto „United in Safety“ das gesamte Leistungsspektrum der ADAC Luftrettung-Gruppe unter einem Dach: Flugbetrieb, Medizin, Forschung, Ausbildung, Training und Wartung sowie Verwaltung – das macht den neuen ADAC Luftrettung Campus zu einem in dieser Form auch international einmaligen Kompetenzzentrum für Hubschrauberpilotinnen und -piloten, Rettungsdienst und Notfallmedizin. Nachhaltig und energieeffizient ausgerichtet – inklusive eines multifunktionalen Veranstaltungsraums für Messen, Fachtagungen und Konferenzen für rund 300 Teilnehmende.

Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in Deutschland sicherzustellen, arbeiten für die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen bundesweit mehr als 1500 Menschen – darunter rund 180 Piloten und Pilotinnen, rund 670 Notärzte und Notärztinnen, 245 Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten. Die Station „Christophorus Europa 3“ in Suben, Österreich, wird gemeinsam mit dem ÖAMTC Christophorus Flugrettungsverein, Wien, betrieben. Die ADAC Luftrettung fliegt mit Hubschrauber und Piloten hier im Winterhalbjahr – im Sommer der ÖAMTC.

Über die ADAC Luftrettung gGmbH
Mit 60 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas mit bis heute mehr als 1,3 Millionen Einsätzen. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Die Crews der ADAC Luftrettung werden trainiert von der ADAC HEMS Academy GmbH. Die Wartung und technische Bereitstellung erfolgt über die ADAC Heliservice GmbH. Die ADAC Luftrettung ist ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

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