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Nordbayern | 16.10.2020

ADAC Nordbayern für Beendigung des Verkehrsversuchs Pop-Up-Radweg in der Rothenburger Straße

Nürnberg auf gutem Weg zu langfristig durchdachtem Radwegnetz

Medien

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Nürnberg. Der ADAC Nordbayern spricht sich gegen eine Verlängerung des temporär eingerichteten Pop-Up-Radwegs in der Rothenburger Straße in Nürnberg aus. Grundlegend ist es zu begrüßen, dass Städte und Gemeinden seit der Novelle der StVO leichter sogenannte Verkehrsversuche durchführen können. In der Rothenburger Straße sollten nunmehr genug Informationen gesammelt worden sein, um den Versuch zu beenden. „Die stellenweise unklare Verkehrssituation und die geringe Zahl an Radfahrern machen es den anderen Verkehrsteilnehmern schwer, die Einschränkungen nachzuvollziehen“ meint Jürgen Hildebrandt, Abteilungsleiter Verkehr, Technik und Umwelt beim ADAC Nordbayern.

Langfristig geplante Radwegnetze statt kurzfristiger Notlösungen

Der ADAC Nordbayern sieht zur Verbesserung der Radinfrastruktur die derzeit in vielen deutschen Großstädten aufkommenden Pop-Up-Radwege in Nürnberg generell als wenig geeignet an. „Die langjährigen Aktivitäten der Stadt Nürnberg zur Errichtung eines Radwegenetzes mit Vorrangrouten und Radschnellwegen begrüßen wir ausdrücklich und fordern diese Kategorisierung bereits seit Jahrzehnten. Gerade bei steigenden Radverkehrsanteilen muss eine sichere und getrennte Führung des Radverkehrs erfolgen“, sagt Dipl.-Ing. Thomas Dill, Verkehrsvorstand beim ADAC Nordbayern. Bei den Planungen von Verkehrskonzepten muss es dabei nicht zwangsläufig zu Interessenkonflikten zwischen Rad- und Autofahrern kommen. „Den Verkehrsraum vorschnell und dauerhaft, beispielsweise durch Pop-Up-Radwege umzuverteilen, ist nicht das richtige Mittel, um langfristig den Verkehrsfluss zu verbessern und für mehr Sicherheit zu sorgen“, so Dill weiter. Am Beispiel Rothenburger Straße bedeutet dies, die bereits abgeschlossenen Planungen für den fachgerechten Umbau zügig umzusetzen.

ADAC Test: Radwege bundesweit mit Verbesserungspotential

Denn laut einem aktuellen ADAC-Test sind noch immer zu viele Fahrradwege in Deutschland zu schmal. Jeder dritte Radweg erfüllt nicht die geforderte Mindestbreite. Der ADAC empfiehlt den Städten und Kommunen bei der Planung der Straßeninfrastruktur das zu erwartende Nutzungspotential auf dem Radweg genauer abzuschätzen und bei der Errichtung auf die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (EFR) von über zwei Metern zu achten. Mit flächendeckenden und ausreichend breiten Radwegen – auch abseits der viel befahrenen Hauptverkehrsadern – werden Schnellschüsse wie die Pop-Up-Radwege, die eher zur Verschärfung von Flächenkonkurrenz und Verkehrsklima führen, in Zukunft gar nicht benötigt. Der ADAC Nordbayern sieht die Stadt Nürnberg beim Ausbau des Radwegenetzes dahingehend jedoch auf einem guten Weg.

Beim ADAC Test zu den Radwegebreiten war mit München nur eine Stadt aus dem Freistaat beteiligt und landete mit dem Gesamturteil ausreichend im Mittelfeld. Sieger des Tests wurde Kiel, die als einzige Stadt den Test mit gut abschloss. Ganz anders sieht dies bei den Testverlierern Mainz und Hannover aus: Während in Kiel kein einziger Radweg durchfiel und jeder fünfte die Regelbreite sogar übertraf, waren in Mainz 70 Prozent und in Hannover 60 Prozent zu schmal. Insgesamt wurden nach dem ersten Radwegtest 2019 nun zum zweiten Mal zehn deutsche Landeshauptstädte unter die Lupe genommen.

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