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Nordrhein-Westfalen | 25.03.2020

Schwere Motorradunfälle in NRW: ADAC Nordrhein fordert mehr Vorsicht

Hauptunfallursache ist nach wie vor zu schnelles Fahren. Deshalb gilt: runter vom Gas. Auto-, Motorrad- und auch Fahrradfahrer müssen sich zudem erst wieder aneinander gewöhnen.

 Der ADAC Nordrhein rät Motorradfahrern, die angesichts der vielen Sonnenstunden erstmals in diesem Jahr aufs Zweirad steigen, zu besonderer Vorsicht. „Leider gab es in den vergangenen Wochen bereits mehrere schwere Verkehrsunfälle. Eine der Hauptursachen ist nach wie vor zu schnelles Fahren. Deshalb gilt ganz klar: runter vom Gas“, appelliert Frank Höher. Auto-, Motorrad- und auch Fahrradfahrer müssten sich nach den Wintermonaten zudem erst wieder aneinander gewöhnen. „Defensiv und vorausschauend ist unverzichtbar“, erklärt der Motorrad-Experte.

Aufgrund der schmalen Silhouette sind Motorradfahrer für andere Verkehrsteilnehmer gerade beim Abbiegen oft schlecht sichtbar. Höher empfiehlt, stets Blickkontakt zu Pkw-, Lkw- oder Busfahrern zu suchen. „Im Zweifel sollte man bei einem abbiegenden Lkw oder Bus lieber dahinter bleiben“, rät er. Nur wenige dieser Fahrzeuge verfügen schon über Abbiegeassistenten, die, das fordert der ADAC Nordrhein, eigentlich zur Serienausstattung gehören sollten. Die EU schreibt solche Systeme allerdings erst ab 2024 für alle neu zugelassene Lkw und Busse vor, für neue Fahrzeugtypen gilt die Pflicht ab 2022.

Ebenfalls wichtig für den Start in die Motorradsaison: Immer bremsbereit sein, in Kurven Abstand zum Mittelstreifen halten und die Geschwindigkeit stets dem Streckenverlauf, der Verkehrsdichte und dem eigenen Können anpassen. „Besonders gefährlich sind auch nicht behobene Fahrbahnschäden, Rollsplit sowie morgendliche Glätte nach einer frostigen Nacht“, weiß Höher. Gefährlich wird es auch, wenn nach einigen trockenen Frühlingstagen wieder Regen fällt. „Auf der Straße bildet sich durch Ablagerungen ein Schmierfilm, dem kaum einer entkommen kann. Dann helfen drei Dinge: Geschwindigkeit anpassen, Schräglage vermeiden und keine hektischen Lenkbewegungen machen“, erklärt Höher.

Der Fachmann des ADAC Nordrhein weist darauf hin, auch den Fitness-Aspekt beim Motorradfahren nicht zu unterschätzen. „Es macht Sinn, mit kürzeren Fahrten auf sicherem Terrain wieder einzusteigen. Außerdem lässt sich die Kondition durch gezieltes Training wieder aufbauen.“ Genauso wichtig ist ein Technik-Check der Maschine: Reifendruck und -profil, Bremsen, Licht, Motoröl, Kühlmittel und Antrieb sollten vor der ersten Fahrt kontrolliert werden. Zur unverzichtbaren Motorrad-Kleidung gehören Helm, Handschuhe, eine Kombi mit Protektoren, Motorradstiefel und Nierengurt. Reflexionsstreifen an der Kleidung schaffen eine bessere Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer.

Der Motorrad-Experte des ADAC Nordrhein sieht auch die Autofahrer in der Pflicht: „Das Tempo der Motorräder wird häufig unterschätzt. Man kann es nicht oft genug sagen: Mehr Partnerschaftlichkeit und eine defensive Fahrweise können viele potenzielle Unfallsituationen schon im Vorfeld entschärfen und Kollisionen verhindern.“

Motorradtouren in NRW: Der ADAC stellt unter www.adac.de/motorradland-nrw zahlreichen NRW-Touren kostenlos zur Verfügung. Mit dem Angebot „NavBikeTour“ können sich Motorradfahrer komplett über die Sprachausgabe ihres Navigationssystems leiten lassen. So entfällt während der Fahrt der riskante Blick auf die Tourenkarte.

O-Ton-Paket (Audio) zur redaktionellen Verwendung: https://cloud.adac-nrh.de/s/gZy49cMgJoFKe9k


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