Ferienbeginn in Rheinland-Pfalz: Verkehrs- und Hitzetipps
ADAC Experte Christian Schmidt gibt Tipps für eine sichere Fahrt bei Sommerhitze.

Mit dem Ferienbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland startet am kommenden Wochenende die erste große Sommerreisewelle des Jahres. Auch aus mehreren europäischen Nachbarländern sind zahlreiche Urlauber unterwegs.
Der ADAC rechnet deshalb auf vielen Fernstraßen mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen und längeren Staus. Die noch größere Herausforderung dürfte aber die Hitze sein.
Christian Schmidt, Verkehrsexperte des ADAC Mittelrhein, empfiehlt deshalb, nicht nur genug Wasser und leichte Snacks mitzunehmen, sondern auch die Klimaanlage nicht zu kalt einzustellen, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Er erklärt: „Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es im Auto schnell sehr heiß. Schon nach zehn Minuten in der Sonne übersteigen die Innenraumtemperaturen die Körpertemperatur eines Menschen oder Tieres, nach 30 Minuten werden über 45 Grad Celsius erreicht und das nur bei einer Außentemperatur knapp über 28 Grad Celsius.“
Selbst leicht geöffnete Fenster bringen in der Sommerhitze keine Abkühlung mehr. Daher ist es wichtig, die Fahrt gut vorzubereiten und auf die Bedürfnisse aller Mitreisenden zu achten.
Christian Schmidt gibt Tipps, worauf bei Hitze besonders zu achten ist:
• Fahrzeug vor Fahrtantritt gut lüften: Türen und Fenster öffnen, um aufgeheizte Luft entweichen zu lassen.
• Klimaanlage richtig nutzen: Nicht zu kalt einstellen (Wohlfühltemperatur 22–25°C), Luftstrom nicht direkt auf den Körper richten und für schnelle Abkühlung kurzzeitig auf Umluftbetrieb schalten.
• Im Schatten parken: Wenn möglich, schattige Parkplätze oder Parkhäuser nutzen. Beachten, dass die Sonne wandert.
• Sonnenschutz verwenden: Sonnenblenden oder reflektierende Abdeckungen anbringen, Kindersitze mit hellen Tüchern abdecken Und bei längeren Autofahrten an ausreichenden UV-Schutz durch geeignete Kleidung oder Sonnenschutzcreme denken.
• Viel trinken: Pro Tag bis zu drei Liter Wasser, Saftschorle oder Tee einplanen.
• Luftige, helle Kleidung tragen: Besonders bei Ledersitzen auf lange Hosen oder Tücher achten, um Verbrennungen zu vermeiden.
• Kinder und Haustiere niemals im Auto zurücklassen: Bereits nach wenigen Minuten kann sich das Fahrzeuginnere lebensgefährlich aufheizen, auch bei leicht geöffnetem Fenster. Bei 34 Grad Außentemperatur werden im Auto nach 30 Minuten bis zu 50 Grad erreicht, bei direkter Sonne sogar über 60 Grad.
• Sonnenschutz für Kinder: Seitenscheiben mit geeigneten Blenden oder Rollos ausstatten. Für Babys und Kleinkinder empfiehlt sich zusätzlich Sonnenschutzcreme, da ihre Haut besonders empfindlich ist.
• Haustiere schützen: Auch Tiere dürfen bei Hitze nicht im Auto bleiben. Bei Fahrten für ausreichend Wasser sorgen und möglichst in den kühleren Morgen- oder Abendstunden reisen.
Mit Blick auf die Verkehrssituation zu Ferienbeginn rechnet Christian Schmidt besonders auf den klassischen Reiserouten in Richtung Süden sowie die Strecken zur Nord- und Ostsee mit einer hohen Verkehrsbelastung.
Hohes Verkehrsaufkommen ab Freitagmittag
Bereits ab Freitagmittag setzt starker Urlaubsverkehr ein. Am Samstagvormittag kommt zusätzlich der Ausflugsverkehr in die Naherholungsgebiete hinzu. Vor allem die Alpenregion, die Mittelgebirge, die Küstengebiete und die Seenlandschaften sind betroffen. Am Samstag- und Sonntagabend sorgen Rückreisende für weiteres Verkehrsaufkommen.
Besonders betroffen werden in Richtung Norden die A1 zwischen Köln und Fehmarn, die A2 zwischen Oberhausen und Berlin und die A3 in Richtung Köln sein. Rund um Bonn könnte es aufgrund der Sperrung der Nordbrücke und möglichem Ausweichverkehr zu zusätzlichen Staubelastungen kommen. In Richtung Süden ist mit Staus auf der A3 in Richtung Nürnberg, A5 zwischen Frankfurt und Basel, A6 zwischen Mannheim und Heilbronn, A7 zwischen Ulm und Füssen/Reutte und auf der A8 zwischen Karlsruhe, Stuttgart, München und Salzburg und an Verkehrsknotenpunkte wie Münchener Ring (A99) zu rechnen.
Auch auf den wichtigen Urlaubsrouten im Ausland ist Geduld gefragt. Auf der Brennerroute beispielsweise wirkt sich die Sanierung der Luegbrücke auf den Verkehrsfluss aus. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Fernpass-Route in Tirol. Am kommenden Samstag, dem 27. Juni, wird die B179 zwischen Reutte und Nassereith von 10 bis 12 Uhr vollständig gesperrt. Bereits vor und nach der Sperrung muss mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und langen Staus gerechnet werden. Der ADAC empfiehlt deshalb, den Fernpass an diesem Tag weiträumig zu umfahren.
Aktuelle Informationen über die Baustellensituation in Rheinland-Pfalz und ganz Deutschland finden Autofahrer unter https://www.adac.de/reise_freizeit/verkehr/baustellen.
Generell gilt für alle Baustellen: Aufgrund von schmaleren Fahrstreifen, wechselnder Spurführung und Geschwindigkeitsbegrenzungen erhöht sich die Unfall- und Staugefahr. Autofahrer sollten hier besonders aufmerksam, rücksichtsvoll und mit ausreichend Sicherheitsabstand fahren. In engen Baustellenbereichen mit deutlich schmaleren Fahrspuren ist es häufig nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden. Christian Schmidt empfiehlt deshalb, mit genügend Abstand und versetzt zu fahren, um im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln zu können. So kann der linke Fahrstreifen für die Rettungskräfte freigehalten werden.
Eine individuelle Stauprognose mit Angaben zur genauen Tages- und Uhrzeit können Autofahrer über den ADAC Routenplaner unter https://maps.adac.de abrufen.
Mautgebühren: Mit der kostenlosen ADAC Drive App können sich Urlauber bereits im Vorfeld zusammen mit der Reiseroute auch die anfallenden Mautkosten berechnen lassen. Vignetten gibt es online unter https://adac.de/fahrzeugwelt/maut-vignette oder telefonisch unter 089 558 95 96 97 (Mo. bis Sa. 8 bis 20 Uhr). Die App liefert zudem Routenplanungen für Auto, Wohnmobil, Motorrad und Fahrrad sowie die dazugehörige Navigations-Funktion (Kopplung via Apple CarPlay & Android Auto möglich), Ladestationen für Elektrofahrzeuge und die günstigsten Tankstellen.
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