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Nordbayern | 17.03.2026

Monatstickets verlieren gegen Deutschlandticket

+++ ADAC Erhebung der ÖPNV-Ticketpreise in 25 Großstädten, darunter Nürnberg +++ Unterschiede zwischen Städten erheblich +++

Nürnberg. Die ÖPNV-Nutzerzahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Der ADAC hat daher die Tarife für Bus, Bahn und Tram in 25 Großstädten im gesamten Bundesgebiet untersucht, darunter auch in Nürnberg. Ergebnis: Es bestehen teils große Unterschiede. Insbesondere das Monatsticket muss sich dabei mit dem Deutschlandticket messen lassen und kann oftmals nicht mithalten.

In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Preise über alle Ticketarten hinweg um durchschnittlich 27 Prozent und liegen damit leicht über der kumulierten Inflation von 22 Prozent. Einfluss auf die Preisstruktur vieler Verkehrsverbünde dürfte auch die Einführung des Deutschlandtickets (aktuell 63 Euro) vor rund drei Jahren gehabt haben, das derzeit mehr als 14 Millionen Menschen nutzen.

Konkurrenz haben dadurch besonders die Monatstickets bekommen, deren Preise sich zwischen 71,40 Euro (München) und nahezu dem Doppelten von 140,50 Euro (Köln und Bonn) bewegen. Nürnberg reiht sich hier mit einem Preis von 103,10 Euro im Mittelfeld der betrachteten Städte ein.

Eine weitere Entwicklung gibt es bei den Wochentickets, die bereits bei der vergangenen ADAC Erhebung 2021 nicht mehr von allen Verkehrsverbünden angeboten wurden. Mittlerweile gibt es sie lediglich in 15 der 25 untersuchten Städte, mit einem Durchschnittspreis von 32,46 Euro. Nürnberg liegt hier mit 33,90 Euro nur leicht darüber und bietet für diesen Preis attraktive Mitnahmeregelungen. Am teuersten ist Hamburg mit 43,00 Euro. Im Vergleich zum Deutschlandticket lohnt das Wochenticket daher nurmehr in speziellen Fällen (z.B. für Touristen) und ist in vielen Kommunen ein Auslaufmodell.

Auch Einzeltickets, deren Preise von knapp 3 Euro (Erfurt) bis über 4 Euro reichen, rechnen sich eher selten. Denn in allen Städten lohnt sich ein Tagesticket ab drei, in manchen Städten sogar schon ab zwei Einzelfahrten. Nürnberg liegt bei den Einzeltickets mit einem Preis von 3,90 Euro am oberen Ende, lediglich vier Städte (Berlin, Hamburg, Augsburg und München) sind noch teurer.

Genau hinschauen müssen Verbraucher trotzdem bei den Tagestickets, denn in einigen Städten gelten sie ab Kauf bzw. Entwertung volle 24 Stunden, in anderen nur bis Betriebsschluss (u.a. Nürnberg). Der Preis beträgt dabei im Schnitt 8,44 Euro, am teuersten fährt man in Berlin mit 11,20 Euro. Die 10-Euro-Marke reißen auch München, Leipzig, Augsburg und Nürnberg (10,60 Euro). Positiv fällt Bielefeld auf, das den Preis seit 2021 um 11 Prozent auf 6,70 Euro senkte und damit als einzige Stadt unter 7 Euro bleibt. In Hamburg blieb der Preis nahezu stabil, wohingegen die übrigen Verkehrsverbünde in den letzten fünf Jahren zwischen 5 und 45 Prozent aufschlugen.

Damit zeigt sich insgesamt: Wer häufig pendelt, vielleicht sogar in verschiedenen Städten, fährt mit dem Deutschlandticket konkurrenzlos günstig. Alle anderen sollten genau rechnen und das eigene Nutzerprofil prüfen, dann ist möglicherweise eine Zeitkarte mit erweitertem Leistungsumfang lohnender.
Wichtig sind folgende Punkte:

  • Darauf achten, ob Monats- bzw. Wochentickets übertragbar sind bzw. weitere Erwachsene, Kinder, Hunde oder Fahrräder einschließen
  • Für Tagestickets prüfen, wie lange sie ab Kauf bzw. Entwertung gelten (volle 24 Stunden oder nur bis Betriebsschluss wie in Nürnberg)
  • Bei Monats- bzw. Wochentickets darauf achten, ob sie wie in Nürnberg ein flexibles Startdatum haben oder auf Kalendermonat bzw. -woche begrenzt sind
  • Auf Vergünstigungen bei Online- bzw. Handytickets achten (gibt es in Nürnberg z.B. bei Einzeltickets)
  • Als Gelegenheitsnutzer „Pay as you go“-Tarife wie z.B. „egon“ in Nürnberg erwägen (rechnen exakt nur die gefahrene Strecke ab bis zu einem bestimmten Preislimit)

Für die Recherche hat der ADAC KI-Tools verwendet. Mit deren Hilfe wurden die Ticketpreise im Januar und Februar 2026 auf den Webseiten der Verkehrsverbünde erhoben. Als Geltungsbereich wurde jeweils das (innere) Stadtgebiet gewählt. Anschließend wurden die Daten jeweils von internen Mitarbeitern überprüft und gegebenenfalls korrigiert.


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