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Nordrhein-Westfalen | 19.06.2019

Teure ÖPNV-Tickets: NRW-Städte im ADAC Preisvergleich trauriger Spitzenreiter

Wer in den NRW-Metropolen mit dem ÖPNV unterwegs ist, muss im Vergleich zu anderen Bundesländern tief in die Tasche greifen. Der ADAC in NRW kritisiert die Preise.

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Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr sind in Nordrhein-Westfalen bis zu 78 Prozent teurer als in anderen Bundesländern. Das ist das Ergebnis des ADAC Preisvergleichs zum ÖPNV in 21 deutschen Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern. Bei vier der sieben relevantesten Ticketarten im jeweiligen Stadtgebiet sind NRW-Metropolen trauriger Spitzenreiter. „Eine derartige Preisgestaltung macht alle Anstrengungen für eine Verkehrswende in den Städten zunichte. So wird der Umstieg vom Auto auf den ÖPNV ganz sicher nicht attraktiver“, kritisiert Dr. Roman Suthold, Mobilitätsexperte des ADAC in NRW.

Eine Tageskarte für Erwachsene kostet in Köln und Bonn (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) 8,80 Euro und damit rund 70 Prozent mehr als beim günstigsten Anbieter in Stuttgart (5,20 Euro). Das Kurzstrecken-Ticket ist in den beiden Städten mit zwei Euro rund 43 Prozent teurer als in der Schwabenmetropole (1,40 Euro). Für eine Einzelfahrt zahlen Kinder in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) 1,70 Euro. Leipzig verlangt mit 1,20 Euro den niedrigsten Preis. Auch bei der Fahrradmitnahme müssen ÖPNV-Nutzer in den VRR-Städten mit 3,60 Euro tief in die Tasche greifen. In Frankfurt, Hamburg und Hannover dürfen Fahrräder kostenlos transportiert werden. Eklatante Preisdifferenzen gibt es auch bei der Monatskarte für Erwachsene: Köln und Bonn verlangen 98,50 Euro und damit 43,30 Euro (78 Prozent) mehr als München (55,20 Euro). Fast doppelt so teuer ist die Monatskarte mit 109,20 Euro in Hamburg.

Ursachen für die hohen Preisunterschiede in den Städten können zum Beispiel unterschiedliche Verkehrsangebote und Zielsetzungen städtischer Politik, der angestrebte Deckungsgrad bei den Kosten, die Beseitigung von Kapazitätsengpässen und damit verbundene Investitionen, qualitative Aspekte oder eine teilweise marode Verkehrsinfrastruktur sein. „Der Kunde sieht aber erst einmal nur den Preis, den er zu zahlen hat. Da kann es sich lohnen, nach speziellen Ticket-Varianten und Sonderregelungen zu suchen oder über die jeweiligen Webseiten und Apps digital zu zahlen“, erklärt Suthold.

Als Grund, warum sie keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen würden, nannten in einer ADAC Umfrage (2017) fast zwei Drittel der Teilnehmer zu hohe Ticketpreise und das Fehlen passender Angebote. Laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für den öffentlichen Personennahverkehr zwischen 2000 und 2018 um 79 Prozent gestiegen.

Hintergrund: Im Rahmen des Preisvergleichs hatte der ADAC die Tarifsysteme von 21 deutschen Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern überprüft, in denen sowohl Busse fahren als auch ein Schienennetz besteht, darunter Köln, Bonn (beide VRS), Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Wuppertal (alle VRR) und Bielefeld (VVOWL). Verglichen wurden die Preise der sieben relevantesten Ticketarten im jeweiligen Stadtgebiet: Einzelfahrt und Kurzstrecke für Erwachsene, Einzelfahrt für Kinder, Tages-, Wochen- und Monatskarte für Erwachsene sowie Ticket für Fahrräder. Diese Tickets waren weitgehend durchgängig in allen Städten erhältlich. Die für den Nutzer wichtigsten Konditionen der einzelnen Ticketarten unterschieden sich nur in kleinen Details und waren so gut vergleichbar. Recherchiert wurden die Preise auf den Webseiten der Verkehrsverbünde im Zeitraum vom 8. Januar bis zum 3. Mai 2019.

Mehr Infos zum ADAC Preisvergleich finden Sie unter www.adac.de/preisvergleich_oepnv.
 

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