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Pfalz | 14.07.2026

Zwei rheinland-pfälzische Rastplätze fallen durch

ADAC Test 2026 Unbewirtschaftete Rastplätze an Autobahnen: Sanitäranlagen bleiben die größte Schwachstelle

Der ADAC hat im Rahmen eines aktuellen Tests 50 unbewirtschaftete Rastplätze an deutschen Autobahnen aus seinem Tests 2022 wiederholt untersucht. Das Ergebnis fällt dabei deutlich schlechter aus als beim letzten Mal: Fast die Hälfte der Rastplätze (46 Prozent) erhält die Bewertung „mangelhaft” oder „sehr mangelhaft”. Gleichzeitig halbierte sich der Anteil „guter“ Rastplätze: Er sank von 40 Prozent im Jahr 2022 auf nur noch 18 Prozent. Ein „sehr gut“ erreicht im aktuellen Test kein einziger Rastplatz. Knapp zwei Drittel der Anlagen haben sich im Vergleich zu 2022 verschlechtert, nur acht Prozent konnten ihr Ergebnis verbessern.

Zwei getestete Rastplätze in Rheinland-Pfalz „sehr mangelhaft“

Auch die beiden in Rheinland-Pfalz getesteten Rastplätze, Hundsheide und Spitzenrheinhof, fielen mit „sehr mangelhaft“ durch:

Beim Rastplatz Spitzenrheinhof an der A 61 zwischen den Anschlussstellen Speyer und Hockenheim führte das Fehlen der angekündigten Behinderten-Toilette vor Ort zu einer K.O.-Wertung in der Kategorie Sanitäre Anlagen; zusätzlich waren zwei von vier Unisex-Kabinen verschlossen, eine der beiden verbleibenden Toiletten war verstopft. Insgesamt zeigte sich der Toiletteninnenbereich in einem schlechten Zustand, zudem war ein Handtrockner defekt. Außen war der Parkbereich für Pkw schlecht beleuchtet.

An der Anlage Hundsheide an der A 61 zwischen den Anschlussstellen Laudert und Rheinböllen beanstandeten die Tester vor allem erhebliche Mängel bei den Sanitäranlagen: die Herrentoilette war ohne Ankündigung gesperrt, die Behindertenkabine war verschlossen, beide Seifenspender und einer von zwei Handtrockner in den Frauentoiletten funktionierten nicht, und die Bordsteine der Behindertenparkplätze waren nicht mehrheitlich abgesenkt. Zudem fehlen ausgewiesene Parkplätze für Pkw mit Anhänger und für Gespanne, und der Notruf ist nicht in zentraler Lage vorhanden.

Sanitäranlagen sind bundesweit größte Schwachstelle

Die größten Defizite zeigen sich auch bundesweit bei den Toilettenanlagen: 62 Prozent der Rastplätze erhalten in der Kategorie „Sanitäre Anlagen“ die Bewertung „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Auf sechs Anlagen musste ein K.O. oder Teil-K.O. aufgrund gesperrter Toiletten ohne vorherige Ankündigung an der Autobahn ausgesprochen werden. Oft sind aber auch schon grundlegende Funktionen nicht zuverlässig gewährleistet. So fehlen Seifenspender oder sind defekt, Handtrockner funktionieren nicht, Toilettenpapier ist (teilweise) nicht vorhanden und die Sauberkeit lässt vielfach zu wünschen übrig. Auch der Erhaltungszustand und die Ausstattung der barrierefreien Toiletten entsprechen oft nicht den Erwartungen. Damit erweisen sich die Sanitäranlagen als zentrale Schwachstelle unbewirtschafteter Rastplätze, sind aber gleichzeitig der häufigste Grund für deren Nutzung.

Die Kategorie „Verkehr und Parken“ schneidet dagegen erneut vergleichsweise positiv ab. Mit “gut“ erzielt sie das beste Kategorieergebnis im Test. Die meisten Rastplätze sind verkehrssicher angelegt. Verbesserungsbedarf besteht jedoch bei den Parkplätzen für Pkw mit Anhängern, Gespanne und Wohnmobile: Auf 38 Prozent der Anlagen fehlen entsprechende Parkmöglichkeiten. Nicht in der Wertung, aber eine auffällige Entwicklung: Auf acht der 50 Rastplätze waren Schrottautos abgestellt.

Die „Außenanlagen“ erreichen insgesamt nur ein ausreichendes Niveau. Zwar sind die grundlegenden Einrichtungen vorhanden, es mangelt jedoch häufig an Aufenthaltsqualität. Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz fehlen auf vielen Anlagen. Nur zwei der 50 getesteten Rastplätze verfügen über einen Spielplatz und keine der getesteten Anlagen bietet eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile.

Auch beim Sicherheitsgefühl besteht Optimierungsbedarf. Insgesamt erreicht die Kategorie „Persönliche Sicherheit“ lediglich ein ausreichendes Ergebnis. Defizite zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Toilettengebäude und der Notrufeinrichtungen. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt ein Notruf vollständig. Positiv bewertet der ADAC hingegen, dass auf allen Anlagen Handyempfang vorhanden ist und alle Toilettengebäude nachts beleuchtet werden.

Eine begleitende Nutzerbefragung bestätigt die Testergebnisse: Für die Befragten ist Sauberkeit der mit Abstand wichtigste Aspekt eines Rastplatzes. Gleichzeitig wird sie als größtes Problem wahrgenommen. 61 Prozent der Befragten nutzen Rastplätze vor allem deshalb, weil sie die nächstgelegene Möglichkeit für einen Toilettengangdarstellen. Entsprechend verhalten fällt die Zufriedenheit aus: 42 Prozent der Befragten sind mit den Gegebenheiten (sehr) unzufrieden, nur 28 Prozent sind (sehr) zufrieden.

Vandalismus verbreitet

Der ADAC dokumentierte darüber hinaus auf 96 Prozent der getesteten Rastplätze unterschiedliche Formen von Vandalismus: von Graffiti über die Zerstörung von Inventar bis hin zum Anbringen von Stickern – letzteres oft so exzessiv, dass Wegbeschilderungen nicht mehr lesbar waren.

Test zeigt Handlungsbedarf auf

Unbewirtschaftete Rastplätze erfüllen ihre grundlegende Funktion als Ort für eine Pause während der Fahrt. Die Ergebnisse zeigen jedoch deutlichen Handlungsbedarf, insbesondere bei den Sanitäranlagen. Saubere und funktionierende Toiletten, eine sichere Gestaltung und eine angemessene Ausstattung gehören aus Sicht des ADAC zur Grundversorgung von Rastplätzen und sollten auf allen Anlagen zuverlässig gewährleistet sein. Zuständig für die Rastplätze an Autobahnen sind die Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes.

Alle Infos zum ADAC Test 

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