Autokorso, Flaggen und Lärm: Spielregeln zur WM im Straßenverkehr
Feiern ja, aber sicher und rücksichtsvoll: Was bei Autokorsos, Fahrzeugdekoration und Alkohol am Steuer gilt.

Bei der Fußball?Weltmeisterschaft ist wieder mit zahlreichen Autokorsos in den Innenstädten zu rechnen. Welche Verkehrsregeln gelten, was erlaubt ist und worauf Fans besonders achten sollten, fasst der ADAC Mittelrhein zusammen.
Wenn große Sportereignisse Begeisterung auslösen, feiern viele Fans ihre Siege lautstark, oft auch mit Autokorsos durch die Städte. Für die einen Ausdruck reiner Freude, für andere eine Lärmbelästigung. Deshalb appelliert der ADAC Mittelrhein an alle Feiernden: Genießt die Stimmung, aber nehmt Rücksicht auf Anwohnende und andere Verkehrsteilnehmenden.
„Ihr wollt feiern. Bitte beachtet folgendes, damit die Freude nicht in Ärger ausartet“, so Christian Schmidt, Verkehrsexperte des ADAC Mittelrhein. „Autokorsos sind emotional, aber Verkehrsregeln gelten trotzdem – Vorfahrt beachten, bei Rot anhalten und Kreuzungen nicht blockieren.“
Autokorsos: rechtliche Lage und Praxis
Grundsätzlich sind Autokorsos nicht gestattet: Die Straßenverkehrsordnung verbietet unnötige Lärmerzeugung und vermeidbare Belästigungen durch Fahrzeuge. Auch Warnblinkanlage und Lichthupe dürfen nicht missbräuchlich eingesetzt werden. In der Praxis geht die Polizei bei großen Sportereignissen oft tolerant vor – darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen.
Rettungswege müssen jederzeit frei bleiben
Einsatzkräfte haben Vorrang“, betont Schmidt. „Wenn Rettungsgassen verhindert oder Einsatzkräfte behindert werden, kann das schlimme Folgen haben. Das ist kein Spaß mehr, sondern lebensgefährlich.“
Was bei einem Autokorso nicht erlaubt ist
Auch während eines Autokorsos gelten die allgemeinen Verkehrsregeln uneingeschränkt: Fahrzeugführer müssen Vorfahrtsregeln beachten, bei roten Ampeln anhalten und Kreuzungen freihalten. Das absichtliche Blockieren von Straßen oder das Verhindern einer Rettungsgasse ist strafbar und kann Menschenleben gefährden.
Für Mitfahrer gilt während der Fahrt Anschnallpflicht, Personen dürfen ausschließlich auf zugelassenen Sitzplätzen mitfahren; Hinauslehnen, Sitzen auf Motorhauben oder das Posieren auf Fahrzeugteilen sind verboten.
„Anschnallen nicht vergessen; und nein – auf der Motorhaube posieren mag im ersten Moment vielleicht cool ausschauen, bei einem Bremsmanöver ist es dann, aber gar nicht mehr so cool“, so Schmidt.
Alkohol, Ablenkung und Smartphone
Alkohol am Steuer ist tabu: Für Fahrzeugführer gilt die 0,5?Promille?Grenze, bereits ab 0,3 ‰ kann relative Fahruntüchtigkeit vorliegen, vor allem wenn Fahrfehler auftreten. Für Fahranfänger in der Probezeit sowie unter 21?Jährige gilt in der Regel ein absolutes Alkoholverbot.
„0,5 Promille ist die Obergrenze und für die Probezeit gilt 0,0. Und: Handy weg! Egal ob telefonieren, filmen oder posten – am Steuer hat das Smartphone Pause“, erklärt Schmidt.
Dekoration am Auto: erlaubt, wenn sicher befestigt
Fans dürfen ihre Fahrzeuge dekorieren. Fähnchen, Aufkleber oder sogar komplette Folierungen sind grundsätzlich erlaubt, solange die Sicht des Fahrers nicht eingeschränkt wird, Kennzeichen und Blinker sichtbar bleiben und keine losen Teile gefährlich werden. Großformatige Flaggen, die aus dem Fenster gehalten werden oder die Sicht des Fahrers komplett verdecken, sind verboten. Pyrotechnik wie Bengalos haben in Autos nichts verloren.
„Autos schmücken? Klar! Solange die Deko sicher sitzt, Blinklichter und Kennzeichen frei bleiben und niemand gefährdet wird“, so Schmidt. „Auf der Autobahn empfehle ich: Fähnchen lieber abnehmen – ab 50 km/h können sie zur Gefahr werden.“
Haftung bei Unfällen
Bei Unfällen während eines Autokorsos haftet in der Regel die Kfz?Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers. Mitverschulden durch Dekoration oder riskantes Verhalten kann allerdings zu einer Mithaftung führen; hier kommt es auf den Einzelfall an.
Der ADAC Mittelrhein wünscht allen Fans eine fröhliche und sichere WM?Zeit: Feiern Sie ausgelassen, aber rücksichtsvoll – damit Jubel und Freude nicht in Unfälle oder Strafen umschlagen.
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