Unterwegs im Herbst: Rutschgefahr, schlechte Sicht, Wildwechsel
Tipps vom ADAC-Experten: So kommen Verkehrsteilnehmende sicher durch die dritte Jahreszeit

Mit dem Herbst verändern sich Straßen- und Sichtverhältnisse spürbar. Regen, Nebel, feuchtes Laub, sinkende Temperaturen sowie die später einsetzende Morgendämmerung und frühere Dunkelheit erhöhen die Anforderungen an alle Verkehrsteilnehmenden. ADAC Mobilitätsexperte Christian Schmidt erklärt, worauf Autofahrende, Motorradfahrende sowie Menschen mit Fahrrad, E-Bike und E-Scooter jetzt besonders achten sollten.
Sicher unterwegs mit Auto und Motorrad
- Fahrzeug und Technik prüfen: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Beleuchtung, Scheiben und Wischer gründlich zu kontrollieren“, rät Schmidt. Beim Auto sollten außerdem Scheibenwaschanlage und Frostschutz überprüft werden. Für Motorradfahrende gilt: Reifen, Luftdruck, Bremsen und Beleuchtung müssen einwandfrei funktionieren.
- Fahrweise den Bedingungen anpassen: Regen, Nebel und feuchtes Laub können den Bremsweg verlängern und die Haftung verringern. Deshalb heißt es: Geschwindigkeit reduzieren, ausreichend Abstand halten und vorausschauend fahren. Für Motorradfahrende sind nasses Laub, Fahrbahnmarkierungen und kalter Asphalt besonders tückisch.
- Vorsicht vor „Bauernglatteis“: Während der Ernte können landwirtschaftliche Fahrzeuge Erde und Lehm auf die Fahrbahn bringen. Zusammen mit Feuchtigkeit entsteht schnell ein rutschiger Film. Besonders auf schmalen Landstraßen ist außerdem mit breiten Erntefahrzeugen zu rechnen. Hier gilt: Tempo anpassen und bremsbereit bleiben.
Sicher unterwegs mit Fahrrad, E-Bike und E-Scooter
- Sehen und gesehen werden: Eine funktionierende Beleuchtung ist in der dunkleren Jahreszeit besonders wichtig. Vorder- und Rücklicht sowie Reflektoren sollten regelmäßig geprüft und sauber gehalten werden. Helle Kleidung und reflektierende Elemente erhöhen zusätzlich die Sichtbarkeit.
- Auf rutschige Stellen achten: Feuchtes Laub, Kopfsteinpflaster, Fahrbahnmarkierungen oder Kanaldeckel können bei Nässe schnell glatt werden. Gerade E-Scooter reagieren wegen ihrer kleinen Räder empfindlich auf Unebenheiten und rutschigen Untergrund. Geschwindigkeit deshalb reduzieren und abrupte Lenk- oder Bremsmanöver vermeiden.
- Reifen und Bremsen kontrollieren: Auch bei Fahrrad, E-Bike und E-Scooter sollten Reifenprofil, Luftdruck und Bremsen regelmäßig überprüft werden. „Gerade im Herbst kommt es darauf an, Reserven zu haben und nicht erst im letzten Moment reagieren zu müssen“, sagt Schmidt.
Wildwechsel: Besonders aufmerksam in der Dämmerung
Im Herbst ist auf Landstraßen und in Waldgebieten verstärkt mit Wildtieren zu rechnen, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden. An gekennzeichneten Wildwechselstrecken sollten Verkehrsteilnehmende deshalb das Tempo reduzieren, die Fahrbahnränder aufmerksam beobachten und bremsbereit sein.
Taucht ein Tier auf der Fahrbahn auf, gilt es, kontrolliert zu bremsen und riskante Ausweichmanöver zu vermeiden. Zudem sollte immer damit gerechnet werden, dass einem Tier weitere folgen.
Unabhängig vom Verkehrsmittel gilt in der dritten Jahreszeit vor allem: Fahrweise, Geschwindigkeit und Abstand müssen zu Wetter, Sicht und Straßenzustand passen. Wer zusätzlich auf gute Sichtbarkeit und ein technisch einwandfreies Fahrzeug achtet, kann viele typische Herbstgefahren deutlich reduzieren.
„Der Herbst verlangt von allen Verkehrsteilnehmenden etwas mehr Aufmerksamkeit“, fasst Schmidt zusammen. „Wer vorausschauend unterwegs ist und sich auf wechselnde Bedingungen einstellt, kommt sicherer ans Ziel.“
Presse Ansprechpartner
