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Nordrhein-Westfalen | 25.08.2026

Schulstart in NRW: ADAC gibt Tipps für einen sicheren Schulweg

170.000 Erstklässler starten in NRW ins Schulleben. Der ADAC gibt Tipps, wie Eltern ihre Kinder gut und sicher auf Schulweg vorbereiten und erklärt, warum Elterntaxis gefährlich sind.

Ein Vater begleitet zwei Kinder mit gut sichtbarer Warnweste auf dem Weg zur Schule.
Mit gut sichtbarer Warnweste auf dem neuen Weg zur Schule: Mit Reflektoren am Schulranzen und Kleidung oder einer Sicherheitsweste sind Kinder auch bei schlechter Sicht bis zu 140 Meter weit zu erkennen.

Für rund 170.000 Mädchen und Jungen in Nordrhein-Westfalen beginnt ab dem 2.September die Schulzeit – und damit auch ein neuer täglicher Weg. Damit die Kinder sicher und zunehmend selbstständig zur Schule kommen, empfiehlt der ADAC in NRW, den Schulweg schon vor dem ersten Schultag gemeinsam zu üben. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst schnell ans Ziel zu kommen, sondern möglichst sicher.

„Eltern sollten eine Route mit möglichst wenigen Gefahrenstellen auswählen. Ein kleiner Umweg kann die bessere Wahl sein, wenn sich dadurch beispielsweise unübersichtliche Kreuzungen oder schwierige Straßenüberquerungen vermeiden lassen“, sagt ADAC NRW Verkehrsexperte Roman Suthold.

Unter realen Bedingungen üben


Idealerweise gehen Eltern die Strecke vor dem Schulstart mehrmals gemeinsam mit ihrem Kind ab – und zwar zu den Zeiten, zu denen später tatsächlich Schulverkehr herrscht. So lernen die Kinder typische Situationen auf ihrem Schulweg kennen. Kreuzungen, Ein- und Ausfahrten sowie Straßenüberquerungen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit.

Wichtig sei, dass Eltern ihre Kinder nicht ständig ermahnen und meckern, sondern loben, wenn sie etwas richtig gemacht haben. Im Rollentausch können die Kinder ihren Eltern den Weg zeigen und alles erklären. „Kinder lernen durch Nachahmung und Beobachtung. Eltern haben durch ihre Vorbildfunktion deshalb eine besondere Bedeutung“, erklärt Suthold.

Hilfreich ist auch ein Rollentausch: Das Kind übernimmt die Führung, zeigt den Eltern den Schulweg und erklärt, worauf es an den einzelnen Stellen achten muss. So lässt sich gut erkennen, wo bereits Sicherheit vorhanden ist und wo noch Übungsbedarf besteht.

Ohne Zeitdruck und gut sichtbar unterwegs

Gerade in den ersten Schulwochen sollten Eltern ihre Kinder noch begleiten. Eine Möglichkeit sind auch sogenannte Laufbusse: Mehrere Kinder gehen gemeinsam auf einer festgelegten Route zur Schule und werden zunächst von einem Erwachsenen begleitet. An vereinbarten „Haltestellen“ schließen sich weitere Kinder an. „Der Schulweg zu Fuß macht mehr Spaß, wenn Kinder ihn gemeinsam zurücklegen“, sagt Suthold.

Für den Schulweg sollten Familien morgens ausreichend Zeit einplanen. Wer spät dran ist, wird unaufmerksamer und trifft möglicherweise riskante Entscheidungen. Das gilt besonders beim Überqueren von Straßen.

Auch die Sichtbarkeit spielt eine wichtige Rolle. Selbst wenn es zum Schulstart morgens noch früh hell wird, können Regen oder Nebel die Sicht verschlechtern. Mit Reflektoren am Schulranzen und der Kleidung oder einer Sicherheitsweste sind Kinder auch bei schlechter Sicht bis zu 140 Meter weit zu erkennen. Zum Vergleich: In dunkler Kleidung werden Kinder erst ab einer Entfernung von 25 Metern wahrgenommen.

Gemeinsam zu Fuß oder mit dem ÖPNV statt mit dem Elterntaxi

Grundsätzlich empfiehlt der ADAC, Kinder möglichst viel zu Fuß zurücklegen zu lassen. Das hilft ihnen, Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln, fördert die Selbstständigkeit und bringt Bewegung in den Alltag. Wer sein Kind dagegen regelmäßig bis unmittelbar vor das Schultor fährt, nimmt ihm diese Lernmöglichkeiten.

Gleichzeitig können viele Elterntaxis rund um Schulen unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituationen verursachen. Dadurch steigt die Unfallgefahr. „Als passive Teilnehmer auf der Rückbank bekommen die Kinder kein Gespür für den Straßenverkehr und seine Gefahren“, weiß Suthold.

Wenn sich die Fahrt mit dem Auto nicht vermeiden lässt, sind Elternhaltestellen eine gute Alternative. Dort können Kinder in einiger Entfernung von der Schule aussteigen und die letzten hundert Meter zu Fuß zurücklegen – idealerweise gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern.

Müssen Erstklässler mit Bus oder Bahn fahren, sollten Eltern auch diese Strecke vorab gemeinsam mit ihnen trainieren. Dazu gehört nicht nur die Fahrt selbst, sondern auch der sichere Weg zur Haltestelle, das richtige Verhalten beim Warten sowie das Ein- und Aussteigen.

Autofahrer: Rund um Schulen besonders aufmerksam sein


Zum Schulstart sind auch alle anderen Verkehrsteilnehmer gefragt. Autofahrer sollten insbesondere in der Nähe von Schulen, Bushaltestellen und in Wohngebieten besonders aufmerksam und bremsbereit unterwegs sein. Kinder können Geschwindigkeiten und komplexe Verkehrssituationen noch nicht so zuverlässig einschätzen wie Erwachsene. Wegen ihrer geringeren Körpergröße werden sie zudem zwischen parkenden Fahrzeugen oder anderen Sichthindernissen leicht übersehen.

„Kinder reagieren im Straßenverkehr manchmal spontan und für Autofahrer unerwartet. Deshalb gilt gerade dort, wo viele Schulkinder unterwegs sind: Tempo rausnehmen, aufmerksam bleiben und jederzeit damit rechnen, dass ein Kind plötzlich auf die Fahrbahn tritt“, erklärt Suthold.

Besondere Vorsicht ist auch an Bushaltestellen geboten. Kinder können nach dem Aussteigen unvermittelt die Straße überqueren oder noch schnell zum Bus laufen. Steht ein Linien- oder Schulbus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an einer Haltestelle, darf er nur mit Schrittgeschwindigkeit und ausreichend Abstand passiert werden. Das gilt auch für Fahrzeuge im Gegenverkehr. Bei fahrenden Bussen mit eingeschalteter Warnblinkanlage gilt für den nachfolgenden Verkehr Überholverbot.

Weitere Informationen und Tipps bietet der „ADAC Schulweg-Ratgeber“. Die kostenlose Broschüre ist NRW-weit in allen ADAC Centern und Geschäftsstellen erhältlich. Sie steht zudem unter www.adac.de zum Download bereit.

Ein O-Ton-Paket (Audio), Fotos und Grafiken (Quellenangabe) zur redaktionellen Verwendung können Sie hier herunterladen.

Mehr Informationen zum Thema Schulweg-Sicherheit finden Sie auch auf den Seiten der ADAC Stiftung unter stiftung.adac.de/schulstart.


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