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Sachsen | 06.11.2020

ADAC Sachsen: Parken in Dresden darf nicht zum Luxus werden

Der ADAC Sachsen akzeptiert den Anstieg der Parkgebühren in Dresden, lehnt aber einen zu radikalen Preisaufschlag ab

Medien

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Dresden. In der Debatte um die Parkgebühren in Dresden brodelt es. Die Stadtverwaltung hat eine Preissteigerung vorgeschlagen, die nicht nur den Autofahrern, sondern auch den Fraktionen im Stadtrat sauer aufstößt. Eine Erhöhung um mindestens 100 Prozent – in manchen Bereichen sogar stolze 400 Prozent – sind mehr als nur eine leichte Anhebung. Das findet auch der ADAC Sachsen und spricht sich zwar für eine Anhebung der Parkgebühren aus, warnt aber davor, mit überhöhten Parkgebühren die Innenstadt gerade für Kunden des Einzelhandels unattraktiv zu machen.

Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik vom ADAC Sachsen erklärt: „Im Vergleich zu anderen Städten sind die aktuellen Parkgebühren in Dresden derzeit recht günstig. Eine Anhebung hat seit 2006 nicht mehr stattgefunden und wir können nachvollziehen das dies nun auch erfolgen muss. Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Preisstruktur schießt aber über das Ziel hinaus.“ 

Zu den Vorschlägen der Stadtverwaltung haben nun auch CDU und Linke konkrete Änderungsvorschläge eingebracht:


Übersicht Parkgebühren DD    Zone 1  Zone 2  
   StundeTagesticket Stunde Tagesticket 

aktuell gültig

Mo.-Sa. 8-201,50 €6,00 €   
 So. 0,50 €3,00 €    
 Mo.-Sa. 8-19  0,50 € 3,00 €
Vorschlag Verwaltung 0-24 3,00 €entfällt 2,00 € 8,00 € 
Vorschlag CDUMo.-Sa.0-242,10 € 10,00 € 1,00 €4,50 € 
 So.0-241,50 €4,50 € 0,00 € 0,00 € 
Vorschlag LinkeMo.-Fr.8-222,10 € 10,00 € 1,50 € 6,00 € 
 Sa./So.8-222,10 € 6,00 € 1,20 € 5,00 € 


Die Vorschläge von CDU und Linke sehen deutlich gemäßigte Änderungen vor und gehen für den ADAC in die richtige Richtung. Einziges Manko stellen die Cent-Beträge hinter dem Komma in den Gebühren dar. Helmut Büschke meint: „Das Arbeiten mit Beträgen im Cent-Bereich unterhalb der 50-Cent-Marke ist nicht praktikabel. Das führt schnell dazu, dass Automaten nicht mehr wechseln können und demnach ein deutlich höherer Aufwand für das Entleeren und Befüllen betrieben werden muss.“ Der ADAC Sachsen regt an, dass mehr Anreize für die bargeldlose Zahlung geschaffen werden sollten. Die Digitalisierung, in Form des E-Parkscheins der Stadt Dresden und überregionaler Anbieter, kann den Aufwand für die Stadt in puncto Bargeldentleerung deutlich senken. 

Wenn Parken zum Luxus wird
Alleine aus Umweltaspekten heraus ist eine autoarme Innenstadt natürlich wünschenswert, aber das Parken sollte damit nicht zum Luxusgut werden. Der Umstieg auf den ÖPNV und weitere Alternativen eignet sich auch nicht für jeden Kunden oder Besucher. „Eine drastische Erhöhung der Gebühren wird im Endeffekt dazu führen, dass Parken in der Innenstadt nur noch den sozial Stärkeren vorbehalten sein wird“, befürchtet Büschke. „Gleichzeitig werden Kunden an den Stadtrand gedrängt und der Einzelhandel in der Stadt wird geschwächt, wo man ihn doch stärken sollte.“ Das Schwinden des Einzelhandels kann auch dazu führen, dass der Stadt am Ende Gewerbeeinnahmen fehlen.

Parken und der ÖPNV
Mit dem Argument, dass Parken nicht günstiger sein darf als der ÖPNV, ist die Erhöhung ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Helmut Büschke argumentiert: „Zum Einen hat die Stadt es verpasst, seit 2006 die Parkgebühren regelmäßig anzupassen und versucht nun das Versäumnis auf einen Schlag auszugleichen. Man darf auch nicht vergessen, dass der Vergleich zwischen ÖPNV und Parkgebühren hinkt, da Autofahrer schließlich noch weitere Steuern und Gebühren zahlen.“

 

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