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Südbaden | 18.07.2016

Schaffen die deutschen (badischen) Motoballer die Titelverteidigung?

Das Geheimnis der badischen Motoball-Dominanz: Kleine Wege – kleine Maschinen - großer Erfolg!

Es ist die schnellste Mannschaftssportart der Welt! Acht 250ccm-Motorräder - zwei Torhüter - vier Mechaniker - ein 40 Zentimeter großer und rund 1 Kilogramm schwerer Lederball: Motoball ist nichts für Weicheier…

Wenn die Schiedsrichter die erste der vier mal 20-minütigen Spielzeit anpfeifen, beginnt auf dem meist asphaltierten Fußballfeld ein wildes und ohrenbetäubend lautes Spektakel. Einer der Spieler krallt sich den Ball, sichert ihn mit dem Fuß am Vorderrad und rast mit Vollgas (bis zu 80 km/h) Richtung gegnerisches Tor.

Was dann folgt, sieht so aus: jaulende Motoren, quietschende Reifen, Zweikämpfe Rad an Rad, Schulter an Schulter, abruptes Bremsen, Motorrad Herumreißen, Blockieren, Verhakeln und dadurch natürlich immer wieder unsanfte Abgänge vom Bike. Kurzum: Motoball fordert Mensch und Maschine zu absoluten Höchstleistungen!

„Motoball spielt eben nicht jeder“, sagt dann auch Holger Schmitt (38) – und grinst. Der ehemalige Leistungsträger des MSC Puma Kuppenheim und aktuelle Bundestrainer: „Wir sind noch richtige Kerle!“ Benjamin Walz (29) ergänzt: „Wir müssen schon einiges wegstecken!“ Der Nationalmannschaftskapitän zählt auf: „Blaue Flecken, Schürfwunden, mal ist der Lenker im Weg, mal ein Fuß zwischen den Motorrädern…“

Doch gerade die „richtigen Kerle“ aus der Südwestecke Deutschlands kümmert das wenig. Vielmehr zeigen sie dem Rest der Republik seit Jahrzehnten, was Sache ist. Die Teams aus Nord- und Südbaden beherrschen die Motoball-Bundesliga nach Belieben! Seit 1960 ging der Deutsche Meistertitel nur zwei Mal nicht ins Badische: 1970 und 2011 nach Leverkusen.

Hans Weber kennt einen Teil des Erfolgsgeheimnisses. „Im Ballungsraum Karlsruhe gibt es sechs Vereine mit einer Entfernung von maximal 50 Kilometer“, berichtet der 1. Vorsitzender des Serienmeisters Taifun Mörsch. "Dadurch haben wir seit jeher eine gewachsene Struktur - mit großem Publikumsinteresse, professioneller Vermarktung und viel Konkurrenzkampf!“

Teil zwei des badischen Erfolgsrezepts verrät Sabine Klütz, 1. Vorsitzende des MSC Ubstadt-Weiher. „Seit der Jahrtausendwende haben wir für unseren Nachwuchs eigens kleine 80ccm-Mopeds angeschafft. So lernen sie den Ein- und später den Umstieg viel besser.“ Fruchtet total: die letzten vier Meistertitel gingen alle an den MSC!

Und wenn Deutschland am 26. Juli in seinem ersten Spiel der Europameisterschaft 2016 im niederländischen Budel um 16.30 Uhr gegen Russland die „Mission Titelverteidigung“ angeht, könnte statt der Nationalhymne auch das Badner-Lied erklingen! Denn von den 14 deutschen Motoballern kommen 12 aus Nord- und Südbaden…
 

Schuss und Tor: auch bei der EM 2016 wollen die deutschen Motoballer wieder ins Schwarze treffen! Bild: Raymund Kunz

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