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Nordbaden | 13.05.2026

Das rollende Museum feiert Jubiläum

Die ADAC Heidelberg Historic findet zum 30. Mal statt | Von 9. bis 11. Juli gehen über 180 Oldtimer an den Start | Dreh- und Angelpunkt ist das Technik Museum Sinsheim

Nordbaden. Das „rollende Museum“ der ADAC Heidelberg Historic erkundet in diesem Jahr zum 30. Mal die Regionen rund um die weltberühmte Stadt Heidelberg und den Norden Baden-Württembergs. Seit ihrem Start als „1. ADAC Rallye Nordbaden Classic“ im Jahr 1995 entwickelte sie sich zu einer der größten und exklusivsten Oldtimer-Rallyes in Deutschland. Lediglich während Corona musste die Veranstaltung pausieren, weshalb erst in diesem Jahr das Jubiläum begangen werden kann. Unzählige automobile Schätze treffen vom 9. bis 11. Juli 2026 aufeinander: von Fahrzeugen aus der Vorkriegsära bis zu Gruppe B Rallye-Boliden. Bei der ADAC Heidelberg Historic fuhren in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig die Größen der Szene und etliche Stars mit: ob Rallye-Legende Walter Röhrl, Franziska van Almsick oder Horst Lichter. Beim diesjährigen Jubiläum wird mit Oda Lippmann, in Rallye-Kreisen auch bekannt als Oda Dencker-Andersen, eine weitere Rallyelegende an den Start gehen.

Innerhalb weniger Stunden waren alle 180 Startplätze vergriffen. Dreh- und Angelpunkt ist an allen drei Tagen das Technik Museum Sinsheim. Den historischen Fahrzeugen ganz nah kommen können Zuschauer schon am 9. Juli bei der Technischen Abnahme im Hof des Museums, bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 10. Juli zur ersten Tagesetappe aufbrechen. An moderierten Stationen entlang der über 500 Kilometer langen Strecke können Zuschauerinnen und Zuschauer die Raritäten genauer unter die Lupe nehmen; diese werden im Vorfeld der Rallye veröffentlicht. Zum Start der ersten Tagesetappe, also am 10. Juli, werden online die genauen Durchfahrtszeiten für die jeweiligen Ortschaften bekanntgegeben.

Das älteste Fahrzeug ist 114 Jahre alt
Von Zeitzeugen der Vorkriegsjahre über etablierte Alltagshelden vergangener Tage bis hin zu bereits damals hochentwickelten, technisch fortgeschrittenen Sport- und Traumwagen: Die ADAC Heidelberg Historic bietet den idealen Rahmen für ein rollendes Automobilmuseum. Mit dabei ist in diesem Jahr wieder ein Fahrzeug, das auf eine über 110 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann und 2025 Premiere bei der ADAC Heidelberg Historic feierte: der auffällig gelbe Ford Modell T Speedster. Gefertigt im Jahr 1912 und 1923 gezielt für den Renneinsatz umgebaut, stand es ab 1926 in einem Museum in den USA. Seit der Museumsauflösung 2023 kümmert sich Besitzer Christian Mehl um diesen automobilen Schatz und sorgt in liebevoller Kleinstarbeit dafür, dass dieses Fahrzeug wieder auf den Straßen zu bestaunen ist.

Rallyelegende im Starterfeld
Eine besondere Starterin steuert in diesem Jahr den legendären Opel Commodore von Walter Röhrl, mit dem er 1973 bei der Rallye Monte-Carlo ins Rennen ging: Oda Lippmann. Die gebürtige Darmstädterin kam 1964 zum Rallye-Sport und kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Die Trophäe für den Sieg bei der „Coupe de Dames“ im Rahmen der Rallye Monte-Carlo 1971 nahm sie aus den Händen von Grace Kelly und Fürst Rainier entgegen. Ihren denkwürdigsten Erfolg feierte sie 1980 bei der wohl umstrittensten Veranstaltung aller Zeiten: der Himalya Rallye, die begleitet wurde von aufgebrachten Menschenmassen, Überfällen auf das Starterfeld und einer Militärkolonne bis ins Ziel. Hier erreichte Oda Dencker-Andersen, wie sie damals hieß, den zweiten Platz in der Gesamtwertung – noch vor einem gewissen Peter Lippmann, der die Himalaya Rallye auf dem sechsten Rang beendete. Peter Lippmann, im Odenwald geboren und einst auch Nordbadischer Rallyemeister, sollte der Ehemann von Oda werden. In diesem Jahr sitzen beide gemeinsam im Opel Commodore und freuen sich auf ihre Teilnahme an der ADAC Heidelberg Historic.

Bei der ADAC Heidelberg Historic geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um die Gleichmäßigkeit. Bei Gleichmäßigkeitsrallyes müssen neben der Orientierung der vorgegebenen Route mittels eines Bordbuchs auch Wertungsprüfungen gefahren werden. Das Bordbuch enthält die genaue Beschreibung der Strecke mit Wertungsprüfungen und Kontrollstellen. Die Route wird mit einfachen Symbolen, den sogenannten „Chinesenzeichen“, im Bordbuch angezeigt. Jeder Abzweig, jede Kreuzung, aber auch jeder Ortseingang wird mit einem Symbol vermerkt. Der Beifahrer lotst den Fahrer, indem er ihm diese Symbole mit den Abstandsangaben und teilweise noch Hilfszusatzangaben während der Fahrt an den entsprechenden Stellen ansagt. Anders als bei modernen Bestzeitrallyes geht es bei diesen Wertungsprüfungen nicht darum, in schnellstmöglicher Zeit das Ziel zu erreichen, sondern die im Bordbuch vorgegebene Strecke in exakt der vorgegebenen Zeit bzw. im vorgegebenen Schnitt zu fahren.

Weitere Informationen gibt es unter www.heidelberg-historic.de.

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