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Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt | 29.01.2021

ADAC Monitor "Mobil in der Stadt": Braunschweiger und Pendler sind zufrieden mit der Mobilität in der Stadt

Baustellenmanagement und Verhalten untereinander sind Kritikpunkte

Presse Ansprechpartner

Alexandra Kruse

alexandra.kruse@nsa.adac.de 05102-90 1128 - JPG 0.03 MB (300 dpi)

 „Mobil in der Stadt“ ist in Braunschweig weitestgehend gleichbedeutend mit „zufrieden in der Stadt“. Das ist das Ergebnis des ADAC Monitor 2020, einer Umfrage unter Einwohnern und Pendlern in 29 mittelgroßen deutschen Städten zu ihrer persönlichen Mobilitätssituation. Im Gesamtranking nimmt Braunschweig dabei zusammen mit Erfurt den sechsten Platz ein. Spitzenreiter ist Münster, bestplatzierte Stadt in Niedersachsen ist Oldenburg auf dem 3. Platz und Schlusslicht ist Mönchengladbach. Besonders wohl fühlen sich in der Löwenstadt die Fußgänger, gefolgt von den Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs und den Radfahrern. Nicht ganz so zufrieden sind die Autofahrer. Was für alle Befragten eindeutig besser werden könnte, ist das Verhalten der anderen und die Rücksicht aufeinander. Ob Autofahrer oder Fußgänger auf Radfahrer treffen oder Radfahrer unter sich sind – der Unmut ist groß.

Wie hoch die Zufriedenheit der Braunschweiger und Pendler ist, hängt deutlich vom Verkehrsmittel ab. Am zufriedensten sind hier, genau wie bundesweit, die Fußgänger. Ihnen gefallen vor allem die direkten Wege zur Erreichbarkeit ihrer Ziele, das Angebot an gesicherten Fußgängerüberwegen und die Breite der Gehwege. Nicht zufrieden sind sie dagegen mit dem Verhalten der Radfahrer und den Sitzmöglichkeiten entlang der Gehwege. Auch unter den ÖPNV-Nutzern ist jeder Zweite zufrieden oder sehr zufrieden, das entspricht in der Untersuchung sogar Rang fünf auf der Zufriedenheitsskala. ÖPNV-Nutzer beurteilen vor allem das Sicherheitsgefühl in den Fahrzeugen, die Dichte der Haltestellen, die kurzen Umsteigewege und die Pünktlichkeit der Busse und Bahnen als positiv. Nicht so gut kommen das Parkplatzangebot an Stationen und Bahnhöfen, das Preis-Leistungsverhältnis sowie die Verfügbarkeit direkter Verbindungen an.

Es folgen die Radfahrer, von denen knapp 40 Prozent zufrieden sind. Sie schätzen vor allem die direkten Wege und die Zuverlässigkeit, mit der sie ihre geplanten Ziele erreichen. Gar nicht zufrieden sind sie allerdings mit dem Verhalten anderer Radfahrer und Autofahrer. Auch die Mitnahmemöglichkeit des Rades im ÖPNV könnte aus ihrer Sicht besser sein. Am wenigsten zufrieden sind die Autofahrer. Nur bei einem Viertel überwiegt die Zufriedenheit, ihnen gegenüber stehen ein Fünftel überwiegend Unzufriedene. Damit rangiert Braunschweig bundesweit auf Platz neun. Die Autofahrer stören sich vor allem am Baustellenmanagement der Stadt, mehr als jeder Dritte ist damit unzufrieden. Kritisch betrachten sie außerdem die Höhe der Parkgebühren und das Verhalten der Radfahrer.

Wer in Braunschweig mobil ist, nutzt dafür überwiegend den Pkw. Fast die Hälfte der Befragten gab an, privat regelmäßig Auto zu fahren. Der ÖPNV und das Fahrrad spielen mit 14 bzw. 18 Prozent eine deutlich kleinere Rolle. Auch die E-Scooter sind im Stadtbild noch nicht wirklich angekommen, 77 Prozent gaben an, noch nie einen genutzt zu haben. Bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln macht sich die Corona-Pandemie besonders bemerkbar, ein Drittel der Befragten nutzen ÖPNV und Bahn seitdem gar nicht mehr oder zumindest selten.

Online ja, App selten
Übrigens: Nur jeder Zweite, der mobil in der Stadt unterwegs ist, lässt sich dabei per App unterstützen. Während 88 Prozent der Befragten über ein Smartphone verfügen, nutzen nur 44 Prozent eine Mobilitäts-App, z. B. zur Routenplanung, für den ÖPNV-Anbieter, die Bahn, oder die eines Carsharing- oder Leihfahrrad-Anbieters.


Hintergrund:

Der ADAC Monitor ist eine bundesweite Umfrage unter mehr als 11.600 Einwohnern und Pendlern in 29 mittelgroßen Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern. Die Befragten sind mit dem Pkw, dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß mobil, mehr als 400 kommen aus Braunschweig oder der Region. Die Untersuchung fand von Anfang Oktober bis Anfang November 2020 statt und spiegelt damit das Mobilitäts-Stimmungsbild während der Pandemie wider.
Detaillierte Ergebnisse zu den 29 Städten gibt es unter www.adac.de/monitor.

ADAC Empfehlungen für eine bessere Mobilität in der Stadt
›› Integrierte Mobilitätsplanung
Eine integrierte Verkehrsplanung für alle Verkehrsarten mit Beteiligung aller relevanten Verwaltungsbehörden, Handlungsfelder, Akteuren und Betroffenen sowie benachbarten Kommunen im Planungsprozess trägt zur Optimierung der städtischen Mobilität bei.
›› Faires Miteinander im Straßenverkehr
Zur Förderung des Verkehrsklimas sollten infrastrukturelle Maßnahmen durch Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit ergänzt werden.
›› Gute Radverkehrsinfrastruktur
Um Konflikte mit Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern zu minimieren, brauchen wir ein durchgängiges Radverkehrsnetz mit breiten, komfortablen und sicheren Radverkehrsanlagen.
›› Attraktiver ÖPNV
Dazu sollten zielgruppenspezifische und auch monetär attraktive Angebote geschaffen sowie die Informationen bei Verspätungen verbessert werden. Das Parkraumangebot an Bahnhöfen soll verbessert werden.
›› Pendlerverkehre berücksichtigen
Eine integrierte Verkehrs- und Siedlungsplanung muss die Mobilitätsbedürfnisse von Pendlern und Anwohnern gleichermaßen berücksichtigen. Zentrale Aufgaben sind eine Siedlungsentwicklung entlang der Hauptachsen des ÖPNV, dessen Stärkung in der Fläche und der Ausbau von P+R-Anlagen.


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