Die Seite benötigt aktiviertes Javascript! Wie Sie JavaScript in Ihrem Browser aktivieren

Nordbaden | 09.06.2026

Ein leistungsstarker Akku ist die halbe Miete

Nachfrage nach gebrauchten E-Autos steigt | Akku ist teuerstes Bauteil und sollte geprüft werden | Neuer ADAC Service in Karlsruhe prüft die Batterie, inklusive Zertifikat

Karlsruhe. Nicht zuletzt wegen der horrenden Benzinpreise an der Tankstelle überlegen sich viele Autofahrerinnen und Autofahrer ein Elektroauto kaufen. Während die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos steigt, stellt sich vielen die Frage, worauf beim Gebrauchtwagenkauf zu achten ist. Eine immer breiter werdende Modellpalette sowie verbesserte Technik haben inzwischen auch den Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos in Schwung gebracht. Vielen Interessenten fehlt es jedoch an Erfahrungswerten. Worauf es zu achten gilt, verrät Manuel Praxl, Teamleiter der Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Nordbaden e.V.

Allein ein Blick ins Internet offenbart mehrere 10.000 Inserate für Elektroautos. „Oftmals handelt es sich dabei um junge Gebrauchte als Leasing-Rückläufer in einem Alter von zwei bis vier Jahren, mit überschaubarer Laufleistung und gutem Pflegezustand“, weiß ADAC Experte Praxl. Die Gebrauchtwagenpreise liegen oft auf dem Niveau von Verbrennern, die Unterhaltskosten sind meist geringer – auch ohne Berücksichtigung der dramatisch gestiegenen Benzinpreise. Aktuell lassen sich, so der Experte, die bloßen Energiekosten beim Umstieg auf einen Stromer ungefähr halbieren im Vergleich zum Diesel oder Benziner. „Ein Elektroauto hat zudem weniger Verschleißteile als ein Auto mit Verbrennungsmotor, man muss sich also weniger Gedanken machen über möglicherweise auszutauschende Ersatzteile.“

„Die grundsätzlichen Tipps für den Gebrauchtwagenkauf gelten auch für E-Autos, einen besonderen Blick sollte man aber dem Akku widmen“, sagt Manuel Praxl. Dass die Batterien besonders schnell altern würden, hat der ADAC in zahlreichen Dauertests nicht erkennen können. Basierend auf den Auswertungen und Erfahrungswerten sollte der SoH („State of Health“, Akkugesundheit in Prozent) bei einer Laufleistung von 50.000 Kilometern noch mindestens 92 Prozent betragen, bei 100.000 Kilometern noch 88 Prozent und bei 150.000 Kilometern noch 84 Prozent der ursprünglichen Kapazität.

Natürlich sollten Interessenten vorab für sich definieren, welche Reichweite sie von einem E-Auto erwarten. „Die Angaben der Hersteller zur Reichweite sollte man nicht einfach für bare Münze nehmen“, so ADAC Experte Manuel Praxl. Die tatsächliche Reichweite von E-Autos liegt meist niedriger und ergibt sich aus der nutzbaren Batteriegröße (kWh) und dem Stromverbrauch. Hilfreich können hier die Testergebnisse des ADAC sein. Der Gesamtzustand sollte genau unter die Lupe genommen werden, gegebenenfalls mit Begutachtung eines Fachmanns. Eine sorgfältige Prüfung des Serviceheftes ist beim Elektroauto nicht weniger wichtig als sonst, denn regelmäßige Wartungen belegen ein einwandfreies „Vorleben“ des Fahrzeugs.

Neuer Service beim ADAC in Karlsruhe überprüft den Akku
Wer beim Akku auf Nummer sicher gehen möchte, kann diesen nun beim ADAC in Karlsruhe, Steinhäuserstraße 22, prüfen und sich ein entsprechendes Zertifikat ausstellen lassen. Der kostenpflichtige Aviloo-Flash-Test ermittelt den tatsächlichen Zustand der Antriebsbatterie eines E-Autos. Interessierte erhalten damit ein herstellerunabhängiges und neutrales Urteil zum State of Health (SoH) der Hochvoltbatterie. Hierfür wird unter Aufsicht eines ADAC Technikers die Historie der Hochvoltbatterie sowie deren Leistungsfähigkeit überprüft und ein Zertifikat ausgestellt. Dieses gibt sowohl Gebrauchtwagenkäufern als auch Verkäufern Sicherheit und Transparenz in Bezug auf mögliche Schäden, Verschleiß und den Fahrzeugwert. Der ADAC Nordbaden in Karlsruhe bietet den Aviloo Batterie-Check nach vorheriger Terminvereinbarung an. Er kostet 79 Euro und dauert circa 20 Minuten.

Termine für den Aviloo-Flash-Test können unter der Telefonnummer 0721 810 49 49 oder unter verkehr-technik@nba.adac.de vereinbart werden. Vor Ort beim ADAC in Karlsruhe stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verkehr und Technik darüber hinaus persönlich für Fragen und Beratung rund um den Fahrzeugkauf zur Verfügung.

Mit dem Online-Preisrechner des ADAC können sich Interessierte zudem ein Bild der Kaufpreise von (Elektro-)Gebrauchtwagen machen. Dort können die Daten für das jeweilige Wunschmodell eingegeben werden, und der Rechner spuckt einen durchschnittlichen Preis für Fahrzeuge mit einem ordentlichen Fahrzeugzustand aus. Die Preise werden, der Marktentwicklung entsprechend, ständig aktualisiert. 

Bilder (4)

Bild 1 4 Bilder

Bild herunterladen