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Mittelrhein | 06.07.2026

Bundestagsabgeordneter Dr. Thorsten Rudolph besucht ADAC Luftrettung in Koblenz

Blick hinter die Kulissen und Austausch zu aktuellen Herausforderungen der Luftrettung in Deutschland

Wie funktioniert moderne Luftrettung? Welche Herausforderungen gibt es im täglichen Einsatz, bei Personalgewinnung, Ausbildung und Finanzierung? Antworten auf diese Fragen erhielt der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Dr. Thorsten Rudolph (SPD) am 2. Juli 2026 bei einem Besuch der ADAC Luftrettungsstation am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz.

Im Mittelpunkt des rund zweistündigen Austauschs standen neben dem Einsatzspektrum von „Christoph 23“, der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sowie dem Versorgungsgebiet des Rettungshubschraubers die aktuellen gesundheitspolitischen Reformvorhaben der Bundesregierung. Dazu gaben Stefan Goldmann, Thomas Neldner und Thomas Beyer von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung einen Blick hinter die Kulissen der fliegenden Gelben Engel.

Intensiv diskutiert wurden dabei das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, die Reform der Notfallversorgung sowie das Reservestärkungsgesetz. Die Verantwortlichen der ADAC Luftrettung erläuterten, welche Auswirkungen insbesondere das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auf die notfallmedizinische Versorgung haben könnte. Nach dem aktuellen Gesetzentwurf sollen Vergütungssteigerungen künftig verpflichtend an eine reduzierte Grundlohnrate gekoppelt werden. Krankenkassen wird untersagt, belegbare Kosten nicht mehr wie bisher zu erstatten. Aus Sicht der Luftrettungsorganisationen würde dies die tatsächlichen Kosten für hochqualifiziertes Personal, moderne Medizintechnik, Wartung und den Betrieb der Hubschrauber nicht ausreichend berücksichtigen und langfristig zu einer strukturellen Unterfinanzierung führen. Gemeinsam mit weiteren gemeinnützigen Luftrettungsorganisationen warnt die ADAC Luftrettung deshalb vor möglichen Einschränkungen der flächendeckenden Notfallversorgung, insbesondere im ländlichen Raum.

Darüber hinaus informierte sich Dr. Thorsten Rudolph intensiv über den täglichen Betrieb der Station, die enge Zusammenarbeit zwischen ADAC Luftrettung und Bundeswehr sowie die hohen Anforderungen an Pilotinnen und Piloten, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sowie Notärztinnen und Notärzte. Auch die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte war Gegenstand des Gesprächs.

Während des Besuchs wurde deutlich, wie eng getaktet der Einsatzalltag der Besatzungen ist. Jeder Alarm erfordert eingespielte Abläufe, damit der Rettungshubschrauber innerhalb kürzester Zeit starten kann. Von Koblenz aus versorgt „Christoph 23“ seit Jahrzehnten einen Radius von rund 70 Kilometern und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur notfallmedizinischen Versorgung in Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen. Der Besuch bot beiden Seiten die Gelegenheit, sich über die Zukunft der Luftrettung und die politischen Rahmenbedingungen auszutauschen. Einigkeit bestand darin, dass eine leistungsfähige Luftrettung ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Notfallversorgung und der Daseinsvorsorge ist.

„Es war spannend zu erfahren, wie genau die Luftrettung funktioniert. Die Organisation und die Kompetenz der Mitarbeitenden haben mich besonders beeindruckt. Zudem ist die Luftrettung am Standort Koblenz ein tolles Beispiel für die zivil-militärische Zusammenarbeit. Ich werde mich in Berlin auch weiterhin dafür einsetzen, dass eine flächendeckende Notfallversorgung sichergestellt wird, unser Gesundheitssystem zugleich aber auch effizienter wird und dauerhaft bezahlbar bleibt“, erklärte Dr. Thorsten Rudolph zum Abschluss.

 

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