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Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt | 02.10.2020

Tief stehende Sonne, Nebel, rutschige Straßen: Sicher durch den Herbst

Tagsüber noch sommerliche Temperaturen, morgens und abends eindeutig schon Herbst. Und der fordert von den Verkehrsteilnehmern eine erhöhte Aufmerksamkeit. Denn die tief stehende Sonne, Dunkelheit, Nebel, Wildwechsel, Schmutz und Laub auf den Straßen sorgen in dieser Jahreszeit für neue Gefahren auf den Straßen, so der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Presse Ansprechpartner

Alexandra Kruse

alexandra.kruse@nsa.adac.de 05102-90 1128 - JPG 0.03 MB (300 dpi)

Fuß vom Gas bei Nebel
Sorgt Nebel für eingeschränkte Sicht, dann heißt es: Fuß vom Gas, Abstand halten und Licht an. Manchmal reagiert die Lichtautomatik bei dichtem Nebel nicht, dann empfiehlt es sich, das Licht manuell auf Fahrtlicht umzustellen. Nebelschlussleuchten dürfen nur bei Sichtweiten von weniger als 50 Metern genutzt werden, da sonst nachfolgende Verkehrsteilnehmer geblendet werden könnten. Als Orientierung kann man den Abstand der Leitpfosten nutzen, denn dieser beträgt in der Regel 50 Meter.
Neben Nebel und Dunkelheit sorgen auch die tief stehende Sonne und nasse Fahrbahnen im Herbst oft für schlechte Sicht. Saubere Scheiben von innen und außen sorgen für den richtigen Durchblick.

Leuchtende Kleidung verringert das Unfallrisiko
Allein durch die früher einsetzende Dunkelheit erhöht sich das Unfallrisiko – bei Autofahrern um 50 Prozent, bei Fußgängern sogar um 150 Prozent. Kein Wunder, beträgt die Sehschärfe bei schlechten Lichtverhältnissen doch nur noch etwa 20 bis 30 Prozent. Umso wichtiger ist das Gesehenwerden. Die meisten Menschen tragen eher dunkle Kleidung im Winter. Das muss kein Problem sein – vorausgesetzt man schützt sich mit Hilfe von Reflektoren. Ohne Schutz werden Fußgänger erst aus 25 Metern von Autofahrern erkannt. Ein Zusammenstoß wäre vorprogrammiert. Während hellere Kleidung die Sichtbarkeit auf rund 40 Meter erhöht, helfen reflektierende Materialien noch mal deutlich besser. Bereits 130 Meter vorher werden Fußgänger dadurch erkannt. Eine Kleinigkeit, die Leben retten kann.

Gefahr von Wildunfällen steigt
Bricht der Morgen an, beginnt in der Natur die Nahrungssuche. Hirsche, Rehe, Wildschweine – sie alle sind besonders in der Morgendämmerung aktiv und verirren sich immer wieder auch auf viel befahrene Straßen. In Niedersachsen gab es im Jahr 2019 32.692 Wildunfälle, das sind über 4.500 mehr als im Vorjahr. Am häufigsten – zu rund 90 Prozent – kommt es zu Kollisionen mit Rehwild. In Sachsen-Anhalt gab es 2019 15.100 Wildunfälle, das sind 1000 mehr als im Jahr zuvor. Am häufigsten – zu fast 70 Prozent - hat dabei das Rehwild für Kollisionen gesorgt. Grundsätzlich gilt also erhöhte Wachsamkeit, besonders dort, wo die Wildwechselschilder stehen. Lieber etwas langsamer fahren, um im Ernstfall noch rechtzeitig bremsen zu können. Sollte es dafür zu spät sein, auf keinen Fall ausweichen. Gerade bei glatten Straßen bringt man dadurch sich selbst und andere in große Gefahr.

Achtung – Bauernglatteis
Dass Landwirte einen kleinen Teil ihrer Ladung verlieren, ist kein Herbst-Phänomen. Doch in dieser Zeit werden verlorene Erdklumpen besonders gefährlich. Auf nasser Fahrbahn sorgen sie für weniger Grip. Vor allem Motorradfahrer sollten sich vorsehen. Auch dicke Laubschichten erschweren die Kontrolle über das Fahrzeug. Daher gilt: Geschwindigkeit drosseln und riskante Überholmanöver vermeiden.

Rechtzeitig an die Winterreifen denken
Lieber zu früh als zu spät die Winterreifen aufziehen – bevor es bei den Werkstätten wieder voll wird. Sobald die Witterungsverhältnisse schlechter werden und erste Nachtfröste anstehen, ist es Zeit für den Reifenwechsel. Bereits bei Temperaturen unter sechs Grad bieten Winter- bzw. Ganzjahresreifen deutlich mehr Sicherheit als Sommerreifen. Der Bremsweg verkürzt sich dank der Winterpneus teilweise um die Hälfte. Davon abgesehen besteht ohnehin eine gesetzliche Pflicht zur Winterbereifung – schon bei Reifglätte. Hält man sich nicht daran, drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg, im Falle eines Unfalls sogar der Verlust des Versicherungsschutzes.


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