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Nordrhein-Westfalen | 11.02.2026

ADAC Luftrettungsbilanz 2025: NRW-Hubschrauber mit 6512 Einsätzen

Ursache Nummer eins waren für die ADAC Rettungshubschrauber aus NRW bei ca. 42 Prozent der Flüge Verletzungen nach Unfällen. Der in Würselen bei Aachen stationierte „Christoph Europa 1“ flog die meisten Einsätze

Der ADAC Rettungshubschrauber "Christoph Rheinland" aus Köln im Einsatz. Foto: Christian Focke

Auf einen Blick - ADAC Luftrettungsbilanz 2025 für NRW-Hubschrauber

  • Sechs NRW-Rettungshubschrauber der ADAC Luftrettung fliegen 6512 Einsätze
  • Hauptursache: Verletzungen nach Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfällen
  • „Christoph Europa 1“ aus Würselen/Aachen mit den meisten Einsätzen (1644)

Die sechs in Nordrhein-Westfalen stationierten Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber der gemeinnützigen ADAC Luftrettung sind 2025 zu 6512 Einsätzen geflogen (2024: 6752). Das geht aus der heute veröffentlichten Jahresbilanz der Rettungsdienstorganisation hervor. Ursache Nummer eins waren für die ADAC Rettungshubschrauber aus NRW bei ca. 42 Prozent der Flüge Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfälle. Danach folgten Notfälle des Herzkreislauf-Systems (z.B. Herzinfarkt) mit 22 Prozent und neurologische Notfälle (15 Prozent), wie zum Beispiel ein Schlaganfall.

Der in Würselen bei Aachen stationierte „Christoph Europa 1“ war mit 1644 Einsätzen (2025: 1684) erneut am häufigsten unterwegs. Es folgten „Christoph 25“ aus Siegen mit 1127 Einsätzen (2024: 1085) und „Christoph Europa 2“ aus Rheine mit 1035 Einsätzen (2024: 1120). „Christoph 8“ aus Lünen flog 938 Einsätze (2024: 965). Die hauptsächlich für die Verlegung von Patienten eingesetzten Intensivtransporthubschrauber „Christoph Westfalen“ aus Greven und „Christoph Rheinland“ aus Köln kamen auf 895 (2024: 1012) sowie 873 (2024: 886) Einsätze. Einsatzgebiete waren NRW, angrenzende Bundesländer und das benachbarte Ausland (Belgien, Niederlande). Der Einsatzradius rund um die ADAC Luftrettungsstationen beträgt in der Regel ca. 50 bis 70 Kilometer.

Die Auswertung für die sechs in NRW stationierten ADAC Rettungshubschrauber im Detail:

„Christoph Europa 1“ (Aachen/Würselen): 1644 Einsätze

• Verletzung nach Unfällen: 22 Prozent
• Notfälle Herzkreislauf-System: 32 Prozent
• Neurologische Notfälle: 13 Prozent
• Notfall des Atmungssystems: 13 Prozent
• Internistische Notfälle: 6 Prozent
• Sonstige Notfälle: 14 Prozent

„Christoph Europa 2“ (Rheine): 1035 Einsätze

• Verletzung nach Unfällen: 53 Prozent
• Notfälle Herzkreislauf-System: 21 Prozent
• Neurologische Notfälle: 12 Prozent
• Notfall des Atmungssystems: 4 Prozent
• Internistische Notfälle: 2 Prozent
• Sonstige Notfälle: 7 Prozent

„Christoph 25“ (Siegen): 1127 Einsätze

• Verletzung nach Unfällen: 40 Prozent
• Notfälle Herzkreislauf-System: 23 Prozent
• Neurologische Notfälle: 19 Prozent
• Notfall des Atmungssystems: 6 Prozent
• Internistische Notfälle: 4 Prozent
• Sonstige Notfälle: 9 Prozent

„Christoph 8“ (Lünen): 938 Einsätze

• Verletzung nach Unfällen: 55 Prozent
• Notfälle Herzkreislauf-System: 13 Prozent
• Neurologische Notfälle: 14 Prozent
• Notfall des Atmungssystems: 6 Prozent
• Internistische Notfälle: 4 Prozent
• Sonstige Notfälle: 8 Prozent

„Christoph Westfalen“ (Greven): 895 Einsätze

• Verletzung nach Unfällen: 56 Prozent
• Notfälle Herzkreislauf-System: 14 Prozent
• Neurologische Notfälle: 16 Prozent
• Notfall des Atmungssystems: 6 Prozent
• Internistische Notfälle: 2 Prozent
• Sonstige Notfälle: 6 Prozent

„Christoph Rheinland“ (Köln): 873 Einsätze

• Verletzung nach Unfällen: 28 Prozent
• Notfälle Herzkreislauf-System: 29 Prozent
• Neurologische Notfälle: 15 Prozent
• Notfall des Atmungssystems: 13 Prozent
• Internistische Notfälle: 5 Prozent
• Sonstige Notfälle: 11 Prozent

Bundesweit sowie im grenznahen Raum flogen die Pilotinnen und Piloten der gemeinnützigen ADAC Luftrettung 2025 zu 48.908 Einsätzen (2024: 49.048). Die meisten Einsätze gab es 2025 mit 11.742 in Bayern (Vorjahr: 12.015). Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 7786 (7907) und Nordrhein-Westfalen mit 5310 (5603). Pro Tag hoben die fliegenden „Gelben Engel“ 2025 im Durchschnitt zu 134 Notfällen ab. Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche.

„Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft auch in Zukunft uneingeschränkt sicherzustellen, muss die vom Bundesgesundheitsministerium aktuell vorangetriebene Reform der Notfallversorgung jetzt umgesetzt werden“, betont Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung. „Der Rettungsdienst muss weiterentwickelt werden. Wir brauchen dringend längere Einsatzmöglichkeiten auch in der Dunkelheit, flexiblere Arbeitszeitmodelle, eine flächendeckende digitale Vernetzung der Leitstellen und eine länderübergreifende Einsatz- und Bedarfsplanung mit einheitlichen Qualitätsstandards“, erklärt er.

Im vergangenen Jahr fanden 3314 Flüge in der Dämmerung und Dunkelheit statt (2024: 3159). Darunter waren auch hochanspruchsvolle Notfalleinsätze mit Landung an unbeleuchteten Plätzen. Möglich sind diese durch spezielle Nachtsichtbrillen. Sie sind Teil eines hochmodernen „Night-Vision-Imaging-Systems“, kurz NVIS genannt. Zu den bundesweiten sechs damit ausgerüsteten Stationen gehören auch zwei aus NRW: „Christoph Westfalen“ (Greven) und „Christoph Rheinland“ (Köln).

Die Zahl der hochanspruchsvollen Spezialeinsätze mit Rettungswinde stieg 2025 auf 580 (2024: 552). Solche Einsätze fliegen die Crews der ADAC Luftrettungsstationen in München, Murnau, Straubing (alle Bayern), Sande (Niedersachsen), Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und Hamburg. Die Winde mit 90 Metern Länge und einer Traglast von rund 250 Kilogramm ermöglicht an schwer erreichbaren Einsatzorten eine erheblich schnellere Versorgung und Rettung von Patienten. Die Windenhubschrauber stehen zudem in Katastrophenfällen zur Rettung von Menschen in Notsituationen zur Verfügung.

Die ADAC Rettungshubschrauber: Die ADAC Luftrettung setzt bewusst auf eine Mehrflottenstrategie und kann so bedarfsgerecht, nachhaltig und kosteneffizient auf die komplexen Herausforderungen im Rettungsdienst sowie auf sämtliche Einsatzszenarien adäquat reagieren. Die Crews können bei ihrer Arbeit je nach Region und Anforderung auf moderne Rettungshubschrauber des Typs H145 und H135 von Airbus Helicopters zurückgreifen. Darunter befindet sich mit „Christoph Westfalen“ in Greven auch eine von mehreren H145 mit Fünfblattrotor (höhere Reichweite, mehr Zuladung, bessere Patientenversorgung an Bord). Die Helikopter des Typs H135 sind wegen ihrer geringeren Größe besonders für Notfälle im innerstädtischen Bereich geeignet. Sie verursachen weniger starken Abwind beim Starten und Landen, sind wendiger, günstiger in der Anschaffung und verbrauchen weniger Kerosin. Einer der Helikopter vom Typ H135 ist in Siegen stationiert. In Zukunft setzt die ADAC Luftrettung auch auf die neue Rettungshubschrauber-Generation H140 von Airbus Helicopters, die Vorteile beider Modelle vereint.

Über die ADAC Luftrettung gGmbH: Mit 60 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem und haben bis heute mehr als 1,3 Millionen Einsätze absolviert. Sie werden über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle.

Bundesweit arbeiten für die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen mehr als 1500 Menschen – darunter rund 180 Piloten, 670 Notärzte, 245 Notfallsanitäter (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeiter aus Technik und Wartung. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen. Seit 2017 ist die ADAC Luftrettung ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

Ein Medien-Paket zur redaktionellen Verwendung mit...

  • O-Ton-Paket (Audio)
  • Infografiken (Quelle: ADAC Luftrettung gGmbH)
  • Fotos (Quellenangabe beachten)

finden Sie vorab zum Download unter folgendem Link: https://cloud.adac-nrh.de/s/rawHKskdqtnZ5B8
 


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