Einzelfahrkarten für den ÖPNV in Karlsruhe und Mannheim unter dem Bundesdurchschnitt
ADAC vergleicht ÖPNV-Ticketpreise in 25 Großstädten | Deutschlandticket ist fester Bestandteil im ÖPNV | Preise in Karlsruhe unter dem Durchschnitt, in Mannheim teils darüber | Seit 2021 sind die Preise in den untersuchten Städten um 27 Prozent gestiegen
Karlsruhe/Mannheim. Wer in Karlsruhe die öffentlichen Nahverkehrsmittel nutzt und nicht das Deutschlandticket besitzt, zahlt im Durchschnitt weniger als in anderen deutschen Großstädten. In Mannheim kommt es hingegen ganz auf die Art der Fahrkarte an: Während Erwachsene in der Quadratestadt für eine Einzelfahrkarte weniger als im Bundeschnitt zahlen, liegen das Tagesticket und die Monatskarte über diesem Mittelwert. Dies zeigt eine aktuelle Studie des ADAC, der die ÖPNV-Preise in 25 Großstädten, darunter Karlsruhe und Mannheim, vergleicht. Demnach stellte der Mobilitätsclub seit der letzten Betrachtung im Jahr 2021 einen ÖPNV-Ticketpreisanstieg von durchschnittlich 27 Prozent fest. In der Spitze liegen die Verteuerungen bei 58 Prozent für eine Monatskarte in Duisburg und bei 45 Prozent für eine Tageskarte in Frankfurt. In Karlsruhe stiegen die Preise im Vergleich zu 2021 um 26 Prozent, in Mannheim um 33 Prozent. Diese Werte beziehen sich zusammengerechnet auf alle drei vom ADAC untersuchten Ticketarten in den nordbadischen Städten (Einzel-, Tages- und Monatskarte).
Inzwischen fahren fast wieder so viele Menschen wie vor Corona mit dem ÖPNV. Wer häufig pendelt, vielleicht sogar in verschiedenen Städten, für den ist die Wahl der Fahrkarte klar: das Deutschlandticket. Alle anderen müssen rechnen. Welches Ticket ist das passende für die eigenen Bedürfnisse? Ab wann lohnt sich eine Zeitkarte? Deutlich wird: Das Deutschlandticket stellt eine starke Konkurrenz für die klassischen Verkehrsverbünde dar.
Karlsruhe und Mannheim bei Einzelfahrkarten unter dem Bundesschnitt
Der Unterschied bei den einzelnen Fahrkartenarten ist zwischen den untersuchten Städten teils deutlich: Bei Einzelfahrkarten liegt die Preisspanne zwischen 2,90 Euro (Erfurt) und 4,20 Euro (Augsburg und München). Karlsruhe und Mannheim mit jeweils 3,50 Euro liegen dabei unter dem Durchschnittspreis von 3,68 Euro. Sowohl Karlsruhe als auch Mannheim bieten als Alternative zur Einzelfahrt einen Luftlinientarif an, der sich nicht am eigentlich Verbunds-Tarif orientiert, sondern an der tatsächlich gefahrenen Strecke. In beiden Städten wird per App der Luftlinientarif mit dem klassischen Tarif verglichen. ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzern wird der günstigere Preis berechnet.
Tagesticket in Karlsruhe lohnt sich bereits ab zwei Einzelfahrten
Auch bei den Tagestickets gibt es große Unterschiede: Zwischen 6,70 Euro (Bielefeld) und 11,20 Euro (Berlin) werden fällig. Karlsruhe belegt in dieser Kategorie den zweiten Platz, hier kostet das Tagesticket für drei Waben 7 Euro. Mannheim liegt mit 9,30 Euro im Stadttarif MA über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,44 Euro. In allen Städten lohnt sich ein Tagesticket ab drei, u.a. in Karlsruhe sogar schon ab zwei Einzelfahrten. Allerdings gibt es signifikante Leistungsunterschiede: Tagestickets gelten so beispielsweise ab dem Kauf bzw. der Entwertung in einigen Städten volle 24 Stunden, während die Gültigkeit andernorts bereits mit Betriebsschluss (u.a. in Karlsruhe und Mannheim) endet, was weniger verbraucherfreundlich ist. Die aktuelle ADAC Studie vergleicht zudem die Preise bei Wochentickets; sowohl Karlsruhe als auch Mannheim haben eine solche Fahrkarte jedoch nicht im Angebot.
Monatskarten in Karlsruhe unter, in Mannheim knapp über dem Schnitt
Auch wenn die klassische Monatskarte große Konkurrenz durch das Deutschlandticket erhalten hat, lohnt sich für ÖPNV-Kundinnen und -Kunden ein Vergleich: Monatstickets enthalten in einigen Städten – so auch in Karlsruhe und Mannheim – kostenfreie (oder für einen Aufpreis verfügbare) Leistungen, die das Deutschlandticket nicht bietet. Hierzu zählen z.B. die Übertragbarkeit auf andere Personen oder attraktive Mitnahmeregelungen. Große Unterschiede gibt es auch beim Preis: Während das Monatsticket in München 71,40 Euro kostet, werden in Köln und Bonn 140,50 Euro fällig. Karlsruhe liegt mit 87 Euro im günstigsten Drittel der verglichenen Städte; Mannheim mit 103,90 Euro hingegen minimal über dem deutschen Durchschnittspreis von 103,33 Euro. Der Karlsruher Verkehrsverbund bietet als Besonderheit eine 9-Uhr-Monatskarte ab 67 Euro an, mit der man jeweils ab 9 Uhr morgens den ÖPNV nutzen kann.
ADAC fordert: Tarifangebote grundlegend prüfen
Die steigenden Fahrgastzahlen zeigen, dass die Menschen in Deutschland den ÖPNV brauchen und wollen. Für die Verkehrsverbünde heißt es nun, ihre Tarife im Kontext des Deutschlandtickets attraktiv zu gestalten. Da der Fortbestand des Deutschlandtickets von Bund und Ländern kürzlich für mehrere Jahre (mindestens bis 2030) beschlossen wurde, haben die Verkehrsverbünde nun erstmals Planungssicherheit und somit die Gelegenheit, ihr Tarifangebot grundlegend zu prüfen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Fahrgäste bestmöglich gerecht zu werden.
Download: Datenblatt Karlsruhe
Download: Datenblatt Mannheim
Ausgangslage des ADAC Preisvergleichs
Das Deutschlandticket hat seit seiner Einführung eine rasante Karriere hinter sich und kostet aktuell 63 Euro. Damit hat es das Preisgefüge im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ordentlich durcheinandergewirbelt. Der ADAC, der wiederholt ÖPNV-Ticketpreise in deutschen Großstädten vergleicht, hat Anfang 2026 einmal mehr nachgerechnet: Wann lohnt sich das Deutschlandticket? Wie sieht das Preisgefüge von Einzel-, Tages-, Wochen- und Monatstickets aus? Welche Leistungsunterschiede gibt es? Und natürlich: Wo fährt man am günstigsten, wo am teuersten?
Auswahl der Städte & Verkehrsverbünde
In den letzten beiden Erhebungen 2019 und 2021 wurden 21 Großstädte verglichen. Diese waren auch 2026 wieder im Vergleich dabei: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Dazu kamen vier weitere Städte, nämlich Augsburg, Erfurt, Magdeburg und Rostock. Auswahlkriterien waren grundsätzlich eine Einwohnerzahl von mindestens 300.000 sowie ein schienengebundener ÖPNV. Erfurt, Magdeburg und Rostock wurden zusätzlich aufgenommen, obwohl ihre Einwohnerzahl etwas darunter liegt. Durch ihre Aufnahme wurden mit Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern drei weitere Bundesländer in der Erhebung abgedeckt.
Durchführung
Für die Recherche hat der ADAC KI-Tools verwendet. Mit deren Hilfe wurden die Ticketpreise im Januar und Februar 2026 auf den Webseiten der Verkehrsverbünde erhoben. Anschließend wurden die Daten jeweils von mehreren Mitarbeitern überprüft und gegebenenfalls korrigiert.
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