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Mittelrhein | 03.11.2026

ADAC Monitor 2026: Mainz im Mittelfeld, Ludwigshafen auf vorletztem Platz

Die Mobilitätszufriedenheit ist in beiden Städten gesunken. Der Autoverkehr schneidet am schlechtesten ab.

Positiv bewerten die Menschen in Mainz die Haltestellendichte, Umsteigewege und Fahrtinformationen.

Im ADAC Monitor 2026 „Mobil in Mittelgroßstädten“ wurde die Zufriedenheit mit der Mobilität in 29 deutschen Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern untersucht. Mainz erreicht mit einem Gesamtindex von +17 Punkten Rang 13 und liegt damit im Mittelfeld. Ludwigshafen schneidet mit einem Index von 0 Punkten deutlich schlechter ab und belegt Rang 28 von 29. Gegenüber der vorherigen Untersuchung aus dem Jahr 2021 ist die Mobilitätszufriedenheit in beiden Städten gesunken.

In Mainz ging der Gesamtindex von +20 auf +17 Punkte zurück. Die Zufriedenheit überwiegt damit weiterhin. In Ludwigshafen sank der Wert dagegen deutlich stärker von +14 auf 0 Punkte. Hier halten sich zufriedene und unzufriedene Befragte inzwischen die Waage. Nur Oberhausen schneidet im aktuellen Städteranking schlechter ab. Während sich Mainz beim Radverkehr verbessern konnte, ging die Zufriedenheit in Ludwigshafen bei allen vier untersuchten Fortbewegungsarten zurück.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Mainz und Ludwigshafen ihre Mobilität sehr unterschiedlich bewerten. Während Mainz trotz eines leichten Rückgangs beim Gesamtindex im Mittelfeld der untersuchten Städte liegt, ist die Zufriedenheit in Ludwigshafen bei allen vier Verkehrsarten zurückgegangen. In beiden Städten sehen wir vor allem beim Autoverkehr Verbesserungsbedarf. Entscheidend ist, die Ergebnisse des Mobilitätsindex auszuwerten und die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer im Blick zu behalten, um die Mobilitätsangebote entsprechend weiterzuentwickeln“, sagt Rudi Speich, Vorsitzender beim ADAC Mittelrhein e.V..

Autoverkehr wird in beiden Städten kritisch bewertet

Der Autoverkehr ist in Mainz und Ludwigshafen die einzige Fortbewegungsart mit einem negativen Indexwert. In Mainz sank der Pkw-Index von -2 auf -9 Punkte, in Ludwigshafen von -4 auf -20 Punkte.

Besonders kritisch beurteilen die Mainzer Autofahrer das Baustellenmanagement und die Höhe der Parkgebühren. Auch das Parkplatzangebot in der Innenstadt und der Straßenzustand werden negativ bewertet. Positiv fallen dagegen die Wegweisung an den Straßen und die Beschilderung von Parkmöglichkeiten auf.

In Ludwigshafen sorgen insbesondere das Baustellenmanagement, der Straßenzustand und das Verhalten von E-Scooter-Fahrern für Unzufriedenheit. Auch die Parkgebühren werden kritisch gesehen. Vergleichsweise positiv bewerten die Befragten die Orientierung bzw. Wegweisung im Straßenverkehr.

ÖPNV: Zufriedenheit geht in beiden Städten zurück

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) erreicht in beiden Städten weiterhin positive Indexwerte, allerdings auf niedrigerem Niveau als 2021. In Mainz sank der Index von +32 auf +25 Punkte, in Ludwigshafen von +22 auf +10 Punkte.

In Mainz bewerten die Fahrgäste insbesondere die Dichte der Haltestellen, die Wege beim Umsteigen und die Bereitstellung von Fahrtinformationen positiv. Kritischer fallen dagegen das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Informationen bei Störungen und das Parkplatzangebot an ÖPNV-Stationen aus. Auch in Ludwigshafen werden die Haltestellendichte, die Taktung der Verbindungen und die Wege beim Umsteigen positiv beurteilt. Verbesserungsbedarf sehen die Befragten dagegen vor allem bei der Information im Störungsfall, dem Parkplatzangebot an ÖPNV-Stationen und dem Sicherheitsgefühl an Haltestellen.

Fußverkehr: Überwiegend positive Bewertungen trotz Rückgang

Das Zufußgehen gehört in beiden Städten zu den besser bewerteten Fortbewegungsarten. In Mainz ging der Fußverkehrsindex von +39 auf +33 Punkte zurück, in Ludwigshafen von +23 auf +7 Punkte.

In Mainz schätzen die Befragten insbesondere die direkten Wege zu ihren Zielen, das Angebot an gesicherten Querungsmöglichkeiten und die Breite der Gehwege. Kritischer beurteilen sie die Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Menschen, die Sitzmöglichkeiten entlang der Wege
und Behinderungen durch abgestellte Fahrzeuge.

In Ludwigshafen werden ebenfalls die direkten Wege, die Gehwegbreiten und die gesicherten Querungsmöglichkeiten positiv bewertet. Weniger zufrieden sind die Befragten unter anderem mit der Aufenthaltsqualität, dem Sicherheitsgefühl und dem Verhalten anderer Verkehrs-teilnehmer.

Radverkehr: Unterschiedliche Entwicklung in Mainz und Ludwigshafen

Beim Radverkehr zeigen sich deutliche Unterschiede: Während sich Mainz gegenüber 2021 von +10 auf +18 Indexpunkte verbessert, sinkt der Wert in Ludwigshafen von +16 auf +3 Punkte.

In Mainz bewerten Radfahrende vor allem die direkten Wege zu ihren Zielen, die Zuverlässigkeit der Zielerreichung und das Sicherheitsgefühl positiv. Weniger zufrieden sind sie hingegen mit
dem Angebot, dem Zustand und der Breite der Radwege sowie mit der Radverkehrsführung an Kreuzungen. Besonders kritisch wird das Verhalten von E-Scooter-Fahrern bewertet.

In Ludwigshafen ergibt sich ein gemischtes Bild. Positiv beurteilen die Befragten insbesondere die direkten Wege und die Zuverlässigkeit der Zielerreichung. Kritischer werden das Radwege-angebot, die Radverkehrsführung an Kreuzungen und das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer bewertet. Insgesamt überwiegt die Zufriedenheit beim Radverkehr nur noch knapp.

Ludwigshafen: Verkehrseinschränkungen als wichtiger Hintergrund

Bei der Einordnung der Ergebnisse für Ludwigshafen sind auch die langjährigen Verkehrseinschränkungen zu berücksichtigen. Umfangreiche Bauarbeiten, Sperrungen und veränderte Verkehrsführungen prägten die Mobilität in der Stadt zwischen den beiden Erhebungen.

Die Befragung fand im Juni 2026 statt und bildet damit die Situation vor der Wiederherstellung der Verbindung über die Hochstraße Süd ab. Auch im ÖPNV kam es zu Einschränkungen, unter anderem durch zeitweise veränderte Stadtbahnverbindungen zwischen Ludwigshafen und Mannheim.

Der ADAC Monitor untersucht allerdings die Zufriedenheit mit der Mobilität und nicht die Ursachen für deren Veränderung. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Verkehrseinschränkungen und den gesunkenen Indexwerten lässt sich aus den Ergebnissen daher nicht ableiten.

Bundesweiter Vergleich: Mobilitätszufriedenheit sinkt

Auch über alle 29 untersuchten Mittelgroßstädte hinweg ist die Gesamtzufriedenheit gegenüber 2021 von +21 auf +17 Indexpunkte gesunken. In 27 Städten überwiegt dennoch weiterhin die Zufriedenheit.

Münster belegt wie bereits 2021 den ersten Platz der Gesamtwertung. Schlusslicht ist Oberhausen. Nur Mönchengladbach, Kiel, Potsdam und Karlsruhe konnten ihre Gesamtindexwerte verbessern. In Erfurt, Augsburg und Bielefeld blieben sie unverändert.

Im Vergleich aller 29 Städte werden der ÖPNV und das Zufußgehen mit jeweils +28 Punkten am besten bewertet, gefolgt vom Radverkehr mit +20 Punkten. Der Pkw erreicht dagegen einen negativen Indexwert von -9 Punkten.

Mainz liegt mit seinem Gesamtindex genau auf diesem städteübergreifenden Vergleichswert. Beim Fußverkehr schneidet die Landeshauptstadt besser ab, beim ÖPNV und Radverkehr etwas schwächer. Ludwigshafen liegt bei allen vier Fortbewegungsarten unter den jeweiligen Vergleichswerten.

Hintergrund zum ADAC Monitor 2026

Für den ADAC Monitor 2026 wurden im Juni rund 11.600 Personen ab 18 Jahren in 29 deutschen Mittelgroßstädten befragt. Berücksichtigt wurden Einwohner, Einpendler und Besucher, die sich an mindestens zwei Tagen pro Woche in der jeweiligen Stadt bewegen. Pro Stadt wurden rund 400 Interviews durchgeführt.

Untersucht wurde die Zufriedenheit mit 66 Einzelaspekten aus den Bereichen Pkw, ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr. Die Bewertungen werden in einem Index zwischen -100 und +100 dargestellt. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen den Anteilen zufriedener und unzufriedener Befragter. Der Gesamtindex setzt sich zu gleichen Teilen aus den vier Teilindizes zusammen.

Die Untersuchung wurde erstmals 2021 durchgeführt und 2026 wiederholt.

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