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Nordbaden | 04.08.2026

Besondere Regelungen in Frankreich: Achtung vor der Fahrt in den Sommerurlaub

Freeflow-Mautsysteme | Tote-Winkel-Aufkleber für Wohnmobile | Umweltplakette Crit’Air | Touristik-Experte des ADAC Nordbaden gibt Tipps

Karlsruhe. Sommer bedeutet Reisezeit - und Frankreich zählt seit Jahren zu den beliebtesten Zielen für Urlauber aus Deutschland. Damit die Fahrt in den Süden so entspannt wie möglich verläuft, sollten Reisende die aktuellen Verkehrsregeln und Besonderheiten kennen. Von neuen Mautsystemen bis hin zu Umweltplaketten gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Jürgen Herbrich, Touristik-Experte des ADAC Nordbaden e.V., weiß worauf es ankommt.

Neue Mautsysteme: Achtung bei „Freeflow“-Strecken
Auf französischen Autobahnen kommt zunehmend ein modernes Mautsystem zum Einsatz, das ohne klassische Mautstationen auskommt. „Ähnlich wie in Italien wird auf den sogenannten „Freeflow“-Abschnitten die Durchfahrt elektronisch erfasst. Kameras registrieren das Kennzeichen und eine Schranke oder ein klassisches Mauthäuschen gibt es nicht mehr“, so Jürgen Herbrich. Das klingt zunächst gar nicht schlecht, birgt aber die Gefahr von Bußgeldern wie der ADAC Experte weiß: „Die Urlauberinnen und Urlauber müssen selbst aktiv werden und die Maut ohne Aufforderung bezahlen. Das erfolgt zum Beispiel online, über Apps oder an speziellen Terminals auf Rastplätzen. Wer die Zahlung vergisst, riskiert zusätzliche Gebühren oder Bußgelder.“ Nach Angaben des ADAC Nordbaden beläuft sich das Bußgeld bei vergessener Zahlung ab dem 16. Tag nach der Durchfahrt auf 90 Euro plus der eigentlichen Mautgebühr, ab zwei Monaten auf 375 Euro. Urlaubern empfiehlt der Club daher, sich vorab genau über die zu fahrenden Strecken und die dortigen Regelungen zu informieren.

Sicherheit im Blick: Tote-Winkel-Aufkleber für Wohnmobile
Für Wohnmobile über 3,5 Tonnen gelten in Frankreich besondere Vorschriften. An Fahrzeugen dieser Größenklasse, auch an ausländischen Fahrzeugen,
müssen sogenannte „Angles Morts“-Aufkleber angebracht werden, die auf den toten Winkel hinweisen. „Die Aufkleber müssen gut sichtbar sowohl an den Seiten des Fahrzeugs als auch am Heck angebracht werden“, so der ADAC Touristik-Experte. Auch hier drohen bei Missachtung Bußgelder, selbst wenn die Aufkleber zwar vorhanden aber an den falschen Stellen angebracht wurden.

Umweltzonen: Crit’Air-Plakette rechtzeitig besorgen
In vielen französischen Städten gelten inzwischen Umweltzonen („Zones à Faibles Émissions“). Für die Einfahrt in eine solche Zone benötigen alle Fahrzeuge eine gültige Crit’Air-Plakette. Die Umweltvignette wird nach Emissionsklasse vergeben und ist verpflichtend, auch für ausländische Fahrzeuge. Reisende sollten die Plakette unbedingt rechtzeitig vor der Abfahrt online bestellen, da die Zustellung einige Tage dauern kann. „Die Umweltplakette sollte direkt beim offiziellen Portal des französischen Umweltministeriums bestellt werden, um Abzocke zu vermeiden“, weiß Jürgen Herbrich und warnt vor unseriösen Anbietern. Auf der offiziellen Seite ist die Plakette am günstigsten, dort kostet sie 5,11 Euro inklusive Versandkosten.

Auch in den nordbadischen ADAC Geschäftsstellen in Bruchsal, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim und Pforzheim kann die Plakette beantragt werden. Allerdings fallen hier Bearbeitungsgebühren an, sodass sich die Kosten für die Umweltplakette dann auf insgesamt 15 Euro belaufen. Ohne gültige Crit’Air Plakette drohen Bußgelder von rund 70 Euro.

Gut vorbereitet in den Urlaub starten
Neben den Besonderheiten in Frankreich empfiehlt der Touristik-Experte des ADAC Nordbaden, die Route im Voraus zu planen, Verkehrs-Apps zu nutzen und genügend Pausen einzuplanen. Gerade in der Hauptreisezeit könne es zu einem hohen Verkehrsaufkommen kommen, insbesondere an Wochenenden.

Crit’Air Portal des französischen Umweltministeriums: https://www.certificat-air.gouv.fr/
 

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