ADAC Spritpreisvergleich 2026: Tanken auf NRW-Autobahnen bleibt teuer
In Nordrhein-Westfalen zahlen Autofahrer laut ADAC bei einer 50-Liter-Tankfüllung (Super E10/Diesel) abseits der Fernstraßen im Schnitt 16,50 Euro weniger. Abfahren lohnt sich fast immer.

Autofahrer, die an einer Autobahntankstelle in Nordrhein-Westfalen tanken, zahlen gegenüber Straßentankstellen abseits der Fernstraßen weiter kräftig drauf. Das zeigt der aktuelle Spritpreisvergleich des ADAC. In NRW waren Super E10 und Diesel an Tankstellen auf der Autobahn im Schnitt etwa 33 Cent pro Liter teurer. Anders als in früheren Erhebungen hat der ADAC dieses Mal die Preise aller 14.000 deutschen Tankstellen einschließlich der rund 360 Autobahntankstellen analysiert. In die Auswertung eingeflossen sind die Preisdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe im Zeitraum vom 6. bis 19. April 2026. In NRW gibt es 63 Tankstellen direkt an der Autobahn und rund 2850 Straßentankstellen.
„Ein Preisaufschlag von einigen Cent pro Liter direkt an der Autobahn ist aufgrund teurer Konzessionen, einem Service-Angebot rund um die Uhr und damit auch höheren Betriebskosten nachvollziehbar, aber derart massive Aufschläge sind nicht zu rechtfertigen. Die Autobahntankstellen nutzen ihre vermeintlich konkurrenzlose Situation weiter schamlos aus“, kritisiert Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC in NRW.
Während des zweiwöchigen Erhebungszeitraums – noch ohne Tankrabatt – gab es auf dem Kraftstoffmarkt als Folge des Irankriegs erhebliche Preisturbulenzen. An den Autobahntankstellen in NRW kostete Super E10 während dieser zwei Wochen im Schnitt 2,42 Euro je Liter, an den Straßentankstellen 2,09 Euro. Genauso groß war die Preisdifferenz bei Diesel: 2,60 Euro je Liter mussten Autofahrer im Schnitt an den NRW-Autobahnen bezahlen, abseits davon waren 2,27 Euro fällig.
Allerdings gab es auch unter den Autobahntankstellen in NRW erhebliche Preisunterschiede, wie die ADAC Auswertung zeigt. So reichte die Preisspanne bei Super E10 von durchschnittlich 2,06 Euro je Liter bis zu 2,53 Euro, eine Differenz von 47 Cent. Bei Diesel wurde das Minimum bei 2,25 Euro je Liter registriert. Die im Schnitt teuerste Autobahntankstelle verlangte 2,75 Euro. Damit war sie um 50 Cent teurer. Die bei beiden Kraftstoffsorten günstigste Tankstelle entlang der NRW-Autobahnen lag am Autobahnende der A52 bei Gladbeck. Am meisten für Super E10 und Diesel bezahlten Autofahrer auf der Raststätte Rhynern Süd an der A2 bei Hamm.
„Der Verbraucher ist den horrenden Preisen zum Glück nicht alternativlos ausgeliefert, sondern er hat die Wahl. Wer zum Tanken die Autobahn verlässt, kann ohne großen Aufwand viel Geld sparen“, empfiehlt Suthold. In Nordrhein-Westfalen zahlen Autofahrer bei einer 50-Liter-Tankfüllung (Super E10/Diesel) abseits der Fernstraßen im Schnitt 16,50 Euro weniger. „Teilweise liegt die Ersparnis sogar bei 20 bis 25 Euro und das schon an der ersten Tankstelle nach der Ausfahrt. Weite Umwege sind also gar nicht nötig“, betont der ADAC Experte.
Eine begleitende (bundesweite) Umfrage des ADAC zum Tankverhalten zeigt, dass 63 Prozent der Autofahrer wegen hoher Preise von der Autobahn abfahren würden, 42 Prozent davon bereits bei einer Ersparnis von bis zu 10 Cent je Liter. Allerdings ist auch ein Viertel der Befragten bereit, die Autobahnpreise zu bezahlen, obwohl der Umweg zu einer günstigen Station oft nur wenige hundert Meter ausmacht. Sie gaben an, nicht abzufahren, egal, wie groß die Preisdifferenz ist.
Trotz des insgesamt hohen Preisniveaus an Autobahntankstellen gab es erhebliche regionale Abweichungen: In den ostdeutschen Bundesländern sowie im Saarland war sowohl Super E10 als auch Diesel auf der Autobahn günstiger als in anderen Ländern. Einziger Ausreißer: Sachsen, das sich am teuren Ende bei Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern einreihte. Nordrhein-Westfalen lag bei den Autobahnpreisen fast exakt auf Höhe des Bundesdurchschnitts. Dieser betrug in der ADAC Erhebung 2,43 Euro je Liter Super E10 und 2,61 Euro je Liter Diesel. Umgekehrt sah es bei den Straßentankstellen aus: Diese waren im Südwesten durchschnittlich am preiswertesten, im Osten am teuersten. NRW gehörte hier mit zu den günstigsten Bundesländern (Super E10/Diesel: 4./3. Platz).
Von der Fernstraße abzufahren und an einer Station neben der Autobahn zu tanken, zahlt sich ganz besonders in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen aus. Bis zu 43 Cent je Liter betrug hier die Ersparnis, unabhängig vom Kraftstoff. Am wenigsten Preisersparnis brachte die Abfahrt in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo sich aber immer noch rund 17 Cent pro Liter beim Tanken sparen ließen. Auch hier lohnt es sich also abzufahren.
Laut ADAC beruht die Höhe der Preise an den Autobahnen u.a. auf Faktoren wie Verkehrsaufkommen und Zahlungsbereitschaft bei längeren Fahrten. Gerade auf stark frequentierten süddeutschen Reiserouten mit vielen Durchreisenden lassen sich dadurch höhere Preise durchsetzen, während im Osten die geringere Nachfrage eher preisdämpfend wirkt. Bei den Straßentankstellen sorgt dagegen der lokale Wettbewerb für niedrigere Preise.
Über die Spritpreis-App „ADAC Drive“ können sich Autofahrer rund um die Uhr über die aktuellen Preise an den rund 14.000 Tankstellen in Deutschland informieren.
Weitere Informationen und Fakten zum ADAC Spritpreisvergleich gibt es ab dem 7. Juli unter www.adac.de/kraftstoffpreise-autobahn.
Ein O-Ton-Paket (Audio) und eine Grafik (Quelle: ADAC e.V.) zur redaktionellen Verwendung finden Sie hier: https://cloud.adac-nrh.de/s/ts4nWDsC556sAmn
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