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Mittelrhein | 06.01.2026

ADAC Luftrettung in Rheinland-Pfalz: „Christoph 77“ rund um die Uhr im Einsatz

Die notfallmedizinische Versorgung von Patienten in Rheinland-Pfalz wird weiter ausgebaut.

Die Luftrettung in Rheinland-Pfalz wird weiter gestärkt: Der Intensivtransport- und Rettungshubschrauber „Christoph 77“ steht den Menschen in Rheinland-Pfalz seit dem 1. Januar 2026 wieder rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, zur Verfügung. Mit der Ausweitung des Flugbetriebs reagiert das Land auf veränderte Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung und eine zunehmend spezialisierte Krankenhauslandschaft.

„Mit der Ausweitung des Flugbetriebs stärken wir eine moderne Notfall- und Intensivmedizin. Die Menschen in Rheinland-Pfalz können sich auf den Rettungsdienst rund um die Uhr verlassen“, sagte Innenminister Michael Ebling. „Ab sofort steht die Luftrettung als hoch spezialisierte rettungsdienstliche Ressource auch in der Nacht zur Verfügung – als starke Ergänzung zu einem leistungsfähigen bodengebundenen Rettungsdienst.“

Der Hubschrauber wird dauerhaft 24/7 zur Verfügung stehen. Perspektivisch kann für den 24/7-Betrieb auch ein anderer Standort in Rheinland-Pfalz in Betracht kommen. Grundlage dafür ist eine fortlaufende Evaluation der Einsatzdaten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

„Christoph 77“ ist seit 1997 von Mainz aus im Einsatz und hat bereits zehntausenden Patientinnen und Patienten in lebensbedrohlichen Situationen schnelle medizinische Hilfe gebracht. Ursprünglich rund um die Uhr betrieben, wurde der Flugbetrieb 2007 auf einen Tagesbetrieb reduziert und 2019 bis 22 Uhr erweitert. Seitdem war der Hubschrauber ganzjährig von 7 bis 22 Uhr alarmierbar. Die nun erneute Ausweitung basiert auf einer Bedarfsanalyse der Einsatzdaten 2024, die gemeinsam mit der Geschäftsstelle für Qualitätssicherung im Rettungsdienst durchgeführt wurde. Untersucht wurden nächtliche Notfalleinsätze und Notfallverlegungen mit langen Transportwegen zwischen Einsatzort und geeigneter Zielklinik.

„Die Krankenhauslandschaft hat sich spürbar verändert: Spezialisierungen nehmen zu, Wege werden länger. Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung nachts entscheidende Zeitgewinne ermöglichen“, so Ebling. Der Hubschrauber ergänzt den bodengebundenen Rettungsdienst insbesondere bei arztbegleiteten Notfall- und Intensivverlegungen sinnvoll.

Möglich wird der Nachtbetrieb auch durch erhebliche technische und organisatorische Fortschritte, darunter moderne Hubschrauber, Nachtsichttechnik, spezielle Ausbildungen für Crews sowie etablierte Sicherheitsverfahren. Die Sicherheit von Patientinnen, Patienten und Besatzungen hat dabei oberste Priorität.

„Momentan absolvieren wir mit dafür ausgelegten Hubschraubern deutschlandweit mehr als 3000 Nachtflüge pro Jahr. Wir freuen uns darauf, nun auch für Rheinland-Pfalz die Versorgung im 24/7-Betrieb sicherstellen zu können“, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung GmbH. „In Mainz sind unsere Crews bereits seit Jahren bis 22 Uhr im Einsatz, somit können unsere dortigen Piloten, Ärzte und Notfallsanitäter wichtige Qualifikationen und Erfahrungen bei Dämmerung und Dunkelheit aufweisen.“

Die ADAC Luftrettung fliegt seit 2011 an ausgewählten Standorten auch bei Dunkelheit. „Christoph Westfalen“ in Münster, „Christoph Brandenburg“ in Senftenberg und „Christoph 26“ in Sanderbusch (Niedersachsen) sowie „Christoph 22“ in Ulm (Baden-Württemberg) sind für Einsätze mit Nachtsicht-Systemen ausgerüstet. Auch bei „Christoph 77“ in Mainz sind entsprechende Technologien bereits erfolgreich im Einsatz. Mit diesen soll nun auch der zusätzliche Bedarf an nächtlichen Rettungen und Patientenverlegungen abgedeckt werden. Die Nachtsichtbrillen verstärken natürliches Restlicht elektronisch und bilden mit dem entsprechend abgedunkelten Cockpit ein abgestimmte Nachtflugsystem. Damit lassen sich Starts und Landungen bei Nacht sicher durchführen und Hindernisse wie Stromleitungen oder Windräder frühzeitig erkennen.

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