ADAC Staubilanz 2025 für NRW
Im vergangenen Jahr verbrachten Reisende auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen fast 7000 Tage in Staus und stockendem Verkehr. Der ADAC fordert Finanzierungssicherheit für Sanierungen und den Ausbau von Engpässen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren und kürzere Bauzeiten beim Ersatz maroder Brücken.

Auf einen Blick - ADAC Staubilanz 2025 für NRW:
- Keine Überraschung: NRW bleibt Stauland Nummer eins
- Fast 7000 Tage Stau und stockender Verkehr
- Staudauer um acht Prozent gestiegen
- Höchste Staubelastung: A3, A1, A4, A40, A57
- Mittwoch staureichster Tage der Woche
- Ausblick 2026: Hoher Sanierungsbedarf, viel Stau
Forderungen des ADAC in NRW:
1. Finanzierungssicherheit für Sanierung und Ausbau.
2. Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen
3. Bauzeit bei Ersatz maroder Brücken verkürzen
4. Baumaßnahmen besser abstimmen
Nordrhein-Westfalen war 2025 wieder Stauland Nummer eins und im vergangenen Jahr wurde es noch schlimmer: Autofahrer standen länger im Stau als 2024, auch die Länge der Staus stieg noch mal an. Das geht aus der Jahres-Staubilanz des ADAC in NRW hervor.
Im vergangenen Jahr verbrachten Reisende auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen fast 7000 Tage in Staus und stockendem Verkehr. Auf den rund 2250 Autobahnkilometern summierte sich die Dauer aller Verkehrsstörungen auf knapp 168.000 Stunden. Das sind 13.000 Stunden und damit etwa acht Prozent mehr als 2024 (155.000 Stunden). In zehn von zwölf Monaten (Ausnahme Januar/Februar) lagen die Staustunden über den Vorjahreswerten.
Die Gesamtlänge aller gemeldeten Staus stieg um drei Prozent auf fast 280.000 Kilometer (2024: 271.000). Die Staubelastung (räumlich-zeitliche Stau-Ausdehnung) lag bei 737.000 Kilometer mal Stunden und nahm damit um gut neun Prozent zu. Insgesamt zählte der ADAC auf den NRW-Autobahnen 2025 rund 168.000 Staumeldungen, etwa 4000 weniger als im Vorjahr (2024: 172.000).
Bundesweit bleibt Nordrhein-Westfalen mit großem Abstand Stauland Nummer eins. Ein Drittel aller Stauereignisse entfiel auch 2025 auf NRW. Dahinter folgen Bayern (17,7 Prozent) und Baden-Württemberg (9,3 Prozent). Auch bei den Staukilometern (32,2 Prozent) und Staustunden (35,1 Prozent) hatte Nordrhein-Westfalen unverändert den größten Anteil.
„Die Verkehrsinfrastruktur in NRW wurde über Jahrzehnte vernachlässigt. Das Ergebnis sehen wir heute: Bröckelnde Brücken, kaputte Fahrbahnen und Engpässe, soweit das Auge reicht. Ein gewaltiger Sanierungsstau, der abgearbeitet werden muss. In keinem anderen Bundesland gibt es deshalb so viele Autobahnbaustellen wie in NRW. Die Maßnahmen sind leider alternativlos, ohne Baustellen geht es nicht voran. Aber sie sorgen auch für maximalen Staufrust bei den Pendlern“, erklärt Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC in NRW.
Bundesweit lagen im vergangenen Jahr zwischen 57 und 68 Prozent der baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen (Begriffserläuterung siehe Methodik) in Nordrhein-Westfalen. Von August bis Oktober gab es auf den NRW-Autobahnen mehr als 740 Einschränkungen pro Monat (Spitzenwert Oktober: 786). „Zugleich bringen extrem hohe Pendlerströme und ein starker Lkw-Transitverkehr das Autobahnnetz zu den Stoßzeiten an die Belastungsgrenze“, erläutert Suthold.
Besonders belastet waren in NRW im vergangenen Jahr diese fünf Autobahnen: A1, A3, A4, A40 und A57. Auf der A40 zählte der ADAC mit 17.203 Meldungen die meisten Staus, auf der A1 mit 41.613 Kilometern die größte Staulänge. Am meisten Zeit im Stau verbrachten Autofahrer auf der A3 (20.272 Stunden). Auffällig im Vergleich zu 2024: Auf der A4 stieg die Staudauer am stärksten an (plus 76 Prozent). Bei der Staubelastung (Dauer eines Staus mal Länge) erreichte die A3 mit 126.140 Kilometer mal Stunden erneut den Höchstwert.
Der Autobahnabschnitt mit den meisten Stauereignissen war wie schon in den beiden Vorjahren erneut die A42 zwischen Dortmund und Kamp-Lintfort (13.159 Meldungen). Die in Summe längsten Staus gab es mit 21.716 Kilometern auf der A3 zwischen Köln und Oberhausen. Hier brauchten Autofahrer auch die meiste Geduld (Staudauer: 12.424 Stunden). Gemessen an der Staubelastung waren die Auswirkungen für die Verkehrsteilnehmer auf der A3 zwischen Köln und Oberhausen mit 77.178 Kilometer mal Stunden ebenfalls am größten. Die A40 zwischen Duisburg und Essen erreichte bei der Anzahl der Staustunden je Kilometer Autobahn sowohl in NRW wie auch bundesweit den Höchstwert (357). Den mit 28 Kilometern längsten Stau in NRW gab es am 8. April auf der A3 (Oberhausen - Köln) zwischen Mettmann und dem Kreuz Köln-Ost.
Bundesweit zählte der ADAC 2025 rund 496.000 Verkehrsstörungen auf deutschen Autobahnen (minus 4 Prozent). Die gemeldeten Staulängen summierten sich auf etwa 866.000 Kilometer Stau und stockenden Verkehr (plus 1 Prozent). Die registrierten Staustunden beliefen sich auf mehr als 478.000 Stunden (plus 7 Prozent).
Zu den bundesweiten Top-15-Stauschwerpunkten auf den Fernautobahnen (A1 bis A20 und A24) gehörten 2025 acht Abschnitte in NRW, alle aus dem Großraum Köln oder dem Ruhrgebiet:
- A3 Oberhausen - Köln (1.): 189 Staustunden je Autobahnkilometer
- A2 Oberhausen - Dortmund (2.): 163 Staustunden je Autobahnkilometer
- A1 Dortmund - Köln (4.): 99 Staustunden je Autobahnkilometer
- A1 Münster - Dortmund (4.): 99 Staustunden je Autobahnkilometer
- A4 Aachen - Köln (4.): 99 Staustunden je Autobahnkilometer
- A4 Köln - Olpe (7.): 97 Staustunden je Autobahnkilometer
- A1 Köln - Euskirchen (12.): 73 Staustunden je Autobahnkilometer
- A3 Oberhausen - Arnheim (15.): 63 Staustunden je Autobahnkilometer
Zu den bundesweiten TOP-15-Abschnitten mit den meisten Staustunden je Autobahnkilometer auf den übrigen Autobahnen zählten zwölf aus NRW:
- A40 Duisburg - Essen (1.): 357 Staustunden je Autobahnkilometer
- A59 Bonn - Köln (2.): 290 Staustunden je Autobahnkilometer
- A52 Essen - Düsseldorf (3.): 206 Staustunden je Autobahnkilometer
- A59 Duisburg - Dinslaken (4.): 189 Staustunden je Autobahnkilometer
- A560 Hennef - Sankt Augustin (5.): 182 Staustunden je Autobahnkilometer
- A46 Düsseldorf - Wuppertal (6.): 178 Staustunden je Autobahnkilometer
- A40 Dortmund - Essen (6.): 178 Staustunden je Autobahnkilometer
- A42 Dortmund - Kamp-Lintfort (8.): 161 Staustunden je Autobahnkilometer
- A43 Recklinghausen - Wuppertal (9.): 151 Staustunden je Autobahnkilometer
- A45 Dortmund - Hagen (13.): 143 Staustunden je Autobahnkilometer
- A555 Köln - Bonn (14.): 121 Staustunden je Autobahnkilometer
- A565 Bonn - Meckenheim (15.): 120 Staustunden je Autobahnkilometer
Von den 20 bundesweit besonders ausgeprägten lokalen Stauschwerpunkten liegen zwölf in NRW (hier in Fahrtrichtung angegeben):
- A1 (Köln - Dortmund): Kreuz Leverkusen-West - Kreuz Leverkusen
- A1 (Münster - Dortmund): Kreuz Dortmund/Unna - Schwerte
- A3 (Köln - Oberhausen): Leverkusen-Zentrum - Kreuz Leverkusen
- A3 (Köln - Oberhausen): Kreuz Kaiserberg - Oberhausen-Lirich
- A3 (Oberhausen - Arnheim): Oberhausen-Holten - Kreuz Oberhausen
- A3 (Oberhausen - Köln): Oberhausen-Lirich - Kreuz Kaiserberg
- A4 (Aachen - Köln): Kreuz Köln-Süd - Köln-Poll
- A40 (Essen - Dortmund): Bochum-Hamme - Bochum-Zentrum
- A42 (Dortmund - Kamp-Lintfort): Essen-Altenessen - Kreuz Essen-Nord
- A42 (Kamp-Lintfort - Dortmund): Oberhausen Neue Mitte - Bottrop-Süd
- A43 (Wuppertal - Recklinghausen): Herne-Eickel - Kreuz Herne
- A59 (Dinslaken - Duisburg): Duisburg-Meiderich - Kreuz Duisburg
Der stauintensivste Tag in Nordrhein-Westfalen war mit 949 Staustunden der Mittwoch vor Christi Himmelfahrt (28. Mai). Es folgen der Donnerstag vor dem Tag der Deutschen Einheit (2. Oktober) und der Mittwoch vor dem Tag der Arbeit (30. April) mit 885 bzw. 882 Staustunden. Die in Summe längsten Staus gab es ebenfalls am 28. Mai (1878 Kilometer) sowie aufgrund des Wintereinbruchs am 9. Januar (1877 Kilometer).
Im Tagesverlauf traten 2025 unter der Woche vor allem zwischen 7 und 9 Uhr morgens (Montag bis Donnerstag) sowie zwischen 15 und 18.30 Uhr (Montag bis Freitag) nachmittags/abends die meisten Staus auf.
Die schlimmsten Stautage im Wochenverlauf sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Für den Mittwoch ermittelte der ADAC im Durchschnitt die meisten Staumeldungen (599), Staukilometer (1100) und Staustunden (617). Am Montag war die Verkehrslage auf den Autobahnen hingegen etwas weniger schlimm (509 Staus/804 Kilometer/484 Stunden). Vor allem die Morgen- und Nachmittagsspitze war montags schwächer ausgeprägt. Den geringsten Berufsverkehr auf den NRW-Autobahnen gab es unter der Woche am Freitagmorgen. Dafür hatte der Freitag eine breitere und höhere Nachmittagsspitze als die übrigen Werktage, weil hier Berufsverkehr, Freizeit- und Urlaubsverkehr aufeinandertreffen. Schon ab Mittag (12/13 Uhr) brauchten Autofahrer freitags oft mehr Geduld. Am wenigsten Stau gab es im Schnitt am Wochenende, Samstag (251/283/221) und Sonntag (185/237/173).
Am meisten Zeit im Stau verbrachten Pendler im Oktober (16.318 Stunden). Staumagneten waren hier die fast 750 baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf den NRW-Autobahnen. Die in Summe längsten Staus gab es mit 27.308 Kilometer im November. Zahlreiche Pendler steigen mit den kälter werdenden Temperaturen auf das Auto um und müssen sich erst wieder an die schlechten Sicht- und Fahrbedingungen gewöhnen. Außerdem sind bei den meisten Arbeitnehmern die Urlaubstage im November nahezu aufgebraucht.
Ausblick: Eine Entspannung der Staulage auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ist auch 2026 nicht in Sicht. Das liegt an der weiterhin stark sanierungsbedürftigen Verkehrsinfrastruktur in NRW, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene. Bundesweit liegen etwa 60 Prozent aller baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen (Autobahnen) in NRW. Hinzu kommen alleine im Rheinland bis Ende 2026 rund 30 Großbaustellen bei der Bahn, darunter die beiden Generalsanierungen der Pendlerstrecken Köln-Wuppertal-Hagen und Troisdorf-Koblenz mit monatelangen Sperrungen. Hier sind Verlagerungseffekte zu erwarten. Ein Teil der Bahnpendler wird während der Sperrung auf das Auto umsteigen, vermutlich vor allem diejenigen, die sonst Park&Ride-Anlagen an den Bahnhöfen nutzen und dann mit dem Zug weiterfahren. In der Regel sind die Maßnahmen auf Straße und Schiene aber alternativlos, ohne Baustellen und Einschränkungen lässt sich der Sanierungsstau nicht abbauen.
Staustrecken 2026: Stau-Hotspots im Ruhrgebiet sind 2026 u.a. die A1 zwischen dem Kreuz Dortmund/Unna und dem Kamener Kreuz (Brückenneubauten, Ausbau AK Dortmund/Unna) , die A2 zwischen dem Dreieck Bottrop und dem Kreuz Recklinghausen (Fahrbahnsanierungen, Brückenneubauten), die A3 und A40 im Großraum Duisburg/Essen/Oberhausen (Umbau Kreuz Kaiserberg) und die A43 zwischen Recklinghausen und Bochum (sechsstreifiger Ausbau).
Auf dem Kölner Autobahnring (A1/A3/A4) ist die Staugefahr 2026 ebenfalls unverändert hoch (u.a. Neubau zweiter Teil Leverkusener Brücke, Einschränkungen A4 Köln-Eifeltor, Umbau Dreieck Heumar A3/A4/A59). Im Raum Bonn sorgen u.a. Maßnahmen auf der A565 (Friedrich-Ebert-Brücke, Endenicher Ei) und A59 (Dreieck Köln-Porz - Dreieck St. Augustin, Kreuz Bonn-Ost - Bonn-Pützchen) für Verzögerungen.
Zwischen Düsseldorf und Leverkusen bleibt der A59 zunächst in Fahrtrichtung Leverkusen voraussichtlich bis Juli 2026 gesperrt (Kreuz Düsseldorf-Süd bis Monheim). Anschließend folgt die Sperrung in der Gegenrichtung. Das sorgt für längere Staus auf der A57 und A46. Die Bauarbeiten überschneiden sich mindestens bis März 2026 mit der bis dahin zeitgleich laufenden Sanierung der A3 zwischen dem Kreuz Hilden und dem Kreuz Langenfeld. Gerade auf diesem Abschnitt ist das Staurisiko ohnehin bereits sehr hoch – insbesondere morgens und nachmittags im Berufsverkehr.
Deutlich mehr Zeit müssen Autofahrer wegen Bauarbeiten weiter auch auf der A57 zwischen dem Kreuz Kamp-Lintfort und dem Kreuz Meerbusch einplanen. Dieser Abschnitt gehört aufgrund des sechsspurigen Ausbaus zwischen dem Kreuz Meerbusch und Krefeld-Oppum aktuell zu den staureichsten Strecken in ganz Nordrhein-Westfalen.
Marode Brücken in NRW: Sorgenkinder bleiben die maroden Brücken in NRW: 30 Prozent der 6152 Autobahnbrücken sind sanierungsbedürftig, fast jede zehnte Brücke hat ihre geplante Lebensdauer schon überschritten und liegt auf der Intensivstation. In den vergangenen Jahren mussten bereits – teils über mehrere Jahre – Brücken ungeplant und plötzlich gesperrt werden, weil Tragfähigkeit und Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnten. Dazu zählten in NRW u.a. die Talbrücke Rahmede (A45), die Leverkusener Brücke (A1), die A42-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal (Bottrop/Essen) oder die Emschertalbrücke zwischen Recklinghausen und Herne (A43).
Mit der überlasteten Wiehltalbrücke auf der A4 zwischen Köln und Olpe (gesperrt für Fahrzeuge über 44 Tonnen) und der Bonner Nordbrücke auf der A565 (ab 9./12. Februar gesperrt für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen), stehen die nächsten „Sorgenkinder“ schon vor der Tür. Wenn Brücken an zentralen Verkehrspunkten für Lkw oder sogar Pkw gesperrt werden müssen, hat das auch erhebliche Auswirkungen auf umliegende Autobahnen, Bundes- und Landstraßen. Auf den Ausweichstrecken werden Straßen und Brücken so stark belastet, dass ihre Lebensdauer ebenfalls sinkt. Dieser „Domino-Effekt“ muss unbedingt gestoppt werden.
Das fordert der ADAC in NRW:
1. Finanzierungssicherheit für Sanierung und Ausbau: Ohne Finanzierungssicherheit stottert der Sanierungsmotor gewaltig. Verzögerungen können wir uns angesichts der maroden Verkehrsinfrastruktur in NRW aber nicht erlauben. Autofahrer brauchen die Gewissheit, dass weitere Brückensperrungen vermieden und Engpässe schnellstmöglich ausgebaut werden. Die Bundesregierung hat zugesagt, baureife Projekte zu finanzieren. Das muss in den kommenden Jahren gewährleistet sein. Nur dann haben auch die Bauindustrie, die Planungsbüros und die Behörden Sicherheit, um Kapazitäten bei Personal, Planung und Ausrüstung aufbauen zu können.
Für die Sanierung bzw. den Ersatzneubau maroder Brücken und Autobahnabschnitte sowie den Ausbau wichtiger Verkehrsachsen sind in den kommenden Jahren Investitionen auf deutlich höherem Niveau notwendig. Ansonsten zehren die Preissteigerungen bei Energie, Rohstoffen, Bauleistungen sowie steigende Personal- und Planungskosten den finanziellen Spielraum auf.
Problematisch ist, das Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität nicht vollständig zusätzlich bereitgestellt werden, sondern teilweise eine Kompensation rückläufiger Ansätze im Kernhaushalt darstellen. Die Lkw-Maut sollte wieder vollständig in die Straßeninfrastruktur zurückfließen und nicht für andere Haushaltszwecke genutzt werden. Außerdem kann eine überjährige Mittelverwendung mehr Flexibilität schaffen.
2. Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen: Die Bundesregierung will den Ersatz von maroden Brücken und die Beseitigung von Engpässen als überragendes öffentliches Interesse einstufen und mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz Planungs- und Genehmigungsverfahren weiter beschleunigen. Dauerverfahren mit jahrelangen Verzögerungen sollen der Vergangenheit angehören. An diesem Versprechen muss sie sich messen lassen. Konkret bedeutet das: Verfahrensschritte vollständig digitalisieren, Prozesse parallel bearbeiten, übermäßige Prüfanforderungen reduzieren und verbindliche Fristen zur Entscheidungsfindung setzen. Das Gemeinwohl hat Vorrang vor Einzelinteressen, um dringend notwendige Projekte zügiger umzusetzen.
3. Bauzeit bei Ersatz maroder Brücken verkürzen: Eine Bauzeit zwischen zwei und drei Jahren wie bei der Rahmede-Talbrücke auf der A45 muss der Maßstab für zukünftige Brückenersatzbauwerke sein. Funktionsbauverträge sollten künftig noch häufiger genutzt werden. Hierbei werden Planung und Bau eines Projekts an einen Auftragnehmer übertragen, der für die fristgerechte und qualitätskonforme Umsetzung verantwortlich ist. Diese integrierte Vorgehensweise spart Zeit, reduziert Kosten und minimiert Schnittstellenprobleme.
4. Baumaßnahmen besser abstimmen: Die vielerorts marode Verkehrsinfrastruktur in NRW führt dazu, dass sich Sanierungsmaßnahmen auf der Straße und Schiene immer häufiger überschneiden – mit erheblichen Auswirkungen für Auto- und Bahnpendler. Deshalb braucht es eine noch engere Kommunikation zwischen der Autobahn GmbH, der Landesbehörde Straßen.NRW und der Deutschen Bahn. Auch die betroffenen Städte müssen frühzeitig in die Maßnahmenplanung einbezogen werden. Wenn man Problembereiche und Ausweichrouten gemeinsam identifiziert und klar kommuniziert, können größere Probleme meist vermieden werden. Dafür müssen aber alle zusammenarbeiten und transparent kommunizieren.
ADAC Tipps gegen den Staufrust: Pendlerinnen und Pendler, die flexible Arbeitszeitmodelle nutzen können, sollten antizyklisch fahren und die Stoßzeiten meiden. Wir empfehlen, wo es möglich ist, Home-Office-Tage verstärkt auf den Mittwoch oder Donnerstag zu legen, da an diesen Wochentagen die Staugefahr am größten ist. Wer morgens zu einer festen Zeit am Arbeitsplatz sein muss, der sollte sehr früh losfahren. Außerdem sollten Bahnpendler, die von den Generalsanierungen betroffen sind, prüfen, ob der angebotene Schienenersatzverkehr eine Alternative sein kann. Auch Fahrgemeinschaften können eine Alternative sein.
So ermittelt und zählt der ADAC die Staus: Der ADAC nutzt zur Stauermittlung Fahrzeugflotten mit ihren Geschwindigkeitsdaten. Nutzer von Online-Navigationsgeräten, Smartphone-Apps sowie Onboard units der Fuhrparks großer Speditionen liefern ständig anonymisiert und automatisiert ihre Positions- und Geschwindigkeitsinformationen von deutschen Straßen („Floating Car Data“, im Durchschnitt ca. 2 Milliarden Positions- und Geschwindigkeitsinformationen täglich). Diese Live-Daten werden zur Berechnung von Verkehrsstörungen verwendet.
Weitere Informationen zur Methodik sowie Erläuterungen der Begriffe „Staubelastung“ und „baustellenbedingte Verkehrseinschränkungen“ finden Sie im Medien-Paket.
Das Medien-Paket zur redaktionellen Verwendung mit...
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- Zahlen und Fakten zu den Staus in NRW (Stauaufkommen NRW-Autobahnen, besonders belastete Autobahnabschnitte in NRW)
- Methodik und Begriffserläuterung
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