Erstes Mai-Wochenende: Die ADAC Stauprognose für NRW
Beliebte Ziele für Reisende aus Nordrhein-Westfalen sind laut ADAC unverändert die deutsche Nord- und Ostseeküste sowie die Niederlande. Aufgrund der extremen Spritpreise könnten manche Autofahrer aber auf Freizeitfahrten verzichten.

Vor dem langen ersten Mai-Wochenende rechnet der ADAC in NRW mit einem hohen Verkehrsaufkommen und vielen Staus auf den Autobahnen. Kritisch wird es laut ADAC Prognose am 30. April, dem Tag vor dem Feiertag. „Der Donnerstag ist grundsätzlich schon der zweitstaureichste Tag der Woche. Zum starken Berufsverkehr kommen ab Mittag noch Reisende hinzu, die das lange Wochenende für einen Kurzurlaub nutzen“, sagt ADAC Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold.
Beliebte Ziele für Reisende aus Nordrhein-Westfalen sind unverändert die deutsche Nord- und Ostseeküste sowie die Niederlande. Der Tag vor dem 1. Mai war 2025 mit mehr als 880 Staustunden einer der drei staureichsten Tage in NRW. Allerdings fiel der Feiertag im vergangenen Jahr auf einen Donnerstag und sorgte so für ein Brückentags-Wochenende.
ADAC Experte Suthold schränkt zudem ein: „Aufgrund der extremen Spritpreise könnten manche Autofahrer auf Freizeitfahrten verzichten oder erst am Freitag losfahren, wenn die Energiesteuersenkung greifen soll. Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass die Preise am 1. Mai ab Mitternacht sofort um 17 Cent sinken, sondern innerhalb einiger Tage sukzessive fallen.“
Rund um Ostern war der Reise- und Ausflugsverkehr im Vergleich zu den beiden Vorjahren zuletzt spürbar zurückgegangen. Besonders deutlich zeigte sich der Rückgang am Osterwochenende, an dem traditionell viele Tagesausflüge und Familienbesuche stattfinden. Am Gründonnerstag gingen die Staustunden auf den NRW-Autobahnen im Vergleich zu 2025 um 16 Prozent zurück, am Karfreitag um 39 Prozent und am Ostermontag um 20 Prozent. Die Entwicklung deutet laut ADAC darauf hin, dass sich die hohen Kraftstoffpreise auf das Reiseverhalten ausgewirkt haben.
Am Feiertag (1. Mai) und am Wochenende sieht der ADAC in NRW keine außergewöhnliche Staugefahr. Bei schönem Wetter sind von Freitag bis Sonntag auf den Ausfallstraßen der Städte in die Naherholungsgebiete auch Verzögerungen durch Tagesausflügler möglich.
Staustrecken in NRW: Mit erheblichen Verzögerungen rechnet der ADAC in NRW am Donnerstag u.a. auf der A1 (Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg), der A2 (Oberhausen - Dortmund - Hannover) und A3 (Köln - Oberhausen - Emmerich). Gerade auf dem Kölner Autobahnring, in den Bereichen Oberhausen/Duisburg (A3/A40, Kreuz Kaiserberg) und Bochum/Herne/Recklinghausen (A43) sowie rund um das Kamener Kreuz (A1) und auf der Wuppertaler Stadtautobahn (A46) drohen Staus und stockender Verkehr. Ein erhöhtes Staupotenzial sieht der ADAC in NRW auch auf der Verbindung Aachen - Köln - Olpe (A4), der Sauerlandlinie (A45) sowie der A52 (Düsseldorf - Essen) und A57 (Köln - Krefeld). Stau-Hotspots bleiben Baustellen mit Fahrstreifenreduzierung.
Bei einem Stau die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC aber nur selten einen Vorteil. Oft sind auch die Ausweichstrecken schnell verstopft und für massenweise Zusatzverkehr nicht ausgelegt. In Ortschaften bilden sich an Ampeln und Kreisverkehren lange Rückstaus. „Durch Echtzeitinformationen empfehlen die Navigationssysteme immer wieder Alternativrouten abseits der Autobahn, teilweise auch mitten durch Großstädte. Oft beträgt der prognostizierte Zeitgewinn aber nur wenige Minuten und die Lage auf der Alternativstrecke verschlechtert sich innerhalb kürzester Zeit. Dann braucht man unter dem Strich noch länger“, erläutert ADAC Experte Suthold. In der Regel macht es daher erst ab Staus von mehr als zehn Kilometern Länge oder bei einer Vollsperrung Sinn, von der Autobahn abzufahren.
ADAC Stauberater in NRW: Um staugeplagte Autofahrer zu unterstützen, sind am Donnerstag, den 30. April die Stauberater des ADAC Nordrhein mit ihren Motorrädern wieder auf den Autobahnen in NRW unterwegs. Sie beruhigen genervte Urlauber, helfen bei der Routenplanung, geben Reise-Tipps, erklären die Rettungsgasse und verteilen Getränke und Spielsachen für Kinder, um die Wartezeit erträglicher zu machen.
Das sind (bundesweit) die Strecken mit der höchsten Staugefahr:
- Großräume Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Stuttgart und München
- A1 Köln - Dortmund - Münster ; Osnabrück - Bremen - Hamburg - Lübeck - Fehmarn
- A1/A3/A4 Kölner Ring
- A2 Oberhausen - Dortmund - Hannover; Braunschweig - Magdeburg
- A3 Arnheim - Oberhausen - Köln; Linz - Passau
- A4 Aachen - Köln - Olpe; Görlitz - Dresden - Chemnitz
- A5 Karlsruhe - Basel; Frankfurt - Kassel
- A6 Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
- A7 Flensburg - Hamburg - Hannover - Kassel; Ulm - Füssen/Reutte
- A8 Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg
- A9 Berlin - Halle/Leipzig
- A12 Berliner Ring - Frankfurt (Oder)
- A13 Berliner Ring - Dresden
- A27 Bremen - Bremerhaven
- A40 Dortmund - Essen - Duisburg - Straelen
- A42 Dortmund - Oberhausen - Kamp-Lintfort
- A44 Dortmund - Kassel
- A45 Dortmund - Hagen - Lüdenscheid
- A57 Köln - Krefeld - Kleve
- A61 Mönchengladbach - Koblenz
- A81 Singen - Stuttgart
- A96 München - Lindau
- A99 Autobahnring München
Ausland: Auf den Fernstrecken der benachbarten Alpenländer bleibt die Situation durch Bauarbeiten teilweise angespannt. In Österreich sind vor allem die Tauern- (A10), Inntal- (A12) und Brennerautobahn (A13) staugefährdet. In der Schweiz müssen Reisende auf der A1 (Bern - Zürich - St. Margarethen), A2 (Luzern - Basel; Chiasso/Gotthard-Route) und A3 (Basel - Zürich - Chur) mit Verzögerungen rechnen. In Italien sind die Brennerroute (A22/SS12) sowie die Straßen ins Puster-, Grödner- und Gadertal und in den Vinschgau betroffen. Bei der Einreise nach Deutschland kann es aufgrund von Grenzkontrollen zu Wartezeiten kommen.
Rettungsgasse: Sobald der Verkehr stockt, muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrer auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ansonsten drohen hohe Bußgelder, ein Fahrverbot und Punkte in Flensburg.
Aktuelle Informationen über die Baustellensituation in NRW und ganz Deutschland finden Autofahrer unter https://www.adac.de/reise_freizeit/verkehr/baustellen.
Generell gilt für alle Baustellen: Aufgrund von schmaleren Fahrstreifen, wechselnder Spurführung und Geschwindigkeitsbegrenzungen erhöht sich die Unfall- und Staugefahr. Autofahrer sollten hier besonders aufmerksam, rücksichtsvoll und mit ausreichend Sicherheitsabstand fahren. In engen Baustellenbereichen mit deutlich schmaleren Fahrspuren ist es häufig nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden. Der ADAC in NRW empfiehlt deshalb, mit genügend Abstand und versetzt zu fahren, um im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln zu können. So kann der linke Fahrstreifen für die Rettungskräfte freigehalten werden.
Eine individuelle Stauprognose mit Angaben zur genauen Tages- und Uhrzeit können Autofahrer über den ADAC Routenplaner unter https://maps.adac.de abrufen.
Mautgebühren: Mit der kostenlosen ADAC Drive App können sich Urlauber bereits im Vorfeld zusammen mit der Reiseroute auch die anfallenden Mautkosten berechnen lassen. Vignetten für Österreich, die Schweiz und Slowenien gibt es in allen Service-Centern des ADAC in NRW, online unter www.adac-shop.de (Österreich/Schweiz) oder telefonisch unter 089 558 95 96 97 (Mo. bis Sa. 8 bis 20 Uhr).
Die App liefert zudem Routenplanungen für Auto, Wohnmobil, Motorrad und Fahrrad sowie die dazugehörige Navigations-Funktion (Kopplung via Apple CarPlay & Android Auto möglich), Ladestationen für Elektrofahrzeuge und die günstigsten Tankstellen.
Ein O-Ton-Paket (Audio) sowie Fotos zur freien redaktionellen Verwendung (Quellenangabe) können Sie hier herunterladen: https://cloud.adac-nrh.de/s/6tzLsbzWxH6wfPX
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