Osterferien 2026: Die ADAC Stauprognose für Nordrhein-Westfalen
Rund um Ostern rechnet der ADAC am Gründonnerstag mit dem höchsten Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen.

Zum Start der Osterferien in Nordrhein-Westfalen treffen auf den Autobahnen am Freitag (27. März) Berufspendler und Urlauber aufeinander. Reisende brauchen daher laut Prognose des ADAC in NRW bereits ab Mittag viel Geduld.
„Zwischen 12 und 17 Uhr wird es auf den Autobahnen richtig voll. Wer erst am späten Nachmittag oder Abend startet, kommt deutlich schneller ans Ziel“, sagt ADAC Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold. Im vergangenen Jahr steckten Autofahrer am Freitag vor dem Ferienstart mehr als 700 Stunden in Stau und stockendem Verkehr fest, die Staulänge summierte sich hier auf 1184 Kilometer. Es war der fünftstaureichste Freitag des Jahres.
Ein erhöhtes Staupotential auf den Autobahnen in NRW sieht der ADAC auch am Samstag (28. März) von 11 bis 14 Uhr. Außerhalb von Nordrhein-Westfalen ist die Staugefahr auf den Hauptreiserouten teilweise deutlich größer. Die meisten Urlauber fahren an die Nord- und Ostseeküsten, in die Alpen oder nach Südeuropa. Aufgrund der frühen Osterferien zieht es viele Urlauber noch einmal in die Wintersportgebiete.
Mit NRW, Bayern und Baden-Württemberg starten die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer wieder zeitgleich in die Osterferien, hinzu kommen Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Der ADAC empfiehlt deshalb, möglichst nicht schon am Freitag oder Samstag loszufahren oder zumindest die Stoßzeiten zu vermeiden. Am Sonntag ist die Staugefahr deutlich geringer.
Rund um Ostern rechnet der ADAC am Gründonnerstag (2. April) mit dem höchsten Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Dann starten auch Reisende ohne Urlaubstage für einen Kurztrip in das lange Wochenende. Vor allem am Nachmittag ist das Staurisiko in NRW hoch, das gilt allerdings auch außerhalb der Ferien. Am Gründonnerstag 2025 kam es trotz Osterurlaubern nicht zu höheren Stauwerten als an einem normalen Donnerstag mit Berufsverkehr.
Von Karfreitag bis Ostermontag erwartet der ADAC weniger Staus in NRW als zum Ferienbeginn. Am letzten Ferienwochenende steigt die Staugefahr aufgrund des Rückreiseverkehrs wieder, betroffen sind bundesweit vor allem die Großräume Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München. Zumindest in NRW war der Rückreiseverkehr am letzten Wochenende der Osterferien 2025 aber nicht außergewöhnlich stark. Viel Geduld mussten Urlauber jedoch außerhalb NRWs auf dem Rückweg von Nord- und Ostsee auf der A1 und A2 aufbringen.
Bei einem Stau die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil. Oft sind auch die Ausweichstrecken schnell verstopft und für massenweise Zusatzverkehr nicht ausgelegt. In Ortschaften bilden sich an Ampeln und Kreisverkehren lange Rückstaus. „Durch Echtzeitinformationen empfehlen die Navigationssysteme immer wieder Alternativrouten abseits der Autobahn, teilweise auch mitten durch Großstädte. Oft beträgt der prognostizierte Zeitgewinn aber nur wenige Minuten und die Lage auf der Alternativstrecke verschlechtert sich innerhalb kürzester Zeit. Dann braucht man unter dem Strich noch länger“, erläutert ADAC Experte Suthold. In der Regel macht es daher erst ab Staus von mehr als zehn Kilometern Länge oder bei einer Vollsperrung Sinn, von der Autobahn abzufahren.
Um auf eventuelle Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein, sollten Urlauber ihre Reise vorausschauend planen. Vor allem für Familien mit Kindern gehören ausreichend Getränke und regelmäßige Pausen mit viel Bewegung dazu.
Staustrecken in NRW: In den Osterferien erwartet der ADAC in NRW besonders auf den Strecken in Richtung Nord- und Ostseeküste, wie der A1 (Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg) oder der A2 (Oberhausen - Dortmund - Hannover) sowie auf den Routen in die Niederlande (A3, A40) und in Richtung Süden wie der A3 (Oberhausen - Köln - Frankfurt) zeitweise wieder ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Gerade auf dem Kölner Autobahnring, in den Bereichen Oberhausen/Duisburg (A3/A40, Kreuz Kaiserberg) und Bochum/Herne/Recklinghausen (A43) sowie rund um das Kamener Kreuz (A1) und auf der Wuppertaler Stadtautobahn (A46) drohen Staus und stockender Verkehr. Ein erhöhtes Staupotenzial sieht der ADAC in NRW auch auf der Verbindung Aachen - Köln - Olpe (A4) sowie der Sauerlandlinie (A45). Stau-Hotspots bleiben die aktuell knapp 500 baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf den NRW-Autobahnen. Bundesweit sind es etwa 750 Einschränkungen. Vor allem Bereiche mit reduzierten Fahrstreifen bergen ein hohes Staurisiko.
Stauzahlen NRW-Osterferien 2025: In den Osterferien 2025 (11. April bis 27. April) hatte der ADAC in NRW 6930 Staumeldungen mit 11.461 Kilometern Länge und 6809 Staustunden gezählt. Die Staudauer stieg im Vergleich zu 2024 um fast 26 Prozent. Besonders viel Geduld brauchten Autofahrer auf der A3, A1und A4. Der staureichste Tag war mit 764 Staustunden der Donnerstag in der zweiten Ferienwoche (24. April).
ADAC Tanktipps: Die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen, selbst innerhalb einer Stadt, sind aktuell sehr groß. Der ADAC empfiehlt, vorab mit Hilfe von Spritpreis-Apps die Kraftstoffpreise zu vergleichen und dann konsequent die günstigste Tankstelle in der Umgebung oder entlang der Route anzusteuern. Bis zum Inkrafttreten des „Österreich-Modells“ (nur noch eine Preiserhöhung pro Tag) bleibt Tanken nach 18 Uhr am günstigsten, am teuersten ist es morgens zwischen 7 und 8 Uhr. Wie sich die Preise mit der neuen Regelung im Tagesverlauf entwickeln, ist offen. Sollte die einmalige Preiserhöhung um 12 Uhr stattfinden, wäre der günstigste Tankzeitpunkt kurz vor Mittag.
Wenn die Reise ins Ausland geht, rät der ADAC in NRW, vorab auch die Spritpreise jenseits der Grenze mit den Preisen in Deutschland zu vergleichen. Wer während der Fahrt nachtanken muss, sollte laut ADAC die Autobahn verlassen und den Autohof oder die nächstgelegene Tankstelle nach der Ausfahrt ansteuern. So lassen sich gemäß einer ADAC Stichprobe oft mehr als 40 Cent pro Liter sparen.
ADAC Stauberater in NRW: Um staugeplagte Autofahrer zu unterstützen, sind zum Start der Osterferien am Freitag und Samstag die Stauberater des ADAC Nordrhein mit ihren Motorrädern auf den Autobahnen in NRW unterwegs. Sie beruhigen genervte Urlauber, helfen bei der Routenplanung, geben Reise-Tipps, erklären die Rettungsgasse und verteilen Getränke und Spielsachen für Kinder, um die Wartezeit erträglicher zu machen.
Das sind (bundesweit) die Strecken mit der höchsten Staugefahr:
- Großräume Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Stuttgart und München
- A1 Köln - Dortmund - Münster ; Osnabrück - Bremen - Hamburg - Lübeck - Fehmarn
- A1/A3/A4 Kölner Ring
- A2 Oberhausen - Dortmund - Hannover; Braunschweig - Magdeburg
- A3 Arnheim - Oberhausen - Köln; Würzburg - Nürnberg - Passau
- A4 Aachen - Köln - Olpe; Görlitz - Dresden - Chemnitz
- A5 Heidelberg - Karlsruhe - Basel; Frankfurt - Kassel
- A6 Mannheim - Heilbronn - Nürnberg - Pilsen
- A7 Hamburg - Flensburg; Hamburg - Hannover - Kassel - Fulda - Ulm - Füssen/Reutte
- A8 Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg
- A9 Halle/Leipzig - Nürnberg - München
- A10 südlicher Berliner Ring
- A11 Berliner Ring - Stettin
- A12 Berliner Ring - Frankfurt (Oder)
- A13 Berliner Ring - Dresden
- A15 Forst - Cottbus - Dreieck Spreewald (A13)
- A23 Hamburg - Heide
- A31 Gronau - Oberhausen
- A40 Dortmund - Essen - Duisburg - Straelen
- A42 Dortmund - Oberhausen - Kamp-Lintfort
- A44 Dortmund - Kassel
- A45 Dortmund - Hagen - Lüdenscheid
- A57 Köln - Krefeld - Kleve
- A61 Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen
- A81 Heilbronn - Stuttgart - Singen
- A93 Rosenheim - Kiefersfelden
- A94 München - Passau
- A95/B 2 München - Garmisch-Partenkirchen
- A96 München - Lindau
- A99 Autobahnring München
Die Autobahnabschnitte in NRW mit stauanfälligen Baustellen in den Osterferien laut Autobahn GmbH:
- A1: Münster-Hiltrup - Ascheberg
- A1: Kamener Kreuz - Unna
- A1: Kamen-Zentrum - Schwerte
- A1: Kreuz Wuppertal-Nord - Wuppertal-Langerfeld
- A1: Kreuz Leverkusen-West - Kreuz Köln-Nord
- A1: Erftstadt - Kreuz Bliesheim
- A2: Kreuz Oberhausen - Bottrop
- A2: Dortmund-Mengede - Dortmund-Nordost
- A2: Bönen - Kamener Kreuz
- A2: Porta Westfalica - Kreuz Bad Oeynhausen
- A3: Emmerich - Rees
- A3: Kreuz Oberhausen - Oberhausen-Holten
- A3: Oberhausen-Lirich - Duisburg-Wedau
- A3: Lohmar - Siebengebirge
- A3: Siebengebirge - Kreuz Bonn/Siegburg
- A40: Kreuz Duisburg - Duisburg-Rheinhausen
- A40: Duisburg Häfen - Kreuz Kaiserberg
- A43: Kreuz Recklinghausen - Bochum-Riemke
- A43: Bochum-Riemke - Kreuz Herne
- A44: Kreuz Dortmund/Unna - Kreuz Werl
- A45: Dortmund-Süd - Westhofener Kreuz
- A45: Hagen-Süd - Lüdenscheid
- A45: Drolshagen - Olpe
- A45: Siegen - Siegen-Süd
- A45: Wilnsdorf - Haiger/Burbach
- A46: Wuppertal-Cronenberg - Sonnborner Kreuz
- A46: Wuppertal-Oberbarmen - Wuppertal-Barmen
Ausland: Auf den Fernstrecken der benachbarten Alpenländer herrscht zeit- und abschnittsweise ebenfalls sehr lebhafter Verkehr durch Osterurlauber. Osterferien haben unter anderem alle österreichischen Bundesländer, Regionen der Schweiz sowie Belgiens, Frankreichs, Polens und Tschechiens. Manche Reisende steuern noch einmal die Wintersportzentren der Alpen an. Aber auch südliche Regionen - etwa der Gardasee oder die Amalfitana - zählen zu den beliebten Zielen der Osterurlauber.
In Österreich sind die A1 West-, A10 Tauern-, A12 Inntal-, A13 Brenner- und A14 Rheintalautobahn, die B179 Fernpass-Route, S16 Arlbergschnellstraße sowie die Tiroler, Salzburger und Vorarlberger Bundesstraßen staugefährdet. Auf der Route über den Achenpass gibt es eine Dosierampel.
In der Schweiz müssen Reisende auf der A2 (Luzern - Chiasso/Gotthard-Route), A13 (Chur - Bellinzona/San-Bernardino-Route), A1 (Bern - Zürich - St. Margarethen) und A3 (Basel - Zürich - Chur) sowie den Zufahrtsstraßen der Skigebiete Graubündens, des Berner Oberlands, des Wallis und der Zentralschweiz mit Verzögerungen rechnen.
In Italien sind die Brennerroute (A22/SS12), die A1 (Mailand - Bologna - Florenz), A4 (Verona - Venedig) sowie die Straßen ins Puster-, Grödner- und Gadertal und in den Vinschgau betroffen.
In den Niederlanden ist der berühmte Keukenhof in Lisse (zwischen Amsterdam und Den Haag) ein beliebtes Reiseziel rund um Ostern. Zu den Staustrecken zählen unter anderem die A12 (Arnheim - Utrecht/Amsterdam), A1 (Hengelo - Apeldoorn - Amsterdam) und A4 (Amsterdam - Den Haag - Rotterdam).
Mit teilweise langen Staus ist auf den Hauptverbindungen aus Polen und Tschechien zu rechnen. Besonders lange Verzögerungen drohen am Gründonnerstag und Ostermontag bei der Aus- und Einreise nach bzw. von Polen.
Rettungsgasse: Sobald der Verkehr stockt, muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrer auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ansonsten drohen hohe Bußgelder, ein Fahrverbot und Punkte in Flensburg.
Aktuelle Informationen über die Baustellensituation in NRW und ganz Deutschland finden Autofahrer unter https://www.adac.de/reise_freizeit/verkehr/baustellen.
Generell gilt für alle Baustellen: Aufgrund von schmaleren Fahrstreifen, wechselnder Spurführung und Geschwindigkeitsbegrenzungen erhöht sich die Unfall- und Staugefahr. Autofahrer sollten hier besonders aufmerksam, rücksichtsvoll und mit ausreichend Sicherheitsabstand fahren. In engen Baustellenbereichen mit deutlich schmaleren Fahrspuren ist es häufig nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden. Der ADAC in NRW empfiehlt deshalb, mit genügend Abstand und versetzt zu fahren, um im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln zu können. So kann der linke Fahrstreifen für die Rettungskräfte freigehalten werden.
Eine individuelle Stauprognose mit Angaben zur genauen Tages- und Uhrzeit können Autofahrer über den ADAC Routenplaner unter https://maps.adac.de/ abrufen.
Mautgebühren: Mit der kostenlosen ADAC Drive App können sich Urlauber bereits im Vorfeld zusammen mit der Reiseroute auch die anfallenden Mautkosten berechnen lassen. Vignetten für Österreich, die Schweiz und Slowenien gibt es in allen Service-Centern des ADAC in NRW, online unter www.adac-shop.de (Österreich/Schweiz) oder telefonisch unter 089 558 95 96 97 (Mo. bis Sa. 8 bis 20 Uhr).
Die App liefert zudem Routenplanungen für Auto, Wohnmobil, Motorrad und Fahrrad sowie die dazugehörige Navigations-Funktion (Kopplung via Apple CarPlay & Android Auto möglich), Ladestationen für Elektrofahrzeuge und die günstigsten Tankstellen.
Ein O-Ton-Paket (Audio) sowie Fotos zur freien redaktionellen Verwendung (Quellenangabe) können Sie hier herunterladen:
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