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Südbaden | 14.07.2026

Unbewirtschaftete Autobahn-Rastplätze im ADAC Test

Fast jeder zweite getestete Rastplatz fällt durch / Rastplätze Fischergrund und Oberfeld an der A5 mit „ausreichend“ bewertet

Im Rahmen eines aktuellen Tests hat der ADAC 50 unbewirtschaftete Rastplätze entlang der 15 längsten deutschen Autobahnen aus seinem Test 2022 wiederholt untersucht. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Rastplätze (46 Prozent) hat die Bewertung „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ erhalten, neun Plätze schnitten mit „gut“ ab. Die Bewertung „sehr gut“ erhielt kein einziger Rastplatz. Viel zu tun gibt es für die Betreiber im Bereich „Sanitäre Anlagen“ – in dieser Kategorie gab es die schlechtesten Bewertungen.

In Baden-Württemberg besuchten die Tester sieben Rastplätze, die von „gut“ bis „mangelhaft“ abschnitten. In Südbaden wurden die Rastplätze Fischergrund (A5, zwischen Dreieck Neuenburg und Efringen-Kirchen) und Oberfeld (A5, zwischen Kreuz Baden-Baden und Bühl) unter die Lupe genommen. Beim Rastplatz Fischergrund ist den Testern die Sauberkeit an Gehwegen, Fahrgassen sowie im Eingangsbereich des Toilettengebäudes positiv aufgefallen. Auch die Sauberkeit der Toiletten zählt zu den Stärken des Platzes.

Punktabzug gab es unter anderem für die sehr kurze Autobahnausfahrt, die fehlende Ausschilderung von Parkplätzen für Pkw mit Anhänger und Bussen, eine nur eingeschränkt bedarfsgerechte Behinderten-Toilette sowie die nicht ausreichende Beleuchtung der Parkbereiche für Pkw und Lkw.

Auch der Rastplatz Oberfeld konnte in vielen Punkten überzeugen: Neben der allgemeinen Sauberkeit der Außenanlage sind die Parkplätze für Busse und Lkw mit Anhänger getrennt, der Platz verfügt als einer von zwei Rastplätzen über einen Spielbereich für Kinder und einem zentral positionierten Notruf.

Abzüge gab es für die zum Testzeitpunkt dreckigen Toiletten, defekte Wasserhähne, nicht funktionstüchtige Seifenspender und Handtrockner sowie für die nicht ausreichend beleuchteten Parkflächen für Pkw und Lkw.

Der beste Rastplatz in Baden-Württemberg und bundesweit ist Linsenbühl in der Nähe von Mannheim an der A6. Am schlechtesten schnitten die die Rastplätze Spitzenrheinhof an der A61 in Rheinland-Pfalz und Stadtwald an der A3 in Hessen ab. Sie ließen alles vermissen, was Reisende bei einem Zwischenstopp an der Autobahn vorfinden sollten – saubere und geöffnete Sanitärbereiche sowie gepflegte und beleuchtete Außenanlagen.

Die größten Defizite der Rastplätze insgesamt zeigen sich bei den Toilettenanlagen: 62 Prozent der Rastplätze erhielten in der Kategorie „Sanitäre Anlagen“ die Bewertung „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Auf sechs Anlagen musste ein K.O. oder Teil-K.O. aufgrund gesperrter Toiletten ausgesprochen werden, ohne Hinweis an der Autobahn und ohne dass eine Alternative, beispielsweise ein mobiles Toilettenhäuschen, angeboten wurde. Oft sind aber auch schon grundlegende Funktionen nicht zuverlässig gewährleistet. So fehlen Seifenspender oder sind defekt, Handtrockner funktionieren nicht, Toilettenpapier ist (teilweise) nicht vorhanden und die Sauberkeit lässt zu wünschen übrig. Auch der bauliche Zustand und die Ausstattung der barrierefreien Toiletten entsprechen oft nicht den Erwartungen. Damit erweisen sich die Sanitäranlagen als zentrale Schwachstelle unbewirtschafteter Rastplätze, sind aber gleichzeitig der häufigste Grund für deren Nutzung.

Die Kategorie „Verkehr und Parken“ schneidet vergleichsweise positiv ab. Die meisten Rastplätze sind verkehrssicher angelegt. Verbesserungsbedarf besteht jedoch bei den Parkplätzen für Pkw mit Anhängern, Gespanne und Wohnmobil.

Die „Außenanlagen“ erreichen insgesamt nur ein ausreichendes Niveau. Zwar sind die grundlegenden Einrichtungen vorhanden, es mangelt jedoch häufig an Aufenthaltsqualität. Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz fehlen auf vielen Anlagen.

Auch in der Kategorie „Persönliche Sicherheit“ besteht Optimierungsbedarf. Defizite zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Toilettengebäude und der Notrufeinrichtungen. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt ein Notruf vollständig. Positiv bewertet der ADAC, dass auf allen Anlagen Handyempfang vorhanden ist und alle Toilettengebäude nachts beleuchtet werden.

Getestete unbewirtschaftete Rastplätze in Baden-Württemberg:

• Fischergrund (A5): „ausreichend“
• Oberfeld (A5): „ausreichend“
• Linsenbühl (A6): „gut“
• Kochertalbrücke Süd (A6): „gut“
• Im Rübholz (A8): „ausreichend“
• Kälbling West (A81): „mangelhaft“
• Neckarblick (A81): „ausreichend“

Gegenüber dem letzten Test von vier Jahren haben sich knapp zwei Drittel der Anlagen verschlechtert, nur acht Prozent konnten ihr Ergebnis verbessern. Die aktuellen Test-Ergebnisse zeigen deutlichen Handlungsbedarf, insbesondere bei den Sanitäranlagen. Aus Sicht des ADAC sollten alle Plätze ein hohes Maß an Sauberkeit, Sicherheit und Erholung bieten. Zuständig für die Rastplätze an Autobahnen sind die Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes.

Methodik
Die Tester des ADAC untersuchten die 50 unbewirtschafteten Rastplätze im März 2026 jeweils ein Mal zwischen 8 und 18 Uhr. Die Checkliste gliederte sich in die Kategorien „Sanitäre Anlagen“ mit einer Gewichtung von 50 Prozent, „Außenanlagen“ (25 Prozent), „Verkehr und Parken“ (15 Prozent) und „Persönliche Sicherheit“ (10 Prozent).

Detaillierte Informationen zum ADAC Test gibt es unter
www.adac.de/reise-freizeit/ratgeber/tests/unbewirtschaftete-rastplaetze-2026/

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