Urlaubskasse schützen: ADAC Nordrhein warnt vor teuren Kostenfallen auf der Autoreise
Schon kleine Unachtsamkeiten kosten im Urlaub schnell mehrere hundert Euro. Wer sich vor der Reise über die wichtigsten Regeln im Urlaubsland informiert, erspart sich laut dem ADAC Nordrhein böse Überraschungen.

Verspätete Mautzahlungen, fehlende Zufahrtsgenehmigungen, überteuerte Tankstellen oder hohe Parkgebühren können die Urlaubskasse bei einer Autoreise unnötig belasten. Schon kleine Unachtsamkeiten kosten im Urlaub schnell mehrere hundert Euro. Der ADAC Nordrhein erklärt, wie Reisende typische Kostenfallen erkennen und vermeiden können. „Wer sich vor der Reise über die wichtigsten Regeln im Urlaubsland informiert, erspart sich unliebsame Post oder auch unangenehme Kreditkartenabbuchungen“, sagt ADAC Verbraucherschützer Tobias Paust.
Maut und Vignetten frühzeitig prüfen
In vielen europäischen Ländern sind Autobahnen, Brücken, Pässe oder Tunnel mautpflichtig. Dabei gelten unterschiedliche Systeme: Während zum Beispiel in Österreich, der Schweiz, Slowenien oder Tschechien Vignetten erforderlich sind, wird beispielsweise in Italien, Frankreich oder Kroatien streckenabhängig abgerechnet. Wer ohne gültige Vignette unterwegs ist oder an einer Mautstation versehentlich eine falsche Spur befährt, muss teilweise mit hohen Nachzahlungen oder Bußgeldern rechnen.
Der ADAC Nordrhein empfiehlt, Vignetten ausschließlich über offizielle Verkaufsstellen oder die jeweiligen staatlichen Internetseiten zu erwerben. Immer wieder treten dubiose Anbieter mit überhöhten Preisen oder zusätzlichen Bearbeitungsgebühren auf.
Auf Frankreichs Autobahnen muss die Maut bisher meist an Mautstationen entrichtet werden. Das Nachbarland möchte jedoch auf ein digitales System umstellen, die sogenannte „Free-Flow-Maut“ (Französisch: „péage en flux libre“). Laut ADAC Jurist Tobias Paust ist vielen Reisenden nicht bewusst, dass bereits erste digitale Mautbrücken aufgestellt wurden. Dort gibt es keine Mautstationen mehr, an denen Reisende vor Ort bezahlen können. Stattdessen werden die Kennzeichen elektronisch erfasst. Die Bezahlung muss innerhalb von 72 Stunden nach Befahren der Autobahn erfolgen – online, an Raststätten oder in Tabakläden. Bei einem Verstoß droht eine Strafe bis zu 375 Euro.
Umweltzonen nicht unterschätzen
Immer mehr Städte in Europa beschränken den Autoverkehr durch Umweltzonen oder Zufahrtsgenehmigungen. Wer beispielsweise ohne erforderliche Plakette oder Registrierung in Innenstädte fährt, riskiert in einigen Städten empfindliche Bußgelder. Besonders in Frankreich, Belgien, Spanien und Italien gibt es viele solcher Gebiete, in denen je nach Region unterschiedliche Vorschriften gelten.
In Frankreich etwa ist die Einfahrt in eine Umweltzone nur mit der sogenannten „Crit’Air-Vignette“ erlaubt, die nur online bestellt werden kann. Wer ohne die französische Umweltplakette in die Umweltzone fährt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 68 Euro rechnen.
Parken kann teuer werden
Auch beim Parken lauern Kostenfallen. Gerade in touristischen Regionen verlangen private Parkplatzbetreiber teilweise deutlich höhere Gebühren als kommunale Parkhäuser. Hinzu kommen oft schwer verständliche Tarifmodelle oder Zusatzkosten. Der ADAC Nordrhein empfiehlt, Parkmöglichkeiten möglichst vorab zu recherchieren und auf die Beschilderung sowie die Zahlungsbedingungen zu achten. Wer mit dem Smartphone bezahlt, sollte ausschließlich seriöse Park-Apps nutzen. „Zum Teil ist das vorherige Reservieren von Parkplätzen günstiger und unkomplizierter“, weiß ADAC Verbraucherschützer Tobias Paust.
Wichtig: Auch bei Parkscheiben gelten im Ausland teilweise andere Regelungen als in Deutschland. So darf etwa in Österreich eine deutsche Parkscheibe nicht genutzt werden. Hier werden Verstöße mit Bußgeldern von mindestens 21 Euro geahndet.
Clever tanken spart bares Geld
Auch beim Kraftstoff lassen sich auf Urlaubsreisen erhebliche Beträge sparen. Tankstellen direkt an Autobahnen gehören häufig zu den teuersten. Bereits wenige Kilometer abseits der Autobahn sinken die Preise deutlich. Vor einer Auslandsreise lohnt außerdem der Blick auf die Kraftstoffpreise hinter der Grenze. Wesentlich günstiger als in Deutschland tankt man zum Beispiel in Polen, Tschechien, Österreich, Kroatien, Belgien oder Spanien. In den Niederlanden oder Dänemark sind Diesel und Benzin in der Regel teurer. Je nach Reiseland können im Vergleich zu Deutschland Preisunterschiede von bis zu 60 Cent pro Liter auftreten. Zusätzlich empfiehlt der ADAC Nordrhein, vor Ort mit einer Kredit- oder Debitkarte in der Landeswährung zu bezahlen und angebotene Umrechnungen in Euro (Dynamic Currency Conversion) möglichst abzulehnen. Dabei werden häufig ungünstigere Wechselkurse berechnet.
Navi-Apps können hohe Kosten verursachen
Innerhalb der Europäischen Union gilt das „Roam like at home“-Prinzip. Telefonieren und Surfen kostet im EU-Ausland genau so viel wie zu Hause. In Ländern, die weder der Europäischen Union (EU) noch dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören, können jedoch bereits die Nutzung von Navigationsdiensten, Musik-Streaming oder automatische App-Updates hohe Mobilfunkkosten verursachen. Wer beispielsweise durch die Schweiz, nach Andorra oder in die Türkei reist, sollte laut dem ADAC Nordrhein vorab die Roaming-Konditionen seines Mobilfunkvertrags prüfen. Offline-Karten oder heruntergeladene Routen helfen, unnötige Kosten zu vermeiden.
Bußgelder im Ausland oft deutlich höher
Geschwindigkeitsüberschreitungen, Handyverstöße oder falsches Parken werden in vielen europäischen Ländern deutlich strenger geahndet als in Deutschland. Zudem werden Bußgelder innerhalb der EU zunehmend grenzüberschreitend – also auch in Deutschland – vollstreckt. Wer etwa in Norwegen 20 km/h zu schnell fährt, dem droht ein Bußgeld von 750 Euro. In den Niederlanden sind es mindestens 230 Euro, in Schweden mindestens 215 Euro. Die Handynutzung am Steuer wird in Norwegen mit 935 Euro geahndet, in den Niederlanden mit 440 Euro. Die niederländischen Behörden setzen inzwischen auch „Handy-Blitzer“ ein, um Handysünder am Steuer zu entlarven.
Der ADAC Nordrhein rät, sich bereits vor Reisebeginn über die wichtigsten Verkehrsregeln des Urlaubslandes zu informieren. Auch Vorschriften zu Warnwesten, Alkoholgrenzen oder Tempolimits unterscheiden sich teilweise erheblich.
Ein O-Ton-Paket (Audio) zur redaktionellen Verwendung können Sie hier herunterladen: https://cloud.adac-nrh.de/s/Zk8TbmokmromzCe
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