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Nordrhein-Westfalen | 22.06.2022

ADAC: So sparen Autofahrer Sprit bei der Fahrt in den Urlaub

Der ADAC in NRW erklärt, wie Autofahrer (und Wohnmobilisten) bei ihrer Reise mit kleinen Tipps Sprit und damit Geld für den Urlaub sparen können.

Die hohen Spritpreise belasten in diesen Sommerferien die Urlaubskasse der Menschen stärker als in den vergangenen Jahren. Kurz vor dem Ferienstart in Nordrhein-Westfalen kostet ein Liter Diesel im Schnitt 2,05 Euro pro Liter (21.6.) und damit mehr als vor Einführung des Tankrabatts Ende Mai. Für Super E10 zahlen Autofahrer aktuell im bundesweiten Durchschnitt 1,893 Euro (21.6.). Das sind 5,1 Cent weniger als vor einer Woche. Zum Vergleich: Im Juli 2021 kostete E10 knapp 1,55 Euro und Diesel 1,39 pro Liter.

Laut ADAC in NRW nutzen auch 2022 die meisten Urlauber für die Anreise das Auto. Zwar nehmen Flugreisen nach Spanien, Griechenland oder Portugal zu, knapp 60 Prozent der Sommerurlauber fahren aber Umfragen zur Folge nach wie vor mit dem eigenen Fahrzeug in den Urlaub. Der ADAC in NRW erklärt, wie Autofahrer (und Wohnmobilisten) bei ihrer Reise mit kleinen Tipps Sprit und damit Geld für den Urlaub sparen können.

Laut ADAC in NRW nutzen auch 2022 die meisten Urlauber für die Anreise das Auto. Zwar nehmen Flugreisen nach Spanien, Griechenland oder Portugal zu, knapp 60 Prozent der Sommerurlauber fahren aber Umfragen zur Folge nach wie vor mit dem eigenen Fahrzeug in den Urlaub.

Der ADAC in NRW erklärt, wie Autofahrer (und Wohnmobilisten) bei ihrer Reise mit kleinen Tipps Sprit und damit Geld für den Urlaub sparen können.

1. Schon Abend vor der Abreise volltanken – am besten E10

Wer früh morgens mit dem Auto in den Urlaub startet, der sollte schon am Abend vorher das Fahrzeug volltanken. Denn: Abends ist das Tanken im Tagesverlauf deutlich günstiger als am Morgen. „Das Sparpotenzial bei der Wahl des richtigen Zeitpunktes ist momentan viel höher als im Vorjahr. Das gilt vor allem für Dieselfahrer“, erklärt ADAC Verkehrs-Experte Roman Suthold. Laut einer aktuellen Spritpreis-Analyse des ADAC ist Diesel abends bis zu 16 Cent günstiger als am Morgen. Bei Super E10 sind es immerhin bis zu zehn Cent. Am niedrigsten sind die Spritpreise im Tagesverlauf in der Regel zwischen 18 und 19 sowie 20 und 22 Uhr.

Für die Suche nach der günstigsten Tankstelle in der Umgebung oder entlang der Route empfiehlt der ADAC die Nutzung von Spritpreis-Apps.

Generell rät der ADAC dazu, E10 zu tanken: Der Biokraftstoff kostet auch in Hochpreisphasen fünf bis sechs Cent weniger an der Zapfsäule als Super E5. Nahezu alle Benziner ab November 2010 vertragen E10 ohne Probleme.

2. Gepäck genau überprüfen

Beim Packen lohnt es sich, genau zu checken, was im Urlaub tatsächlich gebraucht wird. Je mehr Gepäck mitgenommen wird, desto mehr Kraftstoff verbraucht das Auto. „Pro 100 Kilogramm werden bis zu 0,3 Liter mehr Sprit auf 100 Kilometern benötigt. Bei weiten Strecken, etwa bis nach Südeuropa, kommen da schon ein paar Liter Mehrverbrauch zusammen“, erklärt ADAC Techniker Heinz-Gerd Lehmann. Überflüssiges Gepäck bleibt besser in der Garage oder im Keller. Bis auf die Verpflegung für die Fahrt, können Getränke und Lebensmittel – je nach Preisniveau im Urlaubsland – auch vor Ort gekauft werden. Auf eine Dachbox sollte wenn möglich verzichtet werden. Laut ADAC Messungen steigt der Verbrauch mit einer Box bei Tempo 130 um rund 18 Prozent.

3. Luftdruck checken

Um nicht unnötig Sprit zu verbrauchen, sollten Autofahrer vor der Abfahrt unbedingt den Luftdruck der Reifen überprüfen. Wer viel Gepäck dabei hat und/oder mit mehreren Personen im Auto in den Urlaub fährt, der sollte den Reifendruck erhöhen. Schon 0,3 bar weniger als empfohlen steigern den Rollwiderstand und damit den Spritverbrauch, bei 0,5 bar sind das etwa fünf Prozent. Informationen zum richtigen Luftdruck für die entsprechende Beladungssituation finden Autofahrer meistens auf der Innenseite des Tankdeckels. „Wir empfehlen auf die Angaben des Herstellers noch 0,1 bis 0,2 bar draufzupacken. Dann ist man auf der sicheren Seite“, sagt ADAC Experte Lehmann.

4. Preise im Ausland vergleichen

Wenn die Reise ins Ausland geht, rät der ADAC in NRW, auch die Spritpreise jenseits der Grenze zu vergleichen. Wer etwa nach Dänemark reist, sollte von Deutschland aus mit möglichst vollem Tank über die Grenze fahren. Hier kostete im Juni der Liter Super E10 zeitweise über 50 Cent mehr als in Deutschland. Diesel kostete etwa 20 Cent mehr pro Liter. Gleiches gilt für Reisen in die Niederlande oder Frankreich, wo Autofahrer derzeit deutlich mehr fürs Tanken bezahlen müssen. Wer nach Österreich oder Italien reist, der spart derzeit vor Ort im Vergleich zu Deutschland kaum etwas. Anders sieht es in den osteuropäischen Reiseländern: In Kroatien, Slowenien, Polen oder Ungarn ist das Tanken deutlich günstiger als in Deutschland. So können Urlauber auch beim Nachtanken während einer längeren Autofahrt viel Geld sparen. Teilweise sind 20 bis 40 Euro Ersparnis pro Tankfüllung möglich.

5. Fahrweise anpassen

Autofahrer können durch eine optimierte Fahrweise etwa 20 Prozent Sprit einsparen. Bei der Fahrt auf der Autobahn gilt generell: Je schneller man fährt, desto mehr Sprit verbraucht man. Bei Geschwindigkeiten jenseits von 120 bis 130 km/h steigt der Spritverbrauch wegen des hohen Luftwiderstands überproportional stark an. „Wer mit einem Mittelklassewagen 160 statt 100 km/h fährt, verbraucht bis zu zwei Drittel mehr Sprit. Bei manchen Fahrzeugen ist es sogar doppelt so viel“, sagt ADAC Experte Lehmann. Empfehlenswert ist also ein Bereich zwischen 100 und 120 km/h. „Alles über 130 km/h kostet Express-Zuschlag“, sagt Lehmann. Der Tempomat hilft, gleichmäßig und mit konstanter Geschwindigkeit zu fahren.

Ansonsten gilt mit Ausnahme von Autobahnauffahrten, Überholmanövern oder Steigungen: Früh hochschalten, zwischen 1500 und 2000 Umdrehungen, und im hohen Gang bei niedriger Drehzahl fahren. Wenn möglich, wenig bremsen und stattdessen den Fuß vom Gas nehmen. Dann arbeitet die Motorbremse, die Schubabschaltung ist aktiv und es wird kein Sprit verbraucht.

6. Klimaanlage und Co. mit Bedacht nutzen

Eingeschaltete elektrische Geräte wie Klimaanlage, Lüftung und Co. verbrauchen Sprit. Je länger sie eingeschaltet sind, desto höher der Kraftstoffverbrauch. Wer die Klimaanlage ausmacht, spart je nach Fahrzeugmodell, Technik und Einsatzbedingungen etwa 0,3 bis 1,5 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. „Natürlich kann man gerade im Sommer die Klimaanlage nutzen. Bei starker Hitze im Auto leidet ansonsten schnell die Konzentrationsfähigkeit. Aber es muss ja nicht im Dauerbetrieb auf höchster Stufe sein“, rät Lehmann. Wichtig: Die Klimaanlage nicht zu kalt einstellen, optimal sind etwa 22 bis 25 Grad, sonst drohen Kreislaufprobleme und eine Erkältung.

7. Besser abseits der Autobahn oder an Autohöfen tanken

Geht der Sprit während der Fahrt auf der Autobahn zu neige, sollte der Tank entweder an Autohöfen oder in nahegelegenen Ortschaften abseits der Autobahn wieder aufgefüllt werden. Laut ADAC Preisvergleich (2021) war das Tanken an Autohöfen im Durchschnitt etwa 25 Cent günstiger als an Raststätten. Teilweise verlangten Autobahn-Tankstellen sogar bis zu 39 Cent mehr pro Liter Kraftstoff. „Wer sparen will, tankt vor Reisebeginn in der Stadt und nicht erst kurz vor oder auf der Autobahn“, rät Verkehrsexperte Roman Suthold. „Wenn während der Reise getankt werden muss, dann lohnt es sich, den Autohof statt die Raststätte anzusteuern. Die Tankstellen auf den Autohöfen haben meistens ein ähnliches Preisniveau wie die Tankstelle im nächsten Ort.“

8. Heckträger statt Dachträger

Wer Fahrräder in den Urlaub mitnehmen möchte, der kann bei der Wahl des Trägersystems einiges an Sprit einsparen. „Mit einem Fahrradträger auf dem Dach und zwei montierten Rädern können Autos bis zu 40 Prozent mehr Sprit verbrauchen“, erklärt Heinz-Gerd Lehmann. Mit einem Träger auf der Anhängerkupplung liegt der Mehrverbrauch laut ADAC bei „nur“ rund 18 Prozent. Urlauber, die mit dem Dachgepäckträger verreisen, sollten diesen für Fahrten ohne Räder am Urlaubsort abmontieren. Auch ohne Fahrräder sorgt ein Dachgepäckträger für etwa fünf Prozent mehr Spritverbrauch.

9. Wohnmobil: Gewicht sparen – Wassertanks erst vor Ort befüllen

Beim Wohnmobil gilt wie beim Auto: Je höher das Gesamtgewicht, desto höher der Verbrauch. Im Camper gibt es mehrere Möglichkeiten, Gewicht und damit auch Sprit einzusparen. Toiletten- und Wassertanks sollten erst am Urlaubsort komplett befüllt werden. Urlauber sollten nur so viele Konserven, Glasbehälter und Getränke wie nötig einpacken. Auch mit Campinggeschirr aus Edelstahl, Bambus oder Titan statt Glas und Keramik sowie Gasflaschen aus Aluminium statt aus Stahl lässt sich das Gewicht etwas verringern. Bei der Fahrzeugwahl für künftige Urlaube sollte beachtet werden, dass die verschiedenen Aufbauformen eines Wohnmobils unterschiedlich viel Sprit verbrauchen. So verbraucht ein Alkoven-Wohnmobil drei bis vier Liter mehr Kraftstoff auf 100 Kilometern als ein Kastenwagen.

Ein O-Ton-Paket (Audio) zur redaktionellen Verwendung können Sie hier herunterladen: https://cloud.adac-nrh.de/s/nAfjnXEq7YqrRBe
 


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