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Mittelrhein | 09.10.2026

Jetzt auf Winterreifen umsteigen

Christian Schmidt, Verkehrsexperte des ADAC Mittelrhein, erklärt, worauf Autofahrer jetzt achten sollten.

Kälte, Schnee und glatte Fahrbahnen erhöhen in den kommenden Monaten das Unfallrisiko. Winterreifen leisten bei niedrigen Temperaturen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit, da ihre spezielle Gummimischung und das optimierte Profil für besseren Halt sorgen. Dabei ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, zu handeln. „Wer auf den Wintereinbruch unvorbereitet trifft, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch die eigene Sicherheit. Winterreifen sind ein Muss, sobald winterliche Bedingungen herrschen“, sagt Christian Schmidt, Leiter Mobilität und Umwelt beim ADAC Mittelrhein und gibt weitere Tipps.

Warum lohnt es sich, frühzeitig auf Winterreifen zu wechseln?

Mehr Sicherheit: Bereits unter sieben Grad spielen Winterreifen ihre Stärken aus – mehr Grip auf kalten, nassen und verschneiten Straßen, kürzere Bremswege.

Bessere Terminlage: Frühzeitige Planung verhindert lange Wartezeiten in Werkstätten, die spätestens ab Ene Oktober stark ausgelastet sind.

Größere Auswahl und oft bessere Preise: Ein früherer Kauf bedeutet breitere Modellauswahl und häufig attraktive Angebote.

Vorbereitung auf plötzlichen Wintereinbruch: Wer rechtzeitig montiert, bleibt auch bei überraschendem Frost mobil.

Das ist die Rechtslage

Zwar existiert in Deutschland keine allgemeine Winterreifenpflicht, jedoch gilt nach § 2 Abs. 3a StVO die situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- oder Reifglätte dürfen Fahrzeuge nur mit geeigneter Winterbereifung unterwegs sein. Verstöße werden mit einem Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie einem Punkt in Flensburg geahndet. Kommt es zu einer Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer, erhöht sich die Strafe auf 80 Euro.

Was ist beim Reifenwechsel „Zuhause“ zu beachten?

Sichtprüfung: Reifen und Felgen auf Schäden (Risse, Beulen, Nägel) prüfen.
Profiltiefe messen: Gesetzlich sind 1,6 mm vorgeschrieben, der ADAC empfiehlt für Winterreifen mindestens 4 mm.

Alter checken: Ab etwa sechs Jahren kann die Gummimischung verhärten. DOT-Nummer prüfen; Reifen die älter als sieben Jahre sind, sollten generell ersetzt werden.

Reifendruck: Nach der Montage anpassen (inklusive Reserverad) und nach einigen Kilometern nachkontrollieren.

Laufrichtung/Position: Die Pfeilmarkierungen beachten; Räder achsweise tauschen (z.B. hinten nach vorne), und den Vorgang dokumentieren.
Radschrauben: Mit einem Drehmomentschlüssel anziehen, nach 50 bis 100 Kilometer nachziehen.

RDKS: Die Reifendruckkontrollsensoren schonend behandeln, ggf. anlernen.
Einlagerung: Demontierte Reifen kühl, trocken, dunkel lagern; Reifensätze markieren (z.B. VL/VR/HL/HR).

Welche Vorteile hat der Winterreifen gegenüber Ganzjahresreifen?

  • Spezialisierte Gummimischung und Lamellenprofile sorgen bei Kälte, Schnee und Matsch für mehr Traktion und Stabilität.
  • In ADAC-Tests zeigen Winterreifen auf winterlichen Strecken häufig kürzere Bremswege und besseres Fahrverhalten als Allwettermodelle.
  • Für Vielfahrer und Pendler in schneereichen oder höhenlagennahen Regionen bieten sie mehr Reserven und Konstanz.

Welcher Reifentyp passt zu wem?

Urban und geringe Jahresfahrleistung: Ganzjahresreifen können eine praktikable Alternative sein – besonders bei überwiegend städtischer Nutzung und seltenen Fahrten bei starkem Schneefall. Überlandfahrten bei winterlichen Bedingungen sollten im Zweifel verschoben werden können.

Ländlich, viel Fahrleistung, regelmäßige Autobahnfahrten: Ein eigener Satz Winterreifen erhöht die Sicherheit und Performance bei winterlichen Bedingungen; außerdem verteilt sich der Verschleiß über zwei Sätze.

Urlaubsfahrten: Sommer- wie Winterurlaube beanspruchen Reifen stark. Allwetterreifen geraten bei hohen Sommertemperaturen und schwer beladenen Fahrzeugen eher an Grenzen.

Qualität lohnt sich – auf geprüfte Reifen setzen

Sind die Pneus beschädigt oder zu alt, hilft nur ein Austausch von neuen Reifen. „Beim Kauf sollten nicht nur Preisaktionen zählen“, rät Schmidt. „ADAC-Reifentests zeigen teils erhebliche Unterschiede zwischen Herstellern. Besonders günstige Modelle fallen immer wieder durch schwache Bremsleistungen oder unsicheres Fahrverhalten auf.“ Seine Empfehlung: geprüfte Qualität wählen, Testergebnisse vergleichen und Sicherheit priorisieren.

Weitere Informationen Aktuelle Testergebnisse und Empfehlungen:
ADAC Winterreifen Tests.

Christian Schmidt mit Tipps zum Wechsel auf Winterreifen im Video.
 

 

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